Nahrungsergänzung Gesund mit Chemie?

Nahrungsergänzung Gesund mit Chemie? -

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Vitaminpillen, Folsäure im Brot, L-Carnitin-Brausetabletten: Welche Nahrungsergänzungen sind gesund, welche sind unnötig – und welche unter Umständen gar schädlich?

In vielen Küchen stehen sie das ganze Jahr über zur täglichen Einnahme parat : Brausetabletten mit Zink, Omega-3-Kapseln, L-Carnitin-Pulver, probiotische Milchdrinks. Wir wollen uns Gutes tun und schlucken Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsergänzungsmittel. Müssen wir das wirklich?

Jein. Grundsätzlich ist der Mensch dazu geschaffen, zu essen. Das klingt banal, ist aber gerade in der Zeit der Diäten gar nicht mehr so selbstverständlich. Wer eine Diät macht, reduziert im harmloseren Fall die Menge seiner Nahrungsaufnahme und damit auch die Menge an Vitalstoffen, die er zu sich nimmt. Im schlimmeren Fall lässt er gewisse Lebensmittel ganz weg und bringt damit die Vitaminzufuhr völlig aus dem Gleichgewicht. «Es reicht nicht, wenn Vegetarier jeden Morgen einen probiotischen Joghurtdrink trinken, auch wenn die Werbung das suggeriert», sagt der ETH-Ernährungsspezialist Rolf Graf.

Der Verdauungsapparat ist, vereinfacht gesagt, ein Schlauch mit vielen Windungen. Auf ihrem Weg vom Mund zur Toilette werden Vitamine und Mineralstoffe zuerst freigesetzt, dann aufgenommen, im Körper verteilt und schliesslich ausgeschieden. An jedem Punkt dieses Ablaufs können Störungen auftreten, und mit zunehmendem Alter wird der Prozess langsamer und unzuverlässiger. Studien belegen, dass bis zu 60 Prozent der betagten Schweizerinnen und Schweizer an irgendeinem ernährungsbedingten Mangel leiden. Am häufigsten fehlen ihnen die Mineralstoffe Eisen, Zink, Kalzium und Magnesium.

Ihre Situation ist paradox: Ältere Menschen haben weniger Hunger als junge und oft keine Lust auf Fleisch. Gleichzeitig absorbiert ihr Darm weniger gut. Sie müssten also, um dieselbe Menge an Mineralstoffen aufzunehmen, sogar mehr essen als junge Leute. Dieses Problem lässt sich häufig nur durch gezielte Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen lösen.

Quelle: Beobachter.ch

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