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Vorsicht, nicht vegan: Etikettenkleber aus Casein

Tierische Inhaltsstoffe bei Verpackungen

Vorsicht, nicht vegan: Etikettenkleber aus Casein - Tierische Inhaltsstoffe bei Verpackungen

Not vegan

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Milch wird pur oder auch in verarbeiteter Form von vielen verzehrt, aber auch von immer mehr Menschen gemieden. Sie wird jedoch nicht nur in Lebensmittelindustrie verwendet– das Milchprotein Casein kommt auch als Kleber zum Einsatz.

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Kein Wunder, dass Guiness auf einmal vegan wird, Pizza Hut eine Pizza mit veganem Käse einführt (zumindest in Großbritannien) und der Hashtag #veganhour regelmäßig auf Twitter trendet: Nicht nur auf Fleisch, sondern insgesamt auf tierische Produkte zu verzichten ist für viele Menschen zum Lebensstil geworden. Schätzungen zufolge gibt es hierzulande rund eine Million Veganer – Tendenz steigend.

Tierische Produkte auch in Chips und auf Etiketten

Tierische Produkte verstecken sich aber natürlich nicht nur in Fleisch- oder Frischmilchprodukten, von denen in Deutschland gut 90 Kilo pro Kopf in Form von Milch, Joghurt oder Käse verspeist werden. Tierische Bestandteile befinden sich in Form von Gelatine oder Milchpulver auch in Wein, Gummibärchen, Cornflakes oder Kartoffelchips. Doch die wenigsten wissen, dass tierische Produkte in Form von Milchproteinen auch auf Etiketten vorkommen können.

Frischmilch enthält Nährstoffe wie Fette, den Milchzucker Lactose, Mineralstoffe oder Proteine. Letztere bestehen bei Kuhmilch zu 20 Prozent aus Molkeproteinen und zu 80 Prozent aus Caseinen. Casein ist hitzebeständig, denaturiert aber sobald es mit Säure in Berührung kommt. Das heißt, sobald es in Berührung mit einer Säure wie z.B. Essig kommt, wird die Struktur des Proteins zerstört und die Milch flockt aus. Die entstandenen Flocken werden als Casein bezeichnet, die gelbliche Flüssigkeit als Molke.

Milchproduktion

Die Nutzung von Casein hat lange Tradition

Die Casein-Flocken werden zu Bindemittel, Leim und Lack weiterverarbeitet. Schon vor dem Mittelalter wurde Caseinleim und Caseinfarbe im Mittelmeerraum und in Vorderasien genutzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde aus Casein der Kunststoff Galalith hergestellt, der für Knöpfe und Schmuck verwendet wurde. Heute findet Casein Einsatz als Leim für Sticker und Etiketten, Fotolacke sowie in der Ätztechnik. Etiketten mit Casein befinden sich übrigens besonders häufig auf Glasflaschen.

Weinflaschen

Wenn man bedenkt, dass Etiketten einst mit Knochenleim verklebt wurden, ist Casein auf jeden Fall ein Fortschritt. Doch viele Menschen wünschen sich heute Produkte, die komplett „tierleidfrei“ sind. Wie kann man diese finden?

Garantiert tierleidfrei verklebt

Es gibt heute zahlreiche Produkte in den Läden, deren Hersteller bewusst auf den Einsatz von Casein verzichten. Das „vegan plus“-Label der veganen Gesellschaft Deutschland steht beispielsweise dafür, dass „das Produkt und seine Verpackung frei von tierischen Inhaltsstoffen, einschließlich aller zusammengesetzten und undeklarierten Zutaten“ sind. Weiterhin gibt es mit „Alnatura“, „Byodo“, „Voelkl“ oder „Weleda“ einige Hersteller, die garantieren, dass die Etiketten ihrer Produkte tierfreundlich verklebt wurden. Hier findest Du die komplette Herstellerliste.

Weiterhin setzten Hersteller veganer Produkte wie z. B. Zwergenwiese auch vermehrt darauf, statt synthetischen Leimen einen Kleber auf Stärkebasis zu nutzen. Dieser ist dann nicht nur vegan, sondern auch noch umweltfreundlich.

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