„Ewige Chemikalien“

PFAS: Kommt das Verbot der giftigen Inhaltsstoffe?

29. März 2023 von

Sie sind in vielen Alltagsprodukten wie Lebensmittel, To-go-Verpackungen oder Kosmetikartikeln enthalten und reichern sich sowohl in der Umwelt als auch im menschlichen Körper an: die sogenannten „ewigen Gifte“ PFAS. Einige PFAS sind in der Europäischen Union (EU) bereits nicht mehr erlaubt. Fünf EU-Länder - darunter Deutschland - fordern aktuell jedoch ein Verbot aller PFAS. Folgende Fakten solltest du über diese bedenklichen Substanzen wissen.

Was sind PFAS?

Die Abkürzung PFAS steht für „per- und polyfluorierte Industriechemikalien“ (per- and polyfluorinated alkyl substances), eine Stoffgruppe mit über 10.000 verschiedenen Arten. Da PFAS wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie sehr stabil sind, finden sie in verschiedenen Produkten des Alltags Verwendung. So sind sie unter anderem in Kosmetika, Outdoorkleidung, antihaftbeschichtetem Geschirr, Take-away-Verpackungen sowie in Pflanzenschutzmitteln oder Feuerlöschschäumen enthalten. Menschen nehmen PFAS in den meisten Fällen über Lebensmittel und Trinkwasser auf.

PFAS verseuchen Böden und wirken gesundheitsschädlich

Für die Umwelt sind PFAS problematisch, da sie sich über die Luft und über das Wasser sehr schnell in der Umwelt verteilen, extrem langlebig sowie nicht abbaubar sind und sich in Organismen immer weiter anreichern. Die derzeitige Forschung zu PFAS ist zwar bisher begrenzt, doch konnten bei bestimmten PFAS gesundheitsschädliche Wirkungen vor allem auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachgewiesen werden. Außerdem werden gesundheitliche Probleme wie Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Fruchtbarkeitsstörungen und sogar Krebs mit der Stoffgruppe in Verbindung gebracht.

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stuft daher mehrere Stoffe der PFAS-Gruppe als besonders besorgniserregend ein (SVHC = Substances of Very High Concern). Einige dieser sogenannten Ewigkeitschemikalien wurden in den letzten Jahren bereits reguliert. Fünf Ländern der EU - darunter Deutschland - geht dies jedoch nicht weit genug. Sie setzen sich derzeit für ein grundlegendes Verbot der PFAS-Stoffgruppe ein.

Auch über Kosmetika gelangen PFAS in den Körper

CodeCheck beschäftigt sich bereits seit Langem mit den sogenannten „Forever Chemicals“. Auch wir bewerten PFAS als sehr bedenklich (rot) und raten dir daher vom Kauf von Lebensmitteln und Kosmetik ab, die diese kritischen Stoffe enthalten. Den Auswertungen unserer Tests zufolge kommen PFAS in Kosmetik am häufigsten in Make-up sowie Gesichtsmasken und -cremes vor. Sie finden darin Verwendung, um die Haltbarkeit und Wasserbeständigkeit zu erhöhen. Bedenklich an PFAS in Kosmetik ist, dass sie die Hautbarriere überwinden, somit in deinen Körper eindringen und sich dort anreichern können, wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) mit Perfluoroctansäure (PFOA) in Sonnencreme beweist. Darin konnte gezeigt werden, dass PFOA im Organismus eine Halbwertszeit von schätzungsweise 1,8 Jahren besitzt. Nach dieser Zeit wird lediglich die Hälfte davon ausgeschieden.

Belastung mit PFAS nimmt weiter ab

Erfreulich ist, dass die Belastung des menschlichen Körpers mit PFAS in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Zu diesem Ergebnis kommen die Analysen der Umweltprobenbank des Bundes. Auch wir von CodeCheck können dies bestätigen. Laut unserer Datenbankabfrage kommen die Substanzen nur noch in einem Prozent der Kosmetikprodukte vor - mit abnehmender Tendenz, was vor allem das EU-Verbot von vielen PFAS in Kosmetik bewirkte. Importierte Waren können jedoch immer noch PFAS beinhalten. Und auch als unbeabsichtigte, unvermeidbare Verunreinigung dürfen sie in der EU in einem Produkt mit bis zu 0,025 Mikrogramm pro Gramm vorkommen und werden in diesen Fällen nicht auf der Liste der Inhaltsstoffe ausgewiesen.

Wir bewerten PFAS als sehr bedenklich und kennzeichnen sie rot. Wenn sie sich als absichtlich hinzugefügte Inhaltsstoffe in deinem Kosmetikprodukt befinden, kannst du sie mit unserer App erkennen. Wenn sie allerdings als unbeabsichtigte Verunreinigungen im Produkt sind, können wir sie leider nicht bewerten. Hier lohnt es sich, beim Hersteller nachzufragen. Zusätzlich garantieren Labels wie Ecocert, Natrue und viele mehr, dass keine gefährlichen Substanzen enthalten sind.

Quellen

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CodeCheck