Warum Du Nüsse vor dem Verzehr einweichen solltest

Ernährung

Warum Du Nüsse vor dem Verzehr einweichen solltest - Ernährung

Mandeln

von

Nüsse soll man vor dem Verzehr einzuweichen. Stimmt das – und wozu soll es gut sein?

Bekannt ist: Nüsse bieten eine geballte Konzentration an Nährstoffen und sind durch die zahlreichen essentiellen Fettsäuren und Eiweiße besonders gesund. Das enthaltene Vitamin B aktiviert außerdem wichtige Stoffwechselprozesse. Beim Kauf von Nüssen solltest Du allerdings auf Bio-Qualität achten, denn konventionelle Nüsse werden beim Anbau meist mit Herbiziden und Insektiziden behandelt. Gesundheitsbedenklich sind zudem die Schwefelung der Nüsse, um sie aufzuhellen, sowie die Begasung mit ozonschädigenden Methylbromid. Letzteres soll die Nüsse während der Transport- und Lagerzeit vor Insekten und Pilzen schützen.

Was weniger bekannt ist: Es wird zunehmend empfohlen, Nüsse vor dem Verzehr einzuweichen und dadurch zu „aktivieren“, damit der Körper die enthaltenen Nährstoffe besser verwerten kann.

nüsseNüsse einweichen, um Enzyme zu aktivieren

In trockenem Zustand sind Nüsse und Mandeln von Mutter Natur quasi natürlich konserviert, damit sie nicht verderben. In diesem Zustand bleiben sie so lange, bis sie in eine feuchte Umgebung kommen, die für ihr Wachstum optimal ist. So enthalten Nüsse und Samen in trockenem Zustand spezielle Enzyme, beispielsweise Phytinsäure, die ihr Wachstum hemmen. Diese werden als Inhibitoren bezeichnet.

Essen wir Nüsse im trockenen Zustand, essen wir auch diese Enzyme mit, was unsere Verdauung erschwert und die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen behindern kann. Das Einweichen macht vor allem für Menschen Sinn, die Nüsse, Samen und Getreide besonders häufig essen.

Was ist Phytinsäure?

Phytinsäure ist eine bioaktive Substanz, die in allen pflanzlichen Samen vorkommt. In Getreidevollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen dient sie als Speicher für Stoffe, wie Phosphat, die der Keimling zum wachsen benötigt. Hauptsächlich wird die Phytinsäure in der Randschicht der Körner eingelagert.

Phytinsäure hat bestimmte Eigenschaften, die dazu führen, dass die mit der Nahrung aufgenommen essentiellen Spurenelemente und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Calcium in Magen und Darm unlöslich gebunden werden. Das bedeutet, dass die Nährstoffe nicht mehr vom Körper aufgenommen und verwertet können, sondern ausgeschieden werden. Bei einer eingeschränkten Nahrungsauswahl, kann dies sogar zu einem Zink- oder Eisenmangel führen.

NüsseZudem blockiert die Phytinsäure die Verdauungsenzyme, die wir zur Verdauung von Eiweiß benötigen. Aus diesem Grund lässt man übrigens auch Getreidegerichte wie Brotteig mehrere Stunden gehen, mit dem Ziel, die Phytinsäure zu spalten und unschädlich zu machen.

Bei einer gemischten, vielseitigen und ausgewogenen Ernährung wird die Eisen- und Zinkversorgung beim Menschen trotz der Aufnahme von Phytinsäure nicht beeinträchtigt. Allerdings sollten Veganer diese Eigenschaft im Hinterkopf behalten und ihre Nüsse am besten immer einweichen, um mit ausreichend Nährstoffen versorgt zu werden.

Was passiert beim Einweichen der Nüsse?

Beim Einweichen der Nüsse beginnt der natürliche Keimprozess, während dem zahlreiche Stoffwechselvorgänge stattfinden. Dadurch werden zum einen die für unsere Gesundheit nicht förderlichen Hemmstoffe wie Phytinsäure abgebaut und zum anderen Nährstoffe freigesetzt.

Nüsse richtig einweichen

Nicht jede Nuss will gleich lange im Wasser liegen! Cashewkerne und Macadamianüsse haben mit etwa zwei Stunden Einweichzeit die kürzeste empfohlene Dauer. Alle anderen Nusssorten sollten etwa acht bis zwölf Stunden eingeweicht werden, am besten über Nacht in ausreichend Wasser.

Nach dem Einweichen solltest Du das Wasser abgießen und die Nüsse mit reichlich kaltem Wasser abspülen. Es ist nicht notwendig, die Nüsse sichtbar keimen zu lassen. Das Einweichen reicht schon aus, um den Prozess der Keimung zu aktivieren und von den freigesetzten Nährstoffen zu profitieren!

CashewWie lange sind eingeweichte Nüsse haltbar?

Aktivierte Nüsse halten sich bis zu einer Woche im Kühlschrank. Am besten isst oder verarbeitest Du die Nüsse aber direkt.

Um die energiespendenden Powerpakete auf Vorrat zu produzieren, gibt es spezielle Dörrofen. Die Nüsse werden darin für 12 bis 24 Stunden getrocknet, bis sie wieder knackig sind. Wenn Du sie nun in einem luftdichten Behälter aufbewahrst, kannst Du sie mehrere Monate lang genießen.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
4.2/5 17 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

brot3
Gegen Lebensmittelverschwendung –
supermarkt
Konsumenten stimmen bei „Verbraucherzentrale Hamburg“ ab –
gingko
Kick fürs Köpfchen –

Fertility-Tracker

PR Ava Moodshot V1.2 04
Anzeige

Mit „Ava“ verstehst Du Deinen Zyklus

Mit „Ava“ beziehungsweise einem Armband und einer App, kannst Du Deine Fruchtbarkeit tracken. Doch das ist noch nicht alles: Das smarte Tool hilft Dir auch, später Deine Schwangerschaft zu überwachen und Deinen Körper generell einfach viel besser kennenzulernen. Wie das genau funktioniert, wer hinter der innovativen Idee steckt und wie Du den Tracker kostengünstig erhältst, erfährst Du hier.

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Schnelle, kreative Rezeptideen

grillen

4 DIY-Saucen für Deinen Grillabend

Fertige Grillsaucen aus dem Supermarkt sind oftmals echte Zuckerfallen und enthalten zu viel Salz, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Ein echtes Geschmackserlebnis sind sie trotzdem selten. Warum also nicht für die nächste Grillparty leckere Dips selbst herstellen? Hier sind vier ausgefallene Kombinationen mit frischen Zutaten.