So geht's auch ohne Shampoo

„No Poo“-Bewegung

So geht's auch ohne Shampoo - „No Poo“-Bewegung

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„No Poo“, kurz für „No Shampoo“, heißt der neue Haartrend aus Amerika der auf konventionelles Shampoo verzichtet. Gewaschen werden die Haare nur mit natürlichen Alternativen – von Haarwaschseifen, über Lavaerde bis hin zu Natron. Was sind die Vorteile und welche Shampoo-Alternative ist besonders gut?

Weshalb auf Shampoo verzichten?

Der Berliner Naturfriser „Stilkamm“ im Prenzlauer Berg kennt sich mit der „No Poo“-Methode aus. Viele Kunden haben konventioneller Haarpflege aus gesundheitlichen Gründen abschgeworen.

„Wir beobachten immer mehr Allergien, es kommen viele Frauen, die über spannende, juckende Kopfhaut klagen, mit extrem porösem, trockenem Haar, das durch ständiges Waschen und zu häufiges Färben nicht mehr frisierbar ist“, erklärt Daniela Wegener von „Stilkamm“ der „Welt“.

Auch die Umwelt leidet unter den Inhaltsstoffen konventioneller Pflegeprodukte, die mit jeder Haarwäsche in den Wasserkreislauf gelangen.

Haare waschen

Weniger ist mehr

Wer sich für „No Poo“ entscheidet, möchte genau solche Probleme hinter sich lassen. Chemikalien wie Sulfate, Paraffinöle, Silikone und Parabene, die in vielen konventionellen Shampoos stecken, bleiben bei den natürlichen Alternativen außen vor.

Zudem wird die Haarpflege zu einer extrem unkomplizierten Angelegenheit: Eine gute Wildschweinborsten-Bürste zur täglichen Reinigung und einmal wöchentlich eine tensidfreie Wäsche genügen, empfiehlt Daniele Wegener.

Durch die schonende Haarwäsche wird die Kopfhaut nicht ausgetrocknet und fettet viel langsamer nach. Deswegen reicht nach einer Übergangsphase tatsächlich eine Haarwäsche pro Woche.

Auch die Umwelt profitiert von natürlich abbaubaren Inhaltsstoffen und weniger Müll, durch die seltenere Haarwäsche und meist ökologischere Verpackungen.

Not looking too shabby for someone who hasn't used shampoo in 18 months 🙈 #nopoo

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Vor- und Nachteile der Shampoo-Alternativen:

Mandy Huth vom Blog „Blanc et Noir - Vegan Beauty Blog“ lebt selbst bereits seit fünf Jahren ohne konventionelles Shampoo. Seit sie auf natürliche Alternativen umgestellt hat, erfreut sie sich einer langen, glänzenden Haarpracht — Beweisbilder gibt es auf ihrem Blog. Sie stellt gängige „No Poo“-Methoden vor und berichtet von ihren Erfahrungen:

No Water/Sebum Only

Diese Untergruppierung der „No Poo“-Bewegung hat Wasser komplett abgeschworen. Die Devise lautet: An mein Haar lasse ich nur Luft. Die körpereigene Talg-Produktion soll sich mit der Zeit von selbst regulieren, hoffen die AnwenderInnen. Mandy vom „Vegan Beauty Blog“ meint: „Toll als Kur, aber in der Übergangszeit sehr aufwändig. Bestimmt nicht für jeden Haartypen das Richtige.“

Annamarie# work #haircut #fringe #organichair #hairsoap #nopoo #stánička

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Reines Wasser

Durch das Waschen mit warmem Wasser soll sich das Sebum, also das Haarfett, gut von den Haaren lösen. „No-Poo“-Expertin Mandy Huth konnte mit reinem Wasser allerdings keine ausreichende Reinigung erzielen.

Natron

Das Allzweckmittel „Natron“ eignet sich auch für die Haarwäsche, da es Öl und Fett löst. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es sich um reines Natron handelt. Backpulver enthält zusätzliche Inhaltsstoffe. Testerin Mandy Huth empfiehlt Natron nicht für die tägliche Haarwäsche, da es auf Dauer die Kopfhaut austrocknen kann. Wichtig ist eine saure Rinse nach dem Waschen, zum Beispiel mit Apfelessig.

Haarseife

Mittlerweile sind zahlreiche Shampooseifen speziell für verschiede Haartypen und Bedürfnisse erhältlich. Auch Klassiker wie Aleppo Seife, oder schwarze Seife eignen sich als Shampooersatz. Damit keine Seife im Haar zurückbleibt empfiehlt die Bloggerin eine saure Rinse. Zu beachten ist, dass das Haar in der Übergangszeit leicht schmierig wirken kann, das gibt sich aber sehr schnell und man wird mit gesundem und vollem Haar belohnt.

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Waschnüsse

Waschnüsse, zum Beispiel die indische Waschnuss Reetha, sind besonders für ölige Haare geeignet, so Mandy Huth. Eine regionale Alternative sind zum Beispiel Kastanien, die sich ebenfalls zum Waschen eignen.

Lavaerde

Wascherden wie Lavaerde (Ghassoul) sind der absolute Favorit der Bloggerin. Die Erde reinigt mechanisch, das heißt sie saugt Dreck und Fett auf und bindet diese. So werden auch sehr fettige Haare zuverlässig und zugleich schonend gereinigt.

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