Nachhaltigkeit im Alltag: Grüner leben für Anfänger

Schritt für Schritt

Nachhaltigkeit im Alltag: Grüner leben für Anfänger - Schritt für Schritt

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Von null auf hundert nachhaltig leben? Das muss gar nicht sein. Am Anfang helfen schon kleine Veränderungen Deinen Alltag grüner zu gestalten – danach kannst Du Schritt für Schritt weiter gehen. Ein Beginner-Guide.

Es kann einen wahnsinnig machen, dieses bewusste Leben: Gefühlt tauchen jeden Tag neue Fettnäpfchen auf, durch die man sich den Nachhaltigkeitsschnitt vermiesen kann: Ist es nicht das Fleisch, dann sind es die Avocados, die pro Frucht etwa 300 Liter Wasser benötigen. Oder die Papiertüten, die doch eigentlich ein guter Ersatz zu Plastik scheinen, die man aber drei bis vier Mal wiederverwenden sollte, damit sie tatsächlich ökologischer als Plastiktüten sind. Oder eben doch das Mikroplastik in der Kosmetik, dass man mit dem Duschen ins Abwasser spült ...

Bei so viel Krux im Detail entsteht schnell ein Gefühl der Machtlosigkeit. Und das führt dazu, dass viele einfach gar nichts tun. Wir sagen: Locker bleiben. Eine radikale Umwälzung des bisherigen Lebensstils ist wohl ebenso selten von dauerhaftem Erfolg gekrönt wie eine strenge Diät. Wenn aber viele Menschen ihr gesundes Mittelmaß finden, kann das schon eine ganze Menge verändern.

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Im Zentrum des Ganzen: Achtsamkeit. Und zwar sowohl im Hinblick auf den Umgang mit der Umwelt als auch mit sich selbst.

Denn ein bisschen mehr „Brauche ich das wirklich?“ und etwas weniger „Ich will alles jetzt sofort“ entmüllt sowohl den Geist als auch den Körper. Das fängt beim Schokomuffin an und geht über den Wochenendausflug nach Mallorca bis hin zu Hose Nummer 20 im eh schon übervollen Kleiderschrank.

Tee entspannt

Damit Du weißt, wo Du starten kannst, haben wir ein paar (erste) Anregungen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag gesammelt.

Fortbewegung: Bus und Bahn statt Billigflüge

Muss man mit dem Flugzeug von München nach Berlin fliegen? Nein! Zieht man die Wartezeit am Flughafen ab, ist die Bahn meist genauso schnell. Und auch noch bequemer. Fliegen ist dem „Umweltbundesamt“ zufolge die klimaschädlichste aller Fortbewegungsarten. Wer darauf verzichten kann, sollte das auch tun!

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Kaffee und Essen in Wegwerfbehältern

In jeder größeren Stadt finden sich überall Cafés, Bäckereien, Schnellimbisse oder Discounter, die Kaffee in Papp- oder Plastikbechern verkaufen – 320.000 Coffee-to-go-Becher landen so stündlich allein in Deutschland im Müll.

In überquellenden Abfalleimern landen sie neben den Styropor-Boxen und Plastiktüten, in denen wir zusätzlich unser meistens ungesundes Essen bekommen, dass wir unterwegs holen.

Deshalb: Warum nicht einfach selbst einen Mehrwegbehälter mitbringen? Das Thekenpersonal befüllt gerne die Becher oder Thermokannen ihrer Kunden. Und statt der Asia-Nudeln in der Plastikbox: Lieber selbst vorkochen und das Essen in Boxen aus Glas oder Edelstahl transportieren.

Abgepackter Salat

Ernährung: Viel Verbesserungspotenzial

Viele unter uns mögen es nicht gerne hören: Aber unser Fleischkonsum ist für etwa 15 Prozent der menschenverursachten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Wenn Du auf Fleisch nicht verzichten magst, dann kannst Du Dich vielleicht damit anfreunden, Deinen Fleischkonsum zu reduzieren und im Supermarktregal nicht zum billigsten Fleisch zu greifen – probier’s mit Bio-Qualität.

Generell sind regionale und saisonale pflanzliche Produkte meist die beste Wahl. Lebensmittel aus Übersee sollten per Schiff transportiert worden sein und idealerweise ebenfalls Bio-Qualität haben.

Und wem beim Gedanken an den Verzicht auf die Nuss-Nugat-Creme mit Palmöl das Herz blutet, der kann vielleicht zumindest an ein paar Tagen pro Woche auf nachhaltigere Alternativen mit Bio-Palmöl oder gar keinem Palmöl zurückgreifen. Es muss nicht immer ganz oder gar nicht sein. Auch kleine Kompromisse können viel bewirken.

Und ganz wichtig: Einmal gekauftes Essen aufessen und Verschwendung vermeiden!

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Körperpflege: Auf Inhaltsstoffe & Verpackung achten

In Shampoos, Duschgels, Lippenstiften, Bodylotion & Co. verstecken sich oftmals Silikone und Mikroplastik.

Beide Stoffe sind nicht oder erst nach langer Zeit im Wasser löslich und gelangen durch unsere Abflüsse direkt ins Abwasser. Mittlerweile lässt sich Mikroplastik selbst im Grundwasser oder Meersalz nachweisen. Check deshalb Deine Kosmetik auf ihre Inhaltsstoffe.

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Auf Plastikflaschen verzichten

Zwar sorgt die 2003 in Deutschland eingeführte Pfandpflicht dafür, dass viele Plastikflaschen nicht einfach weggeworfen, sondern recycelt werden. Doch das macht sie nicht nachhaltiger. Die Flaschen werden mit hohem Energieverbrauch hergestellt und benötigen – sofern sie nicht mit ähnlichem Energieaufwand entsorgt werden – schätzungsweise 500 Jahre, bis sie verrottet sind.

21 Milliarden Einwegflaschen werden in Deutschland jedes Jahr gekauft, die meisten gefüllt mit Mineralwasser.

Glasflaschen mit Getränken von regionalen Anbietern sind da die bessere Lösung. Sie lassen sich bis zu 50-mal neu befüllen. Außerdem kann Glas zu 100 Prozent wiederverwertet werden.

Wasser in Glas- oder Mehrwegflaschen zu kaufen ist dennoch unnütz: In Deutschland kannst Du das Wasser aus der Leitung trinken.

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Du kannst natürlich noch viel mehr tun für ein grüneres Leben:

- auf Palmöl verzichten

- Recyclingpapier benutzen

- in Zero-Waste-Läden einkaufen

- auf Kaffeekapseln verzichten

- zu Ökostrom wechseln

- keine Strohhalme verwenden

- Dich aufs Fahrrad schwingen, statt im Auto zu sitzen

- Menstruationstassen statt Tampons verwenden

- einen Jutebeutel benutzen

- Dein Putzmittel selbst machen

- auf Weichspüler verzichten

Die Liste ist lang. Und nein, Du musst nicht in jeder Hinsicht perfekt sein. Aber fest steht: Wir alle können mit nur kleinen Änderungen in unserem Alltag zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Schritt für Schritt. Womit fängst Du ab heute an?

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