Tierleidfreie Kosmetik: Darauf solltest Du beim Einkauf achten

Inhaltsstoffe & Tierversuche

Tierleidfreie Kosmetik: Darauf solltest Du beim Einkauf achten - Inhaltsstoffe & Tierversuche

naturkosmetik279105851 Kopie 2

von

Shampoo, Cremes oder Make-up – Kosmetik gehört zu unserem Alltag. Doch nicht alle diese Produkte sind erstens frei von tierischen Inhaltsstoffen und wurden zweitens nicht an Tieren getestet. Wie Du vegane und tierleidfreie Kosmetikprodukte findest, erfährst Du hier.

Beim Begriff „vegan“ denken die meisten sofort an eine Ernährung ohne tierische Inhaltsstoffe: Produkte mit Eiern oder Milch sind beispielsweie tabu. Dies kann gesundheitliche und ethische Gründe haben.

Gerade für Menschen, die aufgrund ihres Mitgefühls für die Tiere vegan leben, heißt das auch in anderen Lebensbereichen darauf zu achten, keine tierischen Produkte zu verwenden, zum Beispiel bei Kosmetik. Dabei muss tierversuchsfreie Kosmetik nicht automatisch frei von tierischen Stoffen sein. Umgekehrt muss es nicht sein, dass Produkte, die frei von tierischen Inhaltstoffen gleichzeitig auch tierversuchsfrei sind.

Tierische Inhaltsstoffe in Kosmetik: Keine Seltenheit

„Neben Karmin aus Schildläusen verwendet die Kosmetikbranche auch viele andere tierische Inhaltsstoffe, wie Milch, Honig oder Talg. Keratin für Shampoos oder Kollagen für Faltencremes werden beispielsweise aus zermahlenen Knochen, Hörnern oder Ähnlichem hergestellt“, erklärt Nils Drixler, Fachreferent gegen Tierversuche bei „PETA“, gegenüber CodeCheck.

Viele dieser Abfälle seinen für die Hersteller schlichtweg günstiger und würden deshalb verwendet. Doch glücklichweise gibt es Alternativen:

Drixler: „Heutzutage stehen der Kosmetikbranche viele synthetische und natürliche Inhaltsstoffe zur Verfügung, die unbedenklich und ausgesprochen wirksam sind. Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Mandelöl, Brennnessel und Rosmarin haben außerdem eine viel positivere Wirkung auf Haut und Haare als zermahlene Abfälle.“

mandel 3

Tierversuchsfreie Kosmetik – Schlupflöcher für Hersteller

Seit 2004 sind Tierversuche für Kosmetikprodukte in der EU verboten, seit 2009 ist es auch nicht mehr erlaubt die einzelnen Inhaltsstoffe von Kosmetika an Tieren getestet wedenrzu testen („Versuchsverbot“) und seit 2009 dürfen auch keine Kosmetika mehr in der EU vermarktet werden, die Tierversuche einschlossen („Vermarktungsverbot“). Auch Tierversuche im Ausland – für Kosmetikprodukte und Inhaltsstoffe – dürfen von Herstellern seitdem nicht mehr in Auftrag gegeben werden. Doch es gibt Schlupflöcher:

Zum einen gilt das 2013 verabschiedete umfassende Verkaufsverbot von Kosmetika, die an Tieren getestet wurde, auch nur für Kosmetika, die nach dem Gesetz auf den Markt kam. Kosmetik, die bis 2013 an Tieren getestet wurde, steht weiterhin ind en Regalen.

Zum anderen sind Tierversuche bei Produkten, die unter das Chemikaliengesetz fallen – wie beispielsweise Waschmittel, Reinigungsmittel oder Wandfarbe – weiterhin erlaubt. Und diese Inhaltsstoffe finden sich natürlich auch oftmals in Kosmetika wieder. Eine Schätzung der Anzahl an Tierversuchen ist laut Nils Drixler schwierig, es liegen keine offiziellen Zahlen vor. „Unsere Partnerorganisation PETAUK hat alleine die Anzahl an Tierversuchen für das EU-Chemikalientestprogramm REACH auf über eine Million berechnet“, so Drixler.

Weiter beschränkt sich das Tierversuchsverbot zudem nur auf den europäischen Markt. „Beispielsweise sind Tierversuche für Kosmetik auf dem chinesischen Markt vorgeschrieben und in einigen Ländern nach wie vor erlaubt. Exportiert ein Unternehmen in diese Länder, kann nicht die Rede von einer tierversuchsfreien Unternehmenspolitik sein“, mahnt der „PETA“-Fachreferent.

Tierversuchsfreie Kosmetik-Maus

So erkennst Du tierleidfreie Kosmetik

Bei der Wahl von tierleidfreier Kosmetik solltest Du auf Label achten.

veganblumeEines davon ist die Vegan-Blume der „Vegan Society England“. Trägt ein Produkt dieses Label sind jegliche tierische Inhaltsstoffe verboten. Auch Tierversuche dürfen nicht durchgeführt werden.

Den Herstellern ist es allerdings nicht verboten in andere Länder, wie beispielsweise China zu verkaufen.

the leaping bunnyEin weiteres Label ist der „Springende Hase“ („Leaping Bunny“) oder auch „Human Cosmetic Standard“ von einem internationalen Verbund verschiedener Tierschutzorganisationen.

Die Hersteller dürfen keine Tierversuche durchführen oder mit Unternehmen, die diese in Auftrag geben zusammenarbeiten. Bestandteile von gequälten oder toten Tieren sind ebenfalls verboten.

BDIHAuch Naturkosmetik ist nicht immer vegan. Hier kannst Du Dich an den oben genannten Siegeln orientieren. Das „BDIH-Siegel“ verbietet Tierversuche und Inhaltsstoffe von toten Tieren. Andere tierische Inhaltsstoffe wie Honig oder Milch sind erlaubt. Produkte die das „BDIH-Label“ tragen sind also nicht immer vegan. Bei Unsicherheiten kannst Du auch eine Anfrage an den Produzenten stellen.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

0/5 0 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

make-up
Pinselbürsten aus Tierhaaren –
tierversuche
„Amniotic fluid“, „Glycerin“ oder „E120. –
kosmetik
Vegan, fairtrade, bio –

UmweltBank

Sparschweine-im-Gras 650x286- - Florian Schultz (1)
Anzeige

Wie Du mit kluger Geldanlage die Umwelt schützen kannst

Die Umwelt schonen und nachhaltig Leben – das wollen immer mehr Menschen. Im Alltag kaufen viele daher regionale Bio-Produkte ein oder steigen auf Ökostrom um. Doch damit hört ein umweltfreundlicher Lebensstil nicht auf. Wusstest Du, dass Du auch Dein Geld nachhaltig und ökologisch sinnvoll anlegen kannst?

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Pack an!

müll

So geht’s: Per App ganz einfach Gewässer retten

Unsere Gewässer von Müll zu befreien ist jetzt noch einfacher. Mit der Gewässerretter-App des NABU können Müllfunde gemeldet und eigene Sammelaktionen gestartet werden. So wurden allein im letzten Jahr 10.000 Kilogramm Müll aus deutschen Gewässern entfernt – und so kannst Du mitmachen.

Braucht meine Waschmaschine das?

waschmmaschine

Wasserenthärter: Sinnvoll oder umweltschädliche Marketingstrategie?

Vor den hiesigen Waschmittelregalen haben wir als Verbraucher die Qual der Wahl: Neben Hygiene- und Weichspülern greifen Kundengerne zu Wasserenthärtern von „Calgon“ & Co. – denn gerade vor kalkhaltigem Wasser lehrt uns die Werbung seit Jahren das Fürchten: Völlig verkalkte Heizstäbe, poröse Rohre und Dichtungen, schmutzige Wäsche und nichts geht mehr. Aber decken sich die Horrorszenarien der Werbewelt wirklich mit der Realität in unseren Waschmaschinen und wie sinnvoll sind die viel beworbenen Entkalker-Tabs?