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Nanopartikel in Lebensmitteln: Welche Folgen haben sie für uns?

Zusatzstoff E 171

Nanopartikel in Lebensmitteln: Welche Folgen haben sie für uns? - Zusatzstoff E 171

Kaugummi

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E 171 beziehungsweise Titandioxid wird zunehmend Lebensmitteln zugesetzt, um ihnen eine weiße Farbe zu verleihen. Immer häufiger wird der Zusatzstoff dabei in Nanoform eingesetzt. Eine aktuelle Studie zeigt erneut einen Zusammenhang zwischen E 171 und schweren Darmentzündungen bis hin zu Darmkrebs. Frankreich hat den Stoff daher nun verboten. Was nehmen wir da eigentlich zu uns?

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Immer mehr Nanopartikel sind im Einsatz - ohne ausreichend erforscht zu sein

E 171 kann praktisch überall enthalten sein. Zuckerguss, Kaugummis, Mayonnaise, Hustenbonbons oder Marshmallows gibt er ihre weiße Farbe. Immer häufiger werden dabei Nanopartikel verwendet. Mindes­tens ein Drittel des in der Nahrung enthaltenen Titandioxids hat einen Teilchendurchmesser von weniger als 100 Nanometer, so das „Ärzteblatt“. Und das, obwohl aussagekräftige Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Nanomaterialien bisher fehlen. Auch das Umweltbundesamt“ (UBA) kritisiert, dass die Risiken für den Menschen bisher nur unzureichend erforscht sind.

Frankreich ist Vorreiter: E 171 ist dort in Lebensmitteln ab 2021 verboten

Frankreich geht nun mit gutem Beispiel voran und verbietet ab Anfang 2020 den Einsatz von E 171 (Titandioxid) in Lebensmitteln. Auf EU-Ebene wird bereits seit Jahren debattiert, ob Titandioxid als gesundheitsgefährdend und möglicherweise krebserregend eingestuft werden sollte. Solange noch keine Einigung besteht, wird der Stoff weiter verwendet.

Doch was sind Nanopartikel eigentlich?

Bei Nanopartikeln handelt es sich um winzige Teilchen (nano = Zwerg, aus dem Griechischen), die mit dem Auge nicht erkennbar sind. Ein Nanometer ist ein milliardstel Meter groß. Im Vergleich zu einem Fußball ist er so groß wie der Fußball im Verhältnis zur Erde, so der „BUND“.

Auch in der Natur kommen Nanopartikel vor - Für Kosmetik z.B. werden sie jedoch künstlich hergestellt

Von Nanopartikeln spricht man meist bis zu einer Größe von 100 Nanometern. Sie sind wasserlöslich und reagieren oft schneller mit anderen Stoffen als der gleiche Stoff in normaler Größe.

In der Natur kommen Nanopartikel zum Beispiel in Vulkanasche vor, meist werden sie jedoch künstlich hergestellt. Sie finden sich in unterschiedlichen Produkten wie Kosmetika, Textilien, Verpackungen und eben auch Lebensmitteln.

Nanopartikel in Lebensmittel: Deshalb werden sie so häufig eingesetzt

Nanopartikel sollen helfen, die Rieselfähigkeit, Farbe und Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verbessern. Nano-Siliziumdioxid kommt unter anderem als Rieselhilfe für pulvrige Nahrungsmittel vor. Aluminiumsilikate werden eingesetzt, um Verklumpungen in Pulvern und Granulaten zu verhindern. Titandioxid beziehungsweise E 171 in Nanoform ist eines der gängigsten Mittel, um bestimmte Lebensmittel zu bleichen oder aufzuhellen.

Wie sieht es in Zukunft aus? “BUND” will Nanopartikel-Einsatz im Auge behalten

Unser Partner „BUND“ vermutet, dass es in Zukunft noch mehr Artikel mit Nanopartikeln geben wird, und hat dafür eine eigene Datenbank (Nanowatch) entwickelt, um Produkte mit Nanopartikeln zu ermitteln.

Nanopartikel und Krebsrisiko: Warum sind sie so bedenklich?

Bisher existieren noch keine eindeutigen Ergebnisse aus Langzeitstudien über die Auswirkungen von Nanopartikeln. Nanopartikel sind daher umstritten.

Das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ und das „Umweltbundesamt“ sehen deutliche Hinweise darauf, dass einige Nanomaterialien im Unterschied zu größeren Partikeln aus demselben Material bei oraler Aufnahme oder Inhalation ein krebserregendes Potenzial besitzen.

Erhöhtes Darmkrebsrisiko: Neue Studien zum Zusatzstoff E 171 in Lebensmitteln

Gerade konnten auch Forscher der University of Sydney School of Medicine belegen, dass Titandioxid die Funktion von Darmbakterien beeinträchtigt, was in entzündlichen Krankheiten oder sogar Krebs resultieren könnte. Laut Studienleiter Wojciech Chrzanowski liefere die Studie zentrale Beweise dafür, dass der Verzehr von Lebensmitteln mit dem Zusatzstoff E 171 sowohl die Darmflora als auch Entzündungswerte im Darm beeinflusst, was zu Leiden wie entzündlichen Darmerkrankungen und Darmkrebs führen kann. Auch eine im Jahr 2017 veröffentlichte Schweizer Studie kam bereits zu dem Ergebnis, dass Nanopartikel aus Titandioxid bei Mäusen akute Darmentzündungen verstärken können.

Nanopartikel im Abwasser - Besteht eine Gefahr für die Umwelt?

Auch über die Auswirkungen auf die Umwelt herrscht noch Unklarheit. Sicher ist jedoch, dass die kleinen Partikel über das Abwasser in die Umwelt gespült werden. Laut „BUND“ wird vermutet, dass Nano-Titandioxid und Nano-Zinkoxid für Algen und Wasserflöhe giftig sind, ohne die unser Ökosystem nicht funktionieren könnte.

Auf Nanopartikel verzichten? Unser Fazit

Solltest Du auf E 171 verzichten? Nach jetzigem Stand der Forschung bleibt Dir das selbst überlassen. Wir von CodeCheck raten definitiv von übermäßigem Verzehr von Lebensmitteln, denen E 171 zugefügt wurde, ab. Besonders dann, wenn Du unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leidest.

Woran erkenne ich Nanopartikel? Kennzeichnungspflicht & CodeCheck-App

Seit Ende 2014 müssen Nanopartikel in Lebensmitteln mit „Nano" im Zutatenverzeichnis gekennzeichnet werden. Allerdings ist nicht klar geregelt, wann es sich um „technisch hergestellte Nanomaterialien" handelt – denn nur diese müssen angegeben werden. Mit der CodeCheck-App erkennst Du deklarierte Nanopartikel und auch den Stoff E 171 mit einem Scan.

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