Tierschutz

Kosmetik ohne Tierleid – Ist dies überhaupt möglich?

28. Sept. 2015 von

Zwischen Natur-, tierversuchsfreier- und veganer Kosmetik gibt es entscheidende Unterschiede. Wir klären auf.

Der Verkauf von Kosmetik-Produkten, bei denen Tierversuche durchgeführt wurden, ist seit dem 11. März 2013 in der Europäischen Union verboten. Die kosmetischen Inhaltsstoffe müssen tierversuchsfrei sein. Dies gilt jedoch nicht für Inhaltsstoffe, die beispielsweise für den Duft oder die Farbe verantwortlich sind. Solche fallen unter die Chemikalienrichtlinie, und dort sind Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben.

Einzelne Inhaltsstoffe werden an Tieren getestet

Die Hersteller versuchen mittlerweile transparent zu sein, was das heikle Thema angeht. Auf deren Webseiten kann man viel über die Herstellungsverfahren einzelner Produkte erfahren. Dennoch sind noch lange nicht alle tierversuchsfreien Produkte wirklich frei von Tierversuchen. Das eigentliche Produkt mag zwar nicht an Tieren ausprobiert worden sein, dennoch können einzelne Inhaltsstoffe irgendwann einmal an Tieren getestet worden sein. Ein wichtiges Signal der Hersteller gegen Tierversuche wäre, nur noch Inhaltsstoffe zu verwenden, die bereits zugelassen worden sind. Somit wären neue Tests überflüssig.

Naturkosmetik wird aus pflanzlichen Rohstoffen und Produkten lebender Tiere hergestellt. Sie ist daher nicht vegan. Von Tieren produzierte Stoffe, wie Honig oder Milch, sind erlaubt. Jedoch ist der Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren verboten. Das können tierische Fette, Öle oder Frischzellen sein. Rohstoffe aus wirbellosen Tieren sind dennoch gestattet.

Für die Endprodukte werden keine Tierversuche durchgeführt. Von Lieferanten durchgeführte Tierversuche einzelner Inhaltsstoffe finden für die Zertifizierung jedoch keine Beachtung. Naturkosmetische Produkte werden also aus Rohstoffen bestimmter Tieren hergestellt und sind zum grössten Teil nicht tierversuchsfrei.

Achtung vor dem Begriff „vegan“

Vegan gekennzeichnete Kosmetik enthält keine Inhaltsstoffe aus Tierproduktion. Jedoch ist der Begriff „vegan“ nicht geschützt oder durch den Gesetzgeber klar definiert. Leider können vegane Kosmetika nicht gänzlich ohne Tierversuche hergestellt werden. Auch wenn der gesunde Menschenverstand Tierversuche für ein veganes Produkt ausschließt, bedeutet dies nicht zwangsläufig das selbe für die Marketingabteilungen der Kosmetikunternehmen.

Ob ein Kosmetik-Produkt tierversuchsfrei ist, lässt sich also nicht so einfach erkennen. Die Industrie versucht durch ein angebliches tierfreundliches Image die Kunden zufrieden zu stellen. Doch auch wenn Produkte mit „vegan“ oder „nicht an Tieren getestet“ beworben werden, heisst das noch lange nicht, das nie ein Tier für irgendeinen Inhaltsstoff leiden musste.

PETA's Kosmetikliste klärt auf

PETA nimmt auf ihrer Webseite ausschliesslich Kosmetikhersteller auf, die klare Richtlinien gegen Tierversuche haben. Deren Firmenpolitik muss eindeutig Stellung gegen Tierversuche beziehen. Sie führen keinerlei eigene Tierversuche durch und gewährleisten, dass auch ihre Zulieferer nicht an Tieren testen.

Um wirklich sicher zu sein, dass kein Tier für deine Schönheitsprodukte leiden musste, gehe auf http://kosmetik.peta.de/ informiere dich, und hilf dem Leiden der Tiere ein Ende zu setzten.