Zuckerfreie Hustenbonbons sind oft nicht die beste Medizin

Worauf Du achten solltest

Zuckerfreie Hustenbonbons sind oft nicht die beste Medizin - Worauf Du achten solltest

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Kratzt es im Hals, kann ein Hustenbonbon schnell Linderung verschaffen. Wer dabei auf Produkte ohne Zucker setzt, möchte damit meist die Zähne schonen oder auf eine geringe Kalorienzufuhr achten. Allerdings sind zuckerfreie Bonbons nicht bedingungslos eine bessere Alternative.

Das Lutschen von Bonbons hilft gegen Mundtrockenheit, Husten und Halsschmerzen und sorgt außerdem für einen frischen Atem. Die Auswahl an zuckerfreien Bonbons ist sehr groß. Schließlich wissen wir alle, dass Zucker nicht gut für unsere Zähne ist und viele Kalorien enthält.

Nährwertangaben beachten

Wenn Du Kalorien sparen möchtest, solltest Du in jedem Fall einen Blick auf die Nährwertangaben werfen. Auch, wenn ein Produkt zuckerfrei ist, bedeutet dies nämlich nicht, dass es keine Kalorien enthält. Statt Zucker werden häufig Zuckeraustauschstoffe verwendet. Diese können etwa zwei bis viel Kilokalorien pro Gramm liefern. Im Vergleich dazu enthält Haushaltszucker etwa vier Kilokalorien pro Gramm.

Und der Blick auf die Inhaltsstoffliste lohnt weiter: Damit die Bonbons auch ohne Zucker süß schmecken, wird von den Herstellern nämlich auch auf Süßstoffe zurückgegriffen.

Bittere Medizin: Süßstoffe in Hustenbonbons

Besonders häufig wird dabei Aspartam (E 951) verwendet, da es 200 mal so stark süßt, wie Haushaltszucker. Es besteht aus Asparaginsäure und Phenylalanin. Da es nur in geringen Mengen eingesetzt wird, liefert es im Vergleich zu Zucker nur wenige Kilokalorien.

Jedoch wurde eine eventuelle Gefährlichkeit von Aspartam ist in den letzten zehn Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. So wurde der Süßstoff beispielsweise wiederholt in Studien mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird –gilt nach Angaben der „European Food Safety Authority“ als jedoch für den menschlichen Verzehr unbedenklich.

Eine vollständige Risikobewertung 2013 kam außerdem zu dem Schluss, dass Aspartam auch für Säuglinge, Kinder und Schwangere unbedenklich sei. Allerdings gibt es eine Mengenbegrenzung, denn mehr als 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht sollte man nicht zu sich nehmen. Dies gilt allerdings nicht für Menschen, die an der Stoffwechselstörung Phenylketonurie (PKU) leiden, denn sie müssen Phenylalaninquellen meiden. Deshalb müssen Produkte mit Aspartam mit dem Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ gekennzeichnet werden.

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Doch obwohl Süßstoffe offiziell als nicht karzinogen und unbedenklich gelten, gibt es immer wieder Studien, die weitere Zusammenhang zwischen dem Konsum von süßstoffhaltigen Lebensmitteln und verschiedenen Beschwerden herstellen.

Süßstoffe stehen beispielsweise zudem im Verdacht die Wahrscheinlichkeit für Schlaganfälle, Typ 2 Diabetes und Demenzerkrankungen zu erhöhen. Außerdem soll sich durch sie das Geschmacksempfinden und die Darmflora verändern. Des Weiteren gibt es widersprüchliche Studienergebnisse zur Förderung von Übergewicht durch Süßstoffe: Einige belegen eine appetitanregende Wirkung. Hierzu ist weitere unabhängige Forschung ist erforderlich. Bis dahin scheint es jedoch ratsam vom Verzehr größerer Mengen an Süßstoffen abzusehen.

Neben Aspartam wird auch häufig Acesulfam-K (E 950) verwendet. Hierbei handelt es sich um eine Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Schwefel, Sauerstoff und Kalium. Auch dieser Süßstoff ist 200 mal süßer als Haushaltszucker und wird häufig auch gemeinsam mit Aspartam eingesetzt. Er gilt ebenfalls als unbedenklich, sollte aber, genau wie Aspartam, nicht in zu großen Mengen verzehrt werden. Der Maximalwert liegt hier bei 9 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Gut zu wissen: Zuckerfrei und zuckerarm

Laut der „Verbraucherzentrale Bayern“ darf die Angabe „zuckerfei“ übrigens auf einem Produkt stehen, wenn dieses maximal 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder 100 Milliliter enthält. Somit gelten auch Produkte mit einem sehr geringen Zuckergehalt als „zuckerfrei“. Bei dem Hinweis „zuckerarm“ darf das Produkt nicht mehr als 5 Gramm je 100 Gramm enthalten.

Alterantiven finden: Gesunde Hausmittel

Statt Hustenbonbons können gegen Husten und Heiserkeit auch bewährte Hausmittel helfen. Vor allem in der Erkältungszeit ist daher Zwiebelsaft sehr beliebt. Die in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Öle und sekundären Pflanzenstoffe wirken keimabtötend und entzündungshemmend und können dadurch so manche Erkältungsbeschwerden lindern.

Zusätzlich kann auch Honig Linderung verschaffen und in den Zwiebelsaft oder einen Erkältungstee gerührt werden.

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Es gibt auch verschiedene Kräuter, die in Form eines Teeaufgusses bei Erkältungsbeschwerden helfen können. Bei schleimigem Husten ist zum Beispiel Fencheltee eine gute Wahl. Auch Anis und Spitzwegerich gelten als schleimlösend und werden häufig in Erkältungstees verwendet.

Darüber hinaus kann auch ein Tee mit Thymian helfen, denn er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, antibiotisch und kann festsitzenden Schleim lösen. Ebenso ist Ingwer bekannt für seine entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften.

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Um den Mund- und Rachenraum immer wieder zu befeuchten kannst Du aber auch ab und zu ein Bonbon mit Zucker lutschen. Vor allem Bonbons mit Salbei helfen gegen das Kratzen im Hals, da sich die enthaltenen Schleimstoffe schützend auf die Schleimhäute legen und diese beruhigen können.

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