Palmöl

Was ist Palmöl?

Palmöl bzw. Palmkernöl ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fleisch bzw. den Kernen der Ölpalmfrüchte gewonnen wird. Es ist das billigste und meistverwendete Pflanzenöl weltweit. Dem WWF zufolge, werden auf der Welt jährlich rund 60 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl auf mehr als 17 Millionen Hektar produziert. Das ist fast die halbe Fläche Deutschlands . Deutschland verbraucht jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen Palmöl. Der größte Teil davon geht in Biodiesel (41 %) sowie in Nahrungs- und Futtermittel (40 %) aber auch in Kosmetika oder Wasch- und Reinigungsmittel. Dem WWF zufolge, enthält etwa jedes zweite Supermarktprodukt Palmöl. (Stand 09/2017)

Probleme mit Palmöl

Die weltweit steigende Nachfrage nach Palmöl hat jedoch zur Folge, dass vor allem in Indonesien und Malaysia – beide Länder liefern zusammen etwa 85 Prozent der Weltproduktion – Regenwald- und Torfgebiete massiv zerstört werden. Diese Zerstörung und die großflächig angelegten Monokulturen wirken sich katastrophal auf die Biodiversität, das Klima und nicht zuletzt auf die lokale Bevölkerung aus. Daher entscheidest Du mit dem Einkauf von Margarine, Pizzen, Schokoriegeln, Waschmitteln, Cremes oder Lippenstiften indirekt auch über das Schicksal indigener Völker, bedrohter Arten wie Orang-Utan oder Tiger - und das des Regenwaldes.

Nachhaltiges Palmöl

Palmöl kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn seine Produktion nicht zu Regenwald- und Torflandzerstörung und/oder zu sozialen Konflikten führt. Leider ist der Anteil an wirklich nachhaltigem Palmöl auf dem Markt aber noch sehr klein. Kaum ein Hersteller kann bis dato annähernd 100 Prozent des Palmöls bis zur Plantage zurückverfolgen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist der vom WWF ins Leben gerufene und im wesentlichen von der Industrie getragene RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl). Noch etwas strenger ist die POIG (Palm Oil Innovation Group). Diese setzt sich ebenso wie der RSPO, aus Unternehmen wie den beiden Bio-Palmölproduzenten Daabon und Agropalma und NGO’s wie Greenpeace und dem WWF zusammen. Beide Organisationen versuchen im großen Stil, den Palmölanbau etwas nachhaltiger zu gestalten.

Bio-Palmöl

Allerdings ist das Palmöl der RSPO- oder POIG-Mitglieder nicht unbedingt Bio. Denn die Palmen werden mit Hilfe von Kunstdünger und Pestiziden angebaut. Bio-Palmöl wird nach den Regeln des ökologischen Landbaus erzeugt. Der Anteil von Bio-Palmöl an der Gesamtproduktion ist jedoch noch sehr gering. Es wird fast nur für Lebensmittel, zu einem geringen Teil auch für Naturkosmetik verwendet. In der CodeCheck-App wird Bio-Palmöl anhand von Labels wie Demeter, BDIH oder Cosmos Standard erkannt und ebenso wie nachhaltiges Palmöl grün bewertet.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Palmöl hat nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die menschliche Gesundheit negative Folgen. Die ЕFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) warnt, dass bei der Verarbeitung des Tropenöls krebserregende Substanzen entstehen können: Glycidol und gebundenes Glycidol. Anlass zu möglichen Gesundheitsbedenken besteht demnach für jüngere Altersgruppen bei durchschnittlicher Exposition sowie für sämtliche Altersgruppen bei hoher Exposition.

Deklaration von Palmöl

Seit 2016 müssen in der EU Lebensmittel die Palmöl enthalten entsprechend deklariert werden. Für Kosmetika gibt es aber noch keine Deklarationspflicht. Ausserdem können viele chemischen Rohstoffe wie beispielsweise Fettsäuren, sowohl aus der Ölpalme wie auch aus anderen Pflanzen hergestellt werden. Dies macht es fast unmöglich, den Kauf von Palmölprodukten ganz zu vermeiden.

Palmöl erkennen mit CodeCheck!

Palmöl in Produkten ist nicht immer erkennbar. Es kann sich hinter diversen Bezeichnungen wie z. B. "Hydrogenated Palm Glycerides" oder "Cetyl Palmitate" verstecken. Palm- oder Palmkernöl kann durch aufwendige chemische Umwandlungsprozesse verändert werden. Dabei entstehen sogenannte Derivate, die beispielsweise als Tenside oder Emulgatoren in Kosmetika und Reinigungsmitteln eingesetzt werden. Dabei ist nicht immer klar, ob es solche Derivate wirklich aus Palmöl gewonnen wurden, oder nicht. Hier fehlen klare Bestimmungen. Bis dahin kann CodeCheck solche Inhaltsstoffe nicht bewerten. Weiterhin ist nicht immer ersichtlich, inwiefern sich Hersteller für einen nachhaltigen Anbau von Palmöl engagieren. Wenn Du Palmöl der Umwelt zuliebe oder aus gesundheitlichen Gründen meiden möchtest, oder nur Palmöl von durch Organisationen wie Greenpeace oder dem WWF als verantwortungsvoll eingestufte Unternehmen konsumieren willst, zeigt Dir die CodeCheck-App Palmöl in Produkten mit einem Scan des Barcodes binnen von Sekunden an.

CodeCheck vereint Wissen vom WWF und Greenpeace bei Palmöl

Weiterhin zeigt Dir die App, welche Bewertung ein Unternehmen hinsichtlich seiner Bemühungen einen nachhaltigen Anbau von Palmöl zu unterstützen durch Greenpeace oder den WWF erhalten hat.Die Informationen zu den Palmöl-Bestandteilen in Produkten hat CodeCheck mit Unterstützung der beiden Umweltorganisationen zusammengetragen. Daher wird Dir bei jedem Scan eines Produktes mit Palmöl unter anderem die Einschätzung durch die Scorecard des WWF oder die Scorecard von Greenpeace angezeigt.

Datenquellen

Greenpeace | Zürich, Schweiz | Palmöl-Ratgeber

Greenpeace | Hamburg, Deutschland | Cutting Deforestation of the palm oil supply chain, Company

Greenpeace | Zürich, Schweiz | Palmöl-Ratgeber

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