Glyphosat: Wohl keine Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Muttermilch

Bundesinstitut für Risikobewertung gibt Entwarnung

Glyphosat: Wohl keine Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Muttermilch - Bundesinstitut für Risikobewertung gibt Entwarnung

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Die Verunsicherung war groß, als im letzten Jahr Rückstände von Glyphosat in der Muttermilch von 16 stillenden Frauen gefunden worden seien. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichte nun allerdings neue Forschungsergebnisse und gibt Entwarnung.

Im Juni 2015 haben die Grünen im Bundesgebiet stichprobenartig Muttermilch auf Belastungen testen lassen – und das beauftragte Labor wies in jeder Probe geringe Mengen des Unkrautbekämpfungsmittels nach. Da Glyphosat im Verdacht steht, Embryonen zu schädigen und Krebs auszulösen, forderten einige Politiker und Gesundheitsexperten Konsequenzen bis hin zum kompletten Verbot des Pestizids.

Gefahr für Säuglinge?

Schon damals hat das BfR Bedenken an der Zuverlässigkeit der Tests geäußert. Vor allem die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Glyphosat weckten bei den Wissenschaftlern Zweifel an den Resultaten, denn sie ließen einen Übergang des Wirkstoffes in die Muttermilch eigentlich gar nicht zu. Daher hat die BfR ihrerseits eine Studie gestartet und 114 Muttermilchproben aus Niedersachsen und Bayern von zwei unabhängigen Forschungslaboren untersuchen lassen.

Wohl keine Giftstoffe nachweisbar

Das Ergebnis der Untersuchung entspricht den Erwartungen des BfR: Glyphosat ist in keiner Probe nachgewiesen worden, obwohl die angewandten Analyseverfahren Messungen im Bereich von bis zu einem Milliardstel Gramm pro Milliliter ermöglichten. Rückstände des Stoffs könnten zwar mit der Nahrung in den Körper gelangen. Doch Glyphosat „wird nicht im Körper gespeichert und auch nicht über die Muttermilch abgegeben“, zitiert das Ratgeberportal Baby-und-familie.de Dr. Roland Solecki vom BfR. Ohnehin sollen die in der Landwirtschaft genutzten Konzentrationen des Mittels laut Solecki „nicht fruchtschädigend“ sein.

Stillen immer noch die das Beste für Babys

Die 114 teilnehmenden Frauen hatten freiwillig ihre Muttermilch gespendet und wurden nicht nach einem Stichprobenverfahren zufällig ausgewählt. Aus diesem Grund ist die Studie aus wissenschaftlicher Sicht nicht repräsentativ.

Dennoch empfiehlt das BfR sowie die angegliederte Nationale Stillkommission, sich nicht verunsichern zu lassen und Babys weiterhin zu stillen. Muttermilch ist „nach wie vor die natürliche und damit beste Nahrung für Säuglinge“, urteilt das Institut abschießend.

Praktische Empfehlungen sowie Infomaterial zum Thema findest du zum Beispiel über das Portal der Stillkommission oder auf der Webseite Kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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