Aldi, Edeka, Rewe & Co. im Check

Diese Supermärkte missachten Menschenrechte

16. Nov. 2019 von

Ausbeutung, Diskriminierung und Leid, manche deutsche Supermärkte missachten bei den Arbeitsbedingungen und der Herstellung ihrer Waren Arbeits- und Menschenrechte. In einer neuen Studie der Entwicklungshilfeorganisation „Oxfam“ wurden „Aldi“, „Lidl“, „Rewe“ und Co. genauer unter die Lupe genommen, mit mehr als unbefriedigendem Ergebnis. Wir verraten Dir hier außerdem, wie Du Deinen Einkauf in Zukunft nicht nur nachhaltiger, sondern auch sozialer gestalten kannst.

Bio, Fairtrade und regionale Lebensmittel, Supermärkte legen bei ihrem Warensortiment immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit. Mit der Einhaltung von Menschenrechten bei der Produktion ihrer Lebensmittel sieht es jedoch anders aus. Auf den Schutz von Arbeitern, insbesondere der Frauen, sowie von Zulieferern wird in den globalen Lieferketten der meisten Supermärkte nicht geachtet.

Transparenz und Arbeitsrechte im Fokus

Die Organisation „Oxfam“ analysierte zum zweiten Mal Supermärkte in Deutschland, Großbritannien, den USA und den Niederlanden bezüglich ihres Umgangs mit Menschenrechten. Vier Kategorien bildeten dafür die Grundlage: Transparenz, Rechte von Arbeitern, Umgang mit Kleinbauern und Frauenrechte. „Oxfam“ orientierte sich dabei an den Leitprinzipien der „UNO“ für Wirtschaft und Menschenrechte. Eine Überprüfung der tatsächlichen Praxis sowie vor Ort in den produzierenden Ländern fand jedoch nicht statt.

Aldi Süd punktet, Edeka schneidet am schlechtesten ab

Im Supermarkt-Check von „Oxfam“ belegen die deutschen Supermärkte folgende Plätze:

  1. Aldi Süd
  2. Rewe
  3. Lidl
  4. Aldi
  5. Edeka

Den größten Fortschritt im Vergleich zum letzten Jahr machte „Aldi Süd“ und erreichte 19 von möglichen 100 Prozent. Im Jahr davor war es gerade einmal ein Prozent. Zwei Maßnahmen wirkten sich positiv auf die Bewertung aus. Zum einen machte der Discounter kürzlich eine Risikoanalyse zu Menschenrechtsverletzungen seiner Produkte öffentlich, zum anderen wurde auf Führungsebene ein Menschenrechtsbeauftragter engagiert.

Bildschirmfoto Oxfam Studie (neu)
Oxfam

Quelle: Oxfam erstellt mit Datawrapper

Auch „Lidl“ (9 Prozent) und „Rewe“ (13 Prozent) verbesserten sich etwas und liegen international im Mittelfeld. „Edeka“ schnitt mit einem Prozent am schlechtesten ab.

Internationaler Gewinner war Tesco

Weltweit überzeugten die niederländischen Supermarktketten „Albert Heijn“ und „Jumbo“, die sich im Frühjahr zur Offenlegung ihrer direkten Zulieferer verpflichteten. Ganz vorn positionierten sich die Supermärkte „Tesco“ und „Walmart“, wobei der bestplatzierte „Tesco“ nur 38 von 100 Prozent erreichte. In Schulnoten gerechnet, würde selbst „Aldi“ mit mangelhaft bewertet werden.

Es ist noch ein langer Weg

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich zwar ein Fortschritt, die Werte sind jedoch längst noch nicht akzeptabel. Alle Supermärkte müssten mehr auf Fair-Trade-Produkte und die Unterstützung von Kleinbauern achten. Zudem ist es an der Zeit, dass die Lieferanten, Arbeitsbedingungen und Löhne in den Produktionsländern offengelegt werden und die Lieferketten zurückverfolgt werden können. Auch die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften sollte zunehmen. Keiner der deutschen Supermärkte lässt sich bis dato hier in die Karten schauen.

Mit diesen Tipps gestaltest Du Deinen Einkauf nachhaltiger

Supermärkte glänzen nicht gerade in Sachen Nachhaltigkeit. Dies bestätigt auch die erwähnte Studie. Mit diesen Tipps kannst Du Deinen Einkauf besser gestalten oder auf alternativen Plattformen nachhaltige Angebote nutzen:

  1. Wähle generell mehr Produkte mit Bio- und/ oder FairTrade-Siegel.
  2. Unterstütze mit Deinem Kauf kleinere Märkte und Geschäfte wie Unverpackt-Läden.
  3. Kaufe frisches Obst und Gemüse auf dem Markt.
  4. Achte auf regionale Herkunft (bestelle regionale Produkte bei „Marktschwärmer“ oder hole sie bei den Erzeugern persönlich ab).
  5. Beziehe dein Obst und Gemüse über Biokisten (z. B. „Märkische Kiste“, „Biodirekt“, „Etepetete“ oder „Ökokiste“).

Weiterführende Links:

- Studie von Oxfam

- Seite von Marktschwärmer

- Seite der Märkischen Kiste

- Seite von Etepetete

- Liste Unverpackt-Läden in Deutschland