Mikroplastik immer noch nicht verboten – das kannst du machen

Umweltverschmutzung

Mikroplastik immer noch nicht verboten – das kannst du machen - Umweltverschmutzung

Mikroplastik auf Finger

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Länder wie die USA, Kanada oder die Niederlande verbannen Mikroplastik – sowohl aus der Natur als auch aus Kosmetikprodukten. Warum aber setzen Länder wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz nur auf Freiwilligkeit?

Das deutsche Bundesumweltamt definiert Plastikteile mit einer Grösse von weniger als fünf Millimetern als Mikroplastik. Kosmetikhersteller verwenden diese Plastikkügelchen in Produkten wie Duschgels, Peelings und Zahncremes, um mit den Schleif- und Scheuerpartikeln eine bessere Reinigung zu erzielen.

Aber Mikroplastik stammt auch aus anderen Quellen: Im Meer entsorgter und gelandeter Plastikmüll zerfällt über Jahrzehnte, teilweise sogar Jahrhunderte, in mikroskopisch kleine Teilchen. Fischnetze aus Plastik, die im Wasser zurückgelassen werden, sind ebenfalls ein grosses Problem. Viele Textilien, beispielsweise Fleece-Jacken, sind aus Kunststoff - meist aus recycelten PET-Flaschen – hergestellt. Pro Waschgang lösen sich ca. 2.000 Plastikfasern ab, so die Schätzung der Umweltorganisation WWF.

Wie die taz.de berichtet, haben Umweltwissenschaftler der Uni Basel nun in der obersten Schicht des Rheins bis zu 3,9 Millionen Partikel pro Quadratkilometer gefunden. Rechnet man das auf ein Jahr hoch, gelangen auf diesem Weg etwa 10 Tonnen Plastik ins Meer.

Bundesregierungen schlafen

Umweltschützer und Wissenschaftler fordern nun endlich ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika, leider hält die deutsche Bundesregierung davon reichlich wenig. Sie bevorzugt hingegen einen freiwilligen Ausstieg aus der Verwendung gegenüber rechtlichen Regelungen.

Auf dieses gemeinsame Ziel habe sie sich im sogenannten Kosmetikdialog mit der Industrie geeinigt, so die taz.de. Bezüglich weiterer Maßnahmen setze die Bundesregierung auf eine europaweite Regelung.

Mikroplastik in Zahnpasta

Die tägliche Portion Plastik

Mehrere Hundert Kosmetikprodukte bekannter Hersteller enthalten Mikroplastik. So wie Zahnpasta oder Duschgels sind das meist Produkte des täglichen Bedarfs. Konsumenten spülen die umweltbelastenden Stoffe ahnungslos in die Kanalisation. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie der deutsche Chemiker Gerd Liebezeit haben verschiedene Kosmetikartikel untersucht und fanden eine Vielzahl von Produkten, die einen hohen Anteil des Plastiks am Gesamtinhalt erhalten.

Aus dem Badezimmer, frisch auf den Tisch

Normales Plastik wird nach dem Verbrauch verbrannt, Mikroplastik gelangt jedoch aus der Kosmetik direkt in der Kanalisation. Problematisch ist, dass Kläranlagen die Mikropartikel aufgrund der geringen Grösse nicht vollständig zurückhalten können. Ein Teil tritt also in die natürlichen Gewässer über. Auch der für die Düngung von Feldern genutzte Klärschlamm enthält Mikroplastik.

Durch das Aufkommen starker Winde gelangen die Teilchen in die Luft. Sie werden auf die Wiesen und die dort blühenden Blumen getragen. Bienen nehmen das Plastik beim Bestäuben der Pollen auf und transportieren diese in ihren Bienenstock und gelangt direkt in den Honig. Kühe nehmen die Teilchen beim Fressen der Weiden zu sich, weshalb das Mikroplastik folglich in der Milch landet und schliesslich auf unserem Tisch.

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Es gibt Alternativen!

Man muss sich über den übermäßigen Einsatz von Mikroplastik seitens der Industrie vor dem Hintergrund der resultierenden Umweltschäden doch sehr wundern: Es gibt längst genügend natürliche Alternativen! Das sind bspw. Kieselsäure, Leinsamen oder Heilerde, welche die gleiche Wirkung erzielen.

Andere Länder – bessere Sitten

Deutschland könnte sich ein Beispiel an anderen Ländern nehmen. So verabschiedete das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Mitte Dezember einstimmig ein Gesetz, das die Herstellung und den Verkauf von mikroplastikhaltiger Kosmetika verbietet . Man will so die Flüsse, Seen und Meere schützen. Nun kündigen auch Kanada und die Niederlande ein solches Verbot an.

Wir haben es in der Hand

Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten. So können Konsumenten belastete und unerwünschte Produkte einfach im Regalen stehen lassen oder zumindest weitestgehend meiden. Denn auch hier gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage: was nicht gekauft wird, verschwindet langfristig aus den Läden.

Nutze dafür vor oder bei jedem Kauf die Codecheck-App! Einfach den Strichcode scannen und in Sekundenbruchteil wissen, ob ein Produkt Mikroplastik enthält oder nicht.

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