In Duschgel, Shampoo und Creme: Problemstoff Methylisothiazolinon

Teilweise verboten

In Duschgel, Shampoo und Creme: Problemstoff Methylisothiazolinon - Teilweise verboten

Creme Haut

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Du kaufst bewusst ein und versuchst, bedenkliche Inhaltsstoffe zu vermeiden? Du machst einen großen Bogen um aluminiumhaltiges Deo, Shampoo mit Silikonen oder Cremes mit Parabenen? Auch die Hersteller haben diesen Trend erkannt und werben mit Versprechen wie „frei von Duftstoffen“ oder “ohne Silikone”. Jedoch sind viele weitere bedenkliche Inhaltsstoffe im Umlauf, deren Namen Du kennen solltest: zum Beispiel Methylisothiazolinon.

Was ist Methylisothiazolinon?

Bei Methylisothiazolinon handelt es sich um ein Konservierungsmittel. Da es Pilze und Bakterien abtötet, findet es Einsatz in der Kosmetikbranche. Da die früher häufiger eingesetzten Parabene mittlerweile von vielen Verbrauchern gemieden werden, scheint diese Substanz für die Hersteller eine willkommene, wenn auch nicht weniger bedenkliche Alternative darzustellen. Auf der Inhaltsstoffliste erkennst Du es an dem Namen Methylisothiazolinon. Es wird auch mit “MI” oder “MIT” abgekürzt.

Warum ist Methylisothiazolinon bedenklich?

Nach Angaben des „Bundesinstituts für Risikobewertung“ (BfR) ist eine gesundheitliche Gefährdung durch Methylisothiazolinon durchaus möglich, da es potenziell allergieauslösend ist. “Das Risiko einer Allergie ist bei Methylisothiazolinon im Vergleich zu Parabenen sogar bis zu fünfmal höher,” so Dr. Mandy Hecht, Inhaltsstoff-Expertin von CodeCheck. „Anders als bei bestimmten Parabenen ist, bei Methylisothiazolinon jedoch keine hormonelle Wirksamkeit bekannt.”

Seit 2006 ist Methylisothiazolinon als Konservierungsstoff für Cremes und Shampoos im Gebrauch. Wegen der steigenden Zahl allergischer Reaktionen ist der Einsatz seit Februar 2017 in Cremes, Lotionen und weiteren Produkten, die länger auf der Haut bleiben, verboten. Nach wie vor darf die Substanz jedoch in Shampoos, Duschgels, Seifen oder Wasch- und Reinigungsmitteln, die direkt nach der Anwendung wieder abgespült werden, eingesetzt werden.

Doch auch wenn Methylisothiazolinon nicht über einen längeren Zeitraum auf der Haut verbleibt, kann es dennoch schädlich sein. „Problematisch an Methylisothiazolinon ist neben dem hohen Asthma- und Allergiepotenzial auch das mögliche Sensibilisierungspotenzial,“ so Dr. Hecht. „Methylisothiazolinon tötet nicht nur Keime und Bakterien im Cremetiegel, sondern kann in gewissen Mengen und bei längerem Gebrauch die Haut sehr empfindlich gegenüber diesem Inhaltsstoff machen und zur Kontaktdermatitis führen.“

Wo wird Methylisothiazolinon eingesetzt?

Methylisothiazolinon ist in zahlreichen Kosmetikprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Feuchttüchern enthalten.

Diese Shampoos enthalten beispielweise Methylisothiazolinon..

...und diese Duschgele

Ebenso diese Seifen und Spül- beziehungsweise Putzmittel:

Was Du tun kannst

Wenn Du eine Neigung zu Allergien hast, solltest Du auf Methylisothiazolinon verzichten. Ansonsten ist die Entscheidung für einen Verzicht eine, die jeder für sich treffen muss. Die Inhaltsstoffe müssen bei Kosmetik alle gelistet werden. Daher kannst Du ganz einfach überprüfen, ob Deine Produkte Methylisothiazolinon enthalten oder nicht. Noch schneller geht der Scan mit der CodeCheck-App.

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