Mineralstoffreicher Snack aus dem Meer

Algenprodukte – gesund und lecker trotz E-Stoffen?

12. März 2018 von

Algen besitzen mit ihrem bunten Cocktail aus wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen eine ganz besonders gesunde Power. Die grünen Unterwasserpflanzen landen deshalb immer häufiger entweder als Snack, Würzmittel oder leckeres alternatives Gemüse auf unseren Tellern. Doch auch hier gilt es genau hinzuschauen: Viele Produkte enthalten zu viel Salz, Zucker oder künstliche Geschmacksverstärker.

Nori, Wakame & Co. als Powersnack

Algen liegen voll im Trend – nicht nur in Sushi findet man die grünen Blätter aus dem Meer, die Supermarktregale strotzen mittlerweile nur so von Algen-Snacks: von Chips über Salate bis hin zu Smoothies.

Und das nicht ohne Grund, der alternative Snack aus dem Meer soll nämlich ganz besonders gesund sein und uns mit vielen wichtigen Mineralstoffen und reichlich Eiweiß versorgen.

Generell ist „Alge“ ein Oberbegriff wie auch Obst und Gemüse, es gibt vermutlich bis zu 500.000 verschiedene Algenarten, womit die Unterwasserpflanze zu den artenreichsten Pflanzengruppen gehört. Knapp 160 Algenarten sind für den Menschen essbar, dazu zählen unteranderem Arame, Dulse, Hijiki, Kombu sowie Nori und Wakame, die wohl bekanntesten Sorten unter den Algen.

Algen sind reich an Mineralien und Vitaminen

Die meisten Algen stammen aus Japan oder der französischen Bretagne, wo sie in Süß- oder Salzwasser auf nährstoffreichen Böden, Pilzen oder Flechten gedeihen.

Toll: Die grünen bis rötlichen Wasserpflanzen sind deshalb meist vollgesogen mit Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen oder Jod. Mineralstoffe machen sogar 7 bis zu 38 Prozent des gesamten Gewichts getrockneter Algen aus.

Neben einem hohen Ballaststoffanteil mit gleichzeitig niedrigem Kohlenhydratgehalt, bieten sie einen gesunden Cocktail aus Vitamin A, Vitamin C und sind eine der wenigen nicht-tierischen Quellen für Vitamin B12, weshalb die grünen Unterwasserpflanzen auch perfekt als Snack für Veganer und Vegetarier geeignet sind. B12 kann der Körper nicht selbst bilden und ist auf die Zufuhr von außen angewiesen – es spielt unter anderem eine wichtige Rolle beim Energiestoffwechsel oder der Hormonproduktion.

Ein exakter Nährstoffgehalt kann allerdings nicht ermittelt werden, da auch variierende Umweltbedingungen, der Erntezeitpunkt oder die Herstellung einen erheblichen Einfluss auf die Qualität des Produktes haben.

Vorteile für Blutdruck und Cholesterinspiegel

Aufgrund all ihrer wertvollen Inhaltsstoffe sollen Algen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen, wie beispielsweise zur Senkung des Cholesterinspiegels und des Blutdrucks beitragen. Bestimmte Studien legen sogar nahe, Algen können Brustkrebs, Entzündungen sowie Fettleibigkeit verringern und die Fruchtbarkeit verbessern. Gerade mal 10 Gramm am Tag sollen bereits ausreichen, um all die Vorteile des Unterwassersnacks zu genießen. Aber leider filtern Algen nicht nur die guten Stoffe aus dem Wasser, das Bundesinstitut für Risikobewertung hat im Rahmen eines Lebensmittelmonitorings 2013 Rückstände von Quecksilber, Cadium und Arsen in Algen gefunden, wodurch eine Belastung für den Verbraucher nicht auszuschließen ist.

Aufpassen beim Salzgehalt!

Natürlicherweise enthalten Algen reichlich Natrium. In Japan ist es deshalb Gang und Gäbe Algen als Salzersatz zu verwenden. Nicht selten findet sich deshalb anstatt eines Salzstreuers, ein mit gemahlenem Nori und Wakame gefüllter Streuer auf japanischen Esstischen. Gemahlene Algen können auch uns als leckeres Würzmittel für selbstgemachte Pasta, Brot, diverse Gemüsegerichte oder Salate dienen.

Aber Achtung, denn Algen können einen sehr hohen Jodgehalt aufweisen – manche Sorten beinhalten sogar 5.000 Milligramm pro Kilogramm, schon kleinere Verzehrmengen von 10 Gramm können so zu einer riskanten Jodaufnahme führen. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ rät deshalb nur auf Produkte mit genauen Jodangaben zurückzugreifen.

Auch Algenprodukte sind nicht frei von E-Nummern

So gesund der Meeressnack auch sein mag, es lohnt sich beim Kauf immer die Zutatenliste gründlich zu checken. Neben vieler natürlich gehaltener Produkte, die zusätzlich nur Sesam- oder Olivenöl enthalten, reihen sich auch viele Produkte mit zugesetztem Zucker, ungesunden Fetten oder künstlichen Geschmacksverstärkern ein.

Wie beispielsweise E635 oder auch Dinatrium-5‘-ribonucleotid, das aus der Spaltung der Nucleinsäure gewonnen wird und in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff für Fertiggerichte, Getränke und Würzmittel verwendet wird.

Zwar wurde für E635 kein ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) festgelegt, vom Verzehr größerer Mengen wird dennoch abgeraten. Vor allem Personen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel sollten den Zusatzstoff meiden, da beim Abbau des Stoffes Harnsäure entsteht.

Gleiches gilt für den aus Ioninsäure hergestellten Stoff E631, welcher sich oft in Seetangsnacks oder Algenchips findet. Er ist als Geschmacksverstärker nur in begrenzten Mengen für Lebensmittel zugelassen und wird teilweise sogar gentechnisch produziert.

Fazit

Generell stellen Algen eine gesunde und natürliche Snackalternative zu Chips und Co dar. Wer auf Jodgehalt und künstliche Zusätze achtet, kann auf jeden Fall von dem sonst so bunten Mineral- und Vitamincocktail profitieren.

Auch in Forschungskreisen wird Algen eine wachsende Rolle in der menschlichen Ernährung zugesprochen. Bereits heute dienen Algenzusätze als Stabilisator, Binde- und Geliermittel. Zudem können die Unterwasserpflanzen sehr günstig und klimafreundlich hergestellt werden.