Dafür steht das „​Natrue“-Label

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Dafür steht das „​Natrue“-Label - Siegel-Guide

Natrue Siegel

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Nicht nur neuerdings bei Aldi Süd, sondern auch in zahlreichen Drogerien stehen Kosmetikprodukte, die mit dem „Natrue“-Label ausgezeichnet sind. Mit mehr als 5.000 zertifizierten Produkten ist es recht weit verbreitet. Doch wofür steht das charakteristische Konterfei eigentlich?

Der internationale Non-Profit Verband „Natrue“ hat seinen Hauptsitz in Brüssel. Gegründet wurde er von europäischen Naturkosmetikherstellern wie „Lavera“, „Dr. Hauschka“ oder „Weleda“. Ziel des Verbands ist es, „Natur- und Biokosmetik im Sinne der Verbraucher weltweit zu fördern und zu schützen“.

Dafür sollen hochwertige und naturbelassene Rohstoffe eingesetzt, die gesundheitlichen Gefahren durch Kosmetika eingeschränkt und die Umwelt geschont werden. Geprüft werden die Produkte vor Vergabe des Labels durch unabhängige Zertifizierungsstellen. Dabei werden die erlaubten Inhaltsstoffe in drei verschiedene Kategorien eingeteilt.

Kategorisierung von Inhaltsstoffen

  • Naturstoffe. Diese müssen aus der Natur stammen und chemisch unverändert sein. Dazu zählen Stoffe pflanzlichen, anorganisch-mineralischen oder tierischen Ursprungs, die nur durch physikalische oder enzymatisch/mikrobiologische Verfahren gewonnen werden.
  • Naturnahe Stoffe. Diese müssen aus Naturstoffen gewonnen werden. Für die Gewinnung sind nur spezielle, genau definierte Verfahren erlaubt. Zum Beispiel chemische Reaktionen und biotechnologische Verfahren.
  • Naturidentische Stoffe. Bei diesen handelt es sich um Konservierungsstoffe, anorganische Pigmente oder Mineralien.

Naturkosmetik-Erzeugnisse werden in verschiedene Produktgruppen eingeteilt (zum Beispiel dekorative Kosmetik mit Wasser oder Emulsionen und Gele zur Hautpflege). Je nach Gruppe sind dabei unterschiedliche Maximalgehalte an Naturstoffen vorgegeben. Eine Einschränkung der Menge an naturidentischen Stoffen gibt es dabei allerdings nicht.

creme

Qualitätsstufen

Unterschieden wird außerdem zwischen den drei Qualitätsstufen​ Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil und Biokosmetik. Für jede Stufe sind die Mindestgehalte an Naturstoffen und die Höchstgehalte an naturnahen Rohstoffen sowie der Bioanteil exakt geregelt, die durch die Kategorisierung festgelegt wurden. Bei der Naturkosmetik mit Bioanteil müssen mindestens 70 Prozent der Naturstoffe und naturnahen Stoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Bei der höchsten Qualitätsstufe Biokosmetik sind 95 Prozent vorgeschrieben. Auch Trägermaterialien, wie Tücher und Pads, müssen diese Anforderungen erfüllen und aus erneuerbaren Rohstoffen gefertigt sein. Künstliche Inhaltsstoffe, wie Erdöle und Silikone, sind generell in keiner Kategorie zugelassen.

„Natrue“-zertifizierte Produkte sind tierversuchsfrei, da Tierversuche gegen die ethischen Vorstellungen und Werte von „Natrue“ verstoßen. Tierische Stoffe dürfen außerdem nur aus toten Wirbeltieren gewonnen werden. Milch, Honig oder Wollwachs sind somit erlaubt. Das bedeuted, „Natrue“-zertifizierte Produkte nicht unbedingt vegan sind.

Neben den Inhaltsstoffen wird auch Wert auf eine ressourcenschonende Verpackung geachtet. Diese sollte möglichst wiederverwertbar sein und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Fazit

Das „Natrue“-Label wird von der „Verbraucher Initiative e.V.“ auf ihrer Website „Label Online“ als ein anspruchsvolles Label bezeichnet und den Verbrauchern empfohlen. Kritisiert wird allerdings, dass auf dem Label nicht erkennbar ist, welcher Stufe das Produkt angehört (Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil oder Biokosmetik). Diese kann nur über einen QR-Code auf dem Produkt ermittelt werden, der auf die Webseite des Herstellers führt. Leider befindet sich allerdings nicht auf jedem Produkt ein solcher Code, was die Transparenz gegenüber dem Verbraucher einschränkt. Die Kontrollen und hohen Standards des „Natrue“-Siegels, machen es jedoch zu einem empfehlenswerten Siegel für Natur- und Biokosmetik.

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