Alcopops: Die süße Versuchung

Alcopops: Die süße Versuchung -

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Sie sind bunt, sie sind süß, sie sind trendy: Die Softdrinks sind derzeit der Renner auf jeder Party. Aber viele Jugendliche unterschätzen die Gefahr, die in den Mixgetränken schlummert

"Alcopop" ist eine englische Wortschöpfung aus den Worten "alcohole" und "pop". "Pop" übersetzt man in diesem Zusammenhang mit "Limonade". Alcopops sind also fertig abgefüllte Getränke, in denen Limonade mit starken Alkoholika wie Rum oder Wodka vermischt sind. Besonders populär sind in Deutschland "Smirnoff Ice", "Bacardi Rigo" und "Bacardi Breezer".

Dürfen Jugendliche Alcopops überhaupt trinken?

Nein. Das Gesetz erlaubt zwar den Verkauf von Bier oder Wein Jugendliche ab 16 Jahren, aber Alcopops sind Spirituosen und sind für alle unter 18 tabu. Auch wenn sie noch so harmlos schmecken: Rigo und Co. enthalten harten Alkohol, daher ist der Genuss der süßen Verführer - offiziell zumindest - Erwachsenen vorbehalten.

Bunt, aber nicht ungefährlich: Alcopops liegen im Trend

Wie sieht die Realität aus?

Trotz des Verbots können Jugendliche relativ leicht an die begehrten Mixgetränke gelangen. Oftmals stehen sie im Supermarkt neben normalen Erfrischungsgetränken. Die Verbreitung der Alcopops unter Jugendlichen ist nach Ansicht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung "alarmierend": Einer Studie der Zentrale zufolge genehmigt sich fast jeder zweite Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren mindestens einmal pro Monat eines der Mixgetränke, ein Fünftel der Jugendlichen in diesem Alter sogar mindestens dreimal monatlich. Auch jüngere Kinder erliegen der süßen Verführung zunehmend.

Warum sind die Mixgetränke bei Jugendlichen so beliebt?

Verbotene Früchte sind immer die süßesten - bei den Mixgetränken trifft diese Volksweisheit im doppelten Sinne zu. Anders als die meisten anderen alkoholischen Getränke stoßen Smirnoff Ice und Co. Jugendliche nicht durch einen bitteren Geschmack ab, sie könnten glatt als ganz normales Erfrischungsgetränk durchgehen. Den Herstellern von Alcopops wird außerdem oft vorgeworfen, ihren Produkten bewusst ein jugendliches Image zu verpassen um auch die junge Käuferschicht anzusprechen, die sie eigentlich gar nicht bedienen dürfte.

Was ist an den Mixgetränken so gefährlich?

In der Regel steckt in einer 0,3-Liter-Flasche knapp sechs Prozent Alkohol. Das ist etwas mehr als in einer ähnlich großen Flasche Bier enthalten ist und entspricht in etwa dem Alkoholgehalt von zwei Gläschen Schnaps. Durch den Zucker und die Kohlensäure gelangt der Alkohol jedoch schneller ins Blut. Das wirkliche Problem an Alcopops ist jedoch, dass man den Alkohol kaum herausschmeckt, weil Zucker und süße Geschmacksstoffe ihn überdecken. Es besteht deshalb die Gefahr, zu schnell zu viel Alkohol zu trinken, ohne dass man gleich merkt, dass man betrunken wird. Gerade für Kinder und Jugendliche, deren Körper Alkohol noch nicht so gut abbauen können, sind Alcopops deshalb besonders problematisch.

Werden Kinder durch Alcopops alkoholabhängig?

Viele Wissenschaftler betrachten die Mixgetränke als gefährliche Einstiegsdroge. Aufgrund der Alcopops kommen Jugendliche heute früher als zuvor mit Alkohol in Berührung und gewöhnen sich deshalb schneller daran. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat herausgefunden, dass die Mehrzahl der jugendlichen Alcopop-Konsumenten normalerweise keinen harten Alkohol trinkt. Viele Wissenschaftler sehen außerdem einen Zusammenhang zwischen dem Alcopops-Boom und dem zunehmenden Hang der Jugendlichen zum Vollrauschtrinken.

Was unternimmt der Gesetzgeber?

Die Bundesregierung bemüht sich, der bedenklichen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Um den Alcopop-Konsum unter Jugendlichen einzudämmen, möchte man dort anzusetzen, wo es ihnen am meisten weh tut: Am Geldbeutel. Zwar sind Alcopops aufgrund der Branntweinsteuer auf Spirituosen schon jetzt teurer als andere alkoholische Getränke, aber noch im Frühjahr will das Kabinett eine Sondersteuer auf die Mixgetränke beschließen. Die Einnahmen sollen für Präventionsmaßnahmen verwendet werden. Darüber hinaus sollen sich die Hersteller verpflichten, die Süßgetränke einheitlich zu kennzeichnen und auf ihren Alkoholgehalt hinweisen. Definitiv ist zwar noch nichts, aber alle zuständigen Ministerien sind sich einig, dass Handlungsbedarf besteht.

Wie haben andere Länder auf den problematischen Trend reagiert?

Die französische Regierung hat bereits im Jahr 1996 eine zusätzliche Steuer auf Alcopops eingeführt, die den Verkaufspreis effektiv verdoppelt hat. Die Schweiz hat zu Beginn dieses Jahres nachgezogen und eine Strafsteuer von umgerechnet etwa einen Euro auf Alcopops erhoben.

Haben diese Maßnahmen geholfen?

Das Ziel, die Getränke für Jugendliche unattraktiv zu machen, wurde in Frankreich erreicht: Der Markt für die süßen Spirituosen ist praktisch zusammengebrochen. Allerdings geben Kritiker zu bedenken, dass sich der Alkoholkonsum durch die Steuer nur auf andere alkoholische Getränke verlagert hat.

Sollte man seinem Kind den Alkoholkonsum verbieten?

Auf jeden Fall sollten Sie Ihrem Kind klar machen, dass Sie regelmäßigen Alkoholkonsum nicht tolerieren. Jugendliche müssen einen behutsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit den Getränken lernen. Deshalb muss man gewisse Grenzen setzen. Wenn sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind zu den Mixgetränken greift, sollten Sie das Gespräch suchen und es auf die Gefahren aufmerksam machen. Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind alkoholische Getränke kaufen oder es bitten, für Sie Alkoholika zu kaufen.

Was können Eltern noch unternehmen?

Eltern sollten darauf achten, Ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden: Das heißt nicht, dass man als Elternteil völlig abstinent sein muss. Auch wer selbst ab und zu Alkohol trinkt, braucht sich nicht scheuen, seinem Kind beim Alkoholkonsum strikte Grenzen aufzuzeigen. Allerdings sollte man seinen Kindern einen maßvollen Umgang mit Alkoholika vorleben. Wenn Sie denken, dass Ihr Kind zuviel trinkt, sollte man fachmännischen Rat beim Arzt oder bei einer Beratungsstelle suchen.

Der Text wurde zuerst veröffentlicht bei elternforfamily.de.

Quelle: GEO.de

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