Kinder-Sonnenschutz im Öko-Test

Viele Bestnoten und erstmals keine bedenklichen UV-Filter

03. Juli 2026 von

ÖKO-TEST hat 22 Kindersonnenschutzmittel mit LSF 50 und 50+ untersucht. Die gute Nachricht: Erstmals werteten die Tester:innen kein einziges Produkt wegen bedenklicher UV-Filter ab. Die meisten Sonnencremes überzeugen sowohl bei den Inhaltsstoffen als auch beim Lichtschutz. Ganz ohne Kritik kommen jedoch auch die aktuellen Produkte nicht aus.

Sonnenschutz für Kinder bleibt unverzichtbar

Kinderhaut ist besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Sonnenbrände in jungen Jahren erhöhen das Risiko für spätere Hautschäden und Hautkrebs deutlich. Entsprechend groß ist das Interesse vieler Eltern an unabhängigen Tests von Kindersonnencremes.

Für die aktuelle Untersuchung kaufte ÖKO-TEST 22 Kindersonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ ein, darunter fünf zertifizierte Naturkosmetik-Produkte. Erfreulich: Die Ergebnisse fallen deutlich besser aus als noch in früheren Jahren.

Erstmals keine bedenklichen UV-Filter

Sonnencreme für Kinder hat in den vergangenen Jahren für Negativschlagzeilen gesorgt. Gründe waren potenziell hormonwirksame UV-Filter, verbotene Weichmacher und zu niedrige Lichtschutzfaktoren. Diesmal sieht es anders aus. Öko-Test fand in keinem Produkt einen UV-Filter, der zur Abwertung führt. Auch korallenschädliche Filter wie Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen waren nicht im Einsatz. Den Lichtschutzfaktor bestimmt Öko-Test seit 2024 mit einer neuen Labormethode (ISO 23675:2024). Sie misst den Schutz im Reagenzglas, ohne dass eine Testperson dafür einen Sonnenbrand riskieren muss. Bei 20 Produkten passte der gemessene Wert zur Auslobung.

Lediglich eine Sonnenmilch blieb hinter dem ausgelobten Lichtschutz zurück. Das Produkt erreichte zwar weiterhin einen hohen Schutz, unterschritt den für LSF 50+ erforderlichen Wert jedoch deutlich. Deshalb wurde das Testergebnis für den Lichtschutz abgewertet.

Aus Sicht von CodeCheck zeigt das, dass Hersteller zunehmend auf modernere und besser bewertete UV-Filter setzen.

Kritik an Umwelt- und Werbeaussagen

Drei Produkte enthalten laut Deklaration synthetische Polymere. Diese Kunststoffverbindungen gelten als schwer abbaubar, wenn sie in die Umwelt gelangen.

Auch Werbeaussagen nimmt Öko-Test ins Visier. Ein Produkt wirbt mit „korallenfreundlich", enthält aber UV-Filter, die Wasserorganismen schaden können. Bei einem anderen Sensitiv-Produkt kritisieren die Tester:innen die Aussage „Sanft zur Umwelt", da keine weitere Erklärung dazu zu finden ist. Bei zwei bekannten Marken fehlten mehrere Warn- und Anwendungshinweise auf der Verpackung.

Diese Kindersonnencreme enthält kritische Polymere

Verbotener Weichmacher nur noch in Spuren

2024 sorgte der Weichmacher Di-n-hexylphthalat (DnHexP) für Aufsehen. Er gilt als fortpflanzungsgefährdend, und ein Abbauprodukt davon tauchte im Urin von Kindern auf. In Sonnencremes wurden damals bis zu 21 Milligramm pro Kilogramm gemessen. Ab Januar 2027 gilt ein Grenzwert von rund einem Milligramm pro Kilogramm. In diesem Test wurde DnHexP nur noch in einem einzigen Produkt nachgewiesen – deutlich unter dem künftigen Grenzwert. In allen anderen Cremes war der Stoff nicht nachweisbar. Fazit: Die Hersteller halten den Wert heute schon ein, ein Jahr vor der Frist.

Diese Kindersonnencremes erhalten die Note „Sehr gut“

Zu den Testsiegern gehören sowohl Naturkosmetik-Produkte als auch konventionelle Sonnencremes:

Was Eltern beachten sollten

  • Günstig reicht. Sehr guten Schutz gibt es ab 3,45 Euro pro 200 Milliliter, ein hoher Preis sagt nichts über die Qualität.
  • Wer sichergehen will, greift zu einem Produkt mit bestätigtem Lichtschutzfaktor. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt für Kinder mindestens Lichtschutzfaktor 30, besser höher.
  • Sieh Werbeaussagen wie „korallenfreundlich" oder „Sanft zur Umwelt" kritisch.
  • Mit der CodeCheck App kannst du leicht erkennen ob dein Prdoukt Inhaltsstoffe enthält, die bedenklich für die Gesundheit oder Umwelt sind. Einfach die Verpackung deiner Sonnencreme scannen und die Inhaltsstoffe prüfen.

Und denk daran: Sonnencreme ist wichtig – aber nur ein Baustein eines umfassenden Sonnenschutzes. Schatten, Kleidung, Sonnenhut und das Meiden der Mittagssonne schützen Kinder zusätzlich.

Die wichtigsten Tipps für einen optimalen Sonnenschutz

  • Babys im ersten Lebensjahr möglichst keiner direkten Sonne aussetzen.
  • Sonnencreme großzügig und gleichmäßig auftragen.
  • Regelmäßig nachcremen, besonders nach dem Baden.
  • UV-Schutzkleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille nutzen.
  • Kinder während der Mittagszeit möglichst im Schatten spielen lassen.
  • Ausreichend trinken!

Alle Testprodukte, die Testtabelle und das Gesamtergebnis findest du im Detail im ePaper von Öko-Test : Sonnencremes für Kinder im Test: Welche sind unbedenklich?

Weiterführende CodeCheck-Links

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