Informier dich! Warum du auf Nanopartikel in deiner Kosmetik achten solltest

Sonnencreme, Make-up & Co.: Codecheck zeigt dir, ob Nanopartikel enthalten sind

Informier dich! Warum du auf Nanopartikel in deiner Kosmetik achten solltest - Sonnencreme, Make-up & Co.: Codecheck zeigt dir, ob Nanopartikel enthalten sind

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Nicht nur Sonnencremes beinhalten Nanopartikel. Die winzig kleinen Teilchen finden sich auch in Make-up und Nagellack oder lassen Mascara & Kajal besser haften. Doch was sind Nanopartikel überhaupt, und welche Risiken sind mit ihrem Einsatz verbunden? Codecheck informiert & macht Nanopartikel mit der App für Konsumenten sichtbar.

Tausendfach kleiner als ein menschliches Haar

„Nano“ kommt vom griechischen Wort für „Zwerg“. Die Partikel sind nur 1 bis 100 Nanometer klein – der Durchmesser eines menschlichen Haares beträgt ungefähr 90.000 Nanometer. Selbstverständlich sind sie damit für das menschliche Auge nicht sichtbar. Das Besondere an ihnen: Durch ihre winzige Größe haben die Nanopartikel eine sehr große Oberfläche und damit andere Eigenschaften als größere Partikel des gleichen Elements.

Nanopartikel aus Silber z.B. wirken antibakteriell und werden in Kleidung verarbeitet. Nanoteilchen aus Titandioxid oder Zinkoxid bilden einen effektiven Sonnenschutz: Die winzigen Partikel bilden auf der Haut einen komplett transparenten Spiegel, der große Teile des Sonnenlichts reflektiert. Und in Anti-Falten-Cremes sollen sie die freien Radikale binden.

Nano in Sonnencreme - Kind einschmieren

Und bereits die alten Ägypter schminkten sich mit schwarzer Farbe. Der von Frauen wie Cleopatra benutzte Kohl-Kajal bestand vor allem aus Ruß. Aber der Ruß ist heute synthetisch und wird in Form von Nanopartikeln verarbeitet. Wir kennen den Nano-Ruß als „Carbon Black“ (Nano).

kajal

Sogar in Lebensmitteln werden die Partikel eingesetzt, weil sich die Speisen auf diese Weise länger haltbar machen lassen oder länger gut aussehen. In Autolacken und Wandfarben sorgen sie für strahlende Farben. Und in der Medizin arbeiten Forscher daran, Medikamente in Form von Nanopartikeln gezielt in den Körper einbringen zu können. In ein paar Jahren, so sind sich die Wissenschaftler sicher, geht nichts mehr an den Kleinstpartikeln vorbei. Nanotechnologie gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Aber wie sicher sind die Nanoteilchen für die Gesundheit und die Umwelt?

Gesundheit: Risikobewertung hinkt Forschung hinterher

„Es ist einfach nicht klar abzuschätzen, welche Auswirkungen Nanopartikel zum Beispiel in Bezug auf verletzte Hautstellen haben. Die Einschätzungen zur Sicherheit von kosmetischen Inhaltsstoffen, welche Nanopartikel enthalten, beziehen sich meist nur auf die Verwendung bei gesunder Haut“, warnt Vanessa Dilg, wissenschaftliche Leiterin bei Codecheck.

Kurz: Wie sich Nanopartikel – die durch geschädigte, aufgekratzte oder gereizte Haut in den Körper eindringen – auf den Organismus auswirken, ist also bis heute vollkommen unklar.

Der BUND informiert jedoch darüber, dass bestimmte Nanopartikel giftig wirken können: In Laborversuchen verursachten sie Schädigungen an Erbgut und Organen oder provozierten Entzündungen, die möglicherweise zu Tumoren führen.

Umweltauswirkungen

Ebenso unklar ist, wie sich die Nanopartikel auf unsere Umwelt auswirken. Aktuell analysieren Forscher die Ablagerungen von Nanopartikeln im Sediment von Gewässern und Meeren – hier setzen sich die Kleinstteilchen ab und bedrohen dort lebende Organismen.

Unter anderem deshalb fordert der BUND mehr Geld für die Risikoforschung, und ein Verbot des Einsatzes von Nanopartikeln in verbrauchernahen und umweltoffenen Produkten – solchen also, mit denen wir oder unsere Umwelt in direktem Kontakt stehen. Bis vollständig geklärt ist, ob die Partikel uns schaden.

Wir als Verbraucher sollten den eigenen Nutzen gegen das mögliche Risiko abwägen. Sonnenschutz mit Nanopartikeln kann als sinnvoll angesehen werden, weil er effektiv Hautkrebs verhindert. Vielleicht lässt sich dafür auf die „Carbon Black“-Wimperntusche getrost verzichten. Die gute Nachricht hierzu: Seit Mitte 2013 müssen Nanopartikel in Kosmetik als solche deklariert werden. Wir können uns also über die Inhaltsstoffe informieren – und dann selbst entscheiden, ob es das wert ist. Codecheck hat dazu nun eine eigene Filterfunktion!

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