Trotz Vegan-Label: Produkte können bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten

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Frau Supermarkt

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Auch wenn Produkte mit dem Vegan-Label auf den ersten Blick gesünder erscheinen: Es lohnt sich, genauer hinzuschauen! Schließlich gibt es auch Inhaltsstoffe wie raffinierten Zucker, Palmöl oder Mikroplastik, die zwar vegan sind, aber deswegen noch lange nicht bedenkenlos konsumiert werden sollten.

Damit vegane Produkte auf den ersten Blick zu erkennen sind, tragen viele von ihnen ein Label. Neben dem „V-Label“ und der „Vegan-Blume“ gibt es außerdem das „Vegan-Label“ der „Veganen Gesellschaft Deutschland e.V.“. Mit diesem werden nur vegane Produkte gekennzeichnet, bei denen auch die Verpackung frei von tierischen Inhaltsstoffen ist. Was alle drei Label garantieren, ist die Freiheit von tierischen Bestandteilen. Wofür sie jedoch nicht zwangsläufig stehen, sind gesunde Inhaltsstoffe, die für uns und unsere Umwelt gut sind.

Unser Vertrauen in Labels

Natürlich wäre es praktisch, wenn wir uns blind auf Labels verlassen könnten. Doch was am Ende wirklich zählt, sind die Inhaltsstoffe. Kein Wunder also, dass bei unserer CodeCheck Millennial Umfrage herauskam, dass 58 Prozent der Teilnehmer die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln als wichtigsten Faktor bei der Kaufentscheidung nannten. In Bezug auf Kosmetika waren es sogar 67 Prozent. Deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz wurden aber auch Labels genannt. Diese sind jedoch kein Garant dafür, dass nicht doch schädliche oder ethisch nicht vertretbare Stoffe enthalten sind.

Vegan bedeutet nicht automatisch gesund

Obwohl die vegane Ernährung viele Vorteile mit sich bringt, kommt es noch immer darauf an, was genau wir konsumieren. Denn eine vegane Ernährung bedeutet nicht automatisch, dass diese nur aus Obst und Gemüse besteht. Auch Produkte mit größeren Mengen an zugesetztem Zucker, Salz oder kritischen Zusatzstoffen können mit einem Vegan-Label versehen werden. Darüber hinaus treffen vegane Labels keine Aussage darüber, ob die Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau stammen oder nicht.

Beispiele für vegane Produkte mit hohem Salzgehalt:

Beispiele für vegane Produkte mit hohem Zuckergehalt:

Palmöl in veganen Produkten

Auch Palmöl, das bereits von vielen Menschen bewusst gemieden wird, kann in Produkten mit veganem Label enthalten sein. Das weltweit am meisten verwendete Pflanzenöl ist ein billiger Rohstoff, der viele negative Aspekte mit sich bringt. Für die Palmöl-Produktion werden große Teile des Regenwaldes abgeholzt, wodurch viele Tiere ihren Lebensraum verlieren. Vor allem Orang-Utans sind betroffen und daher stark gefährdet. Auch die schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort sowie ein hoher Einsatz von Chemikalien sollten daher nicht durch den Kauf von Palmöl-Produkten gefördert werden. Vor allem Margarine, Schokoaufstriche und Kekse sind davon betroffen.

Bedenkliche Inhaltsstoffe auch in veganer Kosmetik

Neben Lebensmitteln gibt es auch viele Kosmetikartikel, die inzwischen mit einem Vegan-Label versehen sind. Auch hier gilt allerdings, dass diese Produkte nicht gesünder sein müssen, als andere. Oftmals verstecken sich darin bedenkliche Stoffe, wie Mikroplastik, BHT, Silikone oder Silikon-Ersatzstoffe. Vor allem Produkte, die ein vermeintlich „grünes Image“ präsentieren oder besonders „sanft wirksam“ sein sollen, sind leider oftmals gar nicht so umweltfreundlich und gut zu unserer Haut, wie sie nach außen vorgeben.

Die Jean & Len Handsoap ist als "Vegan" ausgewiesen und wirbt noch dazu mit den Hinweisen: "Ohne Silikone"und "Ohne Parabene". Die Seife enthält allerdings Tenside auf Erdölbasis und Palmöl.

Das Balea Schönheitsgeheimnisse Shampoo Cocos Wasser ist als Veganes Produkt gelistet, enthält aber gleich mehrere bedenkliche Stoffe, darunter verschiedene PEGs, Polyquaternium-10 (Polymer, schlecht abbaubar), Benzophenone (eventuell krebserregend, Verdacht auf hormonelle Wirksamkeit) und Palmöl.

Auch bei folgenden veganen Produkten sind bedenkliche Stoffe enthalten:

Fazit

Es lohnt sich neben den Labels, stets auch auf die einzelnen Inhaltsstoffe eines Produkts zu schauen. Vegan bedeutet zwar frei von tierischen Bestandteilen, ist jedoch nicht zwangsläufig mit Attributen wie gesund oder umweltfreundlich gleichzusetzen. Damit Du Dich nicht durch alle Inhaltsangaben lesen musst, kannst Du mit der CodeCheck-App schnell herauszufinden, ob bedenkliche Stoffe enthalten sind.

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