Vegan bis auf die Haut

Kosmetik

Vegan bis auf die Haut - Kosmetik

vegan kosmetik - frau im rapsfeld

von

Muss man auf Kosmetika verzichten, wenn man vegan lebt? Keineswegs! Es gibt heutzutage immer mehr Produkte, die frei von tierischen Inhaltsstoffen sind. Die Frage ist: Wie erkennt man sie?

Was ist in Kosmetikprodukten alles enthalten? Die Antwort auf diese Frage kann je nach Marke ganz anders ausfallen. Grundsätzlich lässt sich aber Kosmetika heutzutage in drei Gruppen einordnen:

  • Jene, die allerlei künstliche Stoffe enthalten, wie Parabene, Silikone, Paraffine und synthetische Duftstoffe.
  • Naturprodukte, die zwar auf Kunststoffe verzichten, aber sehr wohl Stoffe tierischer Herkunft enthalten, wie zum Beispiel Honig oder Milch.
  • Und zuletzt vegane Kosmetika, die sowohl auf Kunst- wie auch auf tierische Inhaltsprodukte verzichten.

Genauer betrachtet, findet man jedoch zwischen Natur- und vegane Kosmetika einen weiteren — und nicht minderwertigen — Unterschied: Vegane Beauty-Produkte wurden nicht an Tieren erprobt.

Tierversuche machen das Produkt nicht besser

Obwohl eigentlich Tierversuche in Europa seit 1998 verboten sind, werden noch heute Rohstoffe, die in der Kosmetik-Industrie verwendet werden, an Tieren gestestet. Das Brutale daran: Bei den Proben von rund fünf Milliarden Produkten, die jedes Jahr in europäischen Labors durchgeführt werden, verlieren etwa 40 000 Tiere ihr Leben.

Inwiefern Tierversuche bei Kosmetikprodukten erforderlich sind, ist wohl die nächste Frage. Laut der Tierrechtsorganisation Peta überhaupt nicht. Tierversuche seien nicht nur extrem grausam, sondern wegen der zahlreichen anatomischen und physiologischen Unterschiede zwischen Mensch und Tier unwissenschaftlich. Die Ergebnisse seien ausserdem auf den Menschen nicht übertragbar, behauptet Peta.

vegane kosmetik- flieder

90 Prozent der Pflegeprodukte aus dem Supermarkt sind nicht vegan

Vegane Kosmetika also. Entscheidet man sich nun dafür, sollte man zuerst wissen, worauf beim Kauf der Produkte geachtet werden muss. Denn nach Angaben von Peta sind 90 Prozent der Kosmetikprodukte, die in normalen Drogerien oder Supermärkten erhältlich sind, an Tieren erprobt worden.

Eine gute Alternative dafür sind die Online-Shops. Zwei der größten Anbieter veganer Kosmetika sind lust-shop.de und thebodyshop.de. Diese Web-Shops bieten nicht nur ein breites Sortiment an tierversuchsfreier Kosmetik, sondern auch an handgemachten Produkten aus Früchten, Gemüse und ätherischen Ölen.

Diverse Tierschutzgruppierungen wie Peta oder der deutsche Tierschutzverbund geben auf ihren Webseiten die Positivliste der Kosmetikhersteller an, die ohne Tierversuche arbeiten. Die aufgelisteten Marken haben alle schriftlich versichert, keine Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben.

vegane Kosmetik- im Supermarkt

Von Positiv- und Negativlisten

So wie es eine Positivliste gibt, gibt es auch eine Negativliste. Das sind Firmen, die offen deklarieren, ihre Produkte an Tieren testen zu lassen. Die beiden größten Kosmetik-Hersteller auf der Negativliste sind Procter & Gamble und Unilever, welche Produkte wie Cover Girl, Max Factor, Olay oder Dove und Lux vertreiben.

Aber Achtung: Es gibt auch Unternehmen, die ihre Tierversuche zu verschleiern versuchen. Auf den Etiketten sind dann Aussagen wie «dieses Produkt wurde nicht an Tieren getestet» zu lesen — was aber bedeutet, dass die enthaltene Stoffe sehr wohl in Tierexperimenten getestet worden sein könnten. Genau so problematisch ist der Satz: «Dieses Unternehmen testet nicht an Tieren» — denn es lässt sehr wahrscheinlich die Tests durch andere Firmen durchführen.

Wer steht alles auf der Positivliste?

Unter den ersten Marken, die auf vegane Inhaltsstoffe setzten, sind beispielsweise die Alverde-Produkte oder die Pflegelinien der Marken Hagina oder Terra Naturi. Diese Hersteller bieten seit Jahren Pflegeprodukte mit hochwertigen Inhaltsstoffen wie Argan-, Soja- oder Olivenöl, Süssholzwurzelextrakt oder Kakaobutter.

In letzter Zeit springen viele weitere Marken auf den Vegan-Trend. Erst kürzlich ist der Kosmetik-Riese Douglas hinzugestossen mit einer Basislinie von zwölf Pflegeprodukten — von einer Tagescreme bis zur Bodylotion oder einem Reinigungsschaum .

Auf Kosmetik und Körperpflege, die nicht an Tieren erprobt wurden, muss also niemand mehr verzichten. Und eine weitere gute Nachricht: Es kommen ständig neue Firmen und tierfreundliche Produkte hinzu.

Diese Produkte sind 100% vegan:

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
4.4/5 9 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

nägel
Für schöne Hände –
sonne
Strahlende Zeiten für trockene Haut –
Vegetarisch kochen
Studie zeigt –

Gesunde Alternativen

Joghurt

Diese Joghurts sind keine Zuckerfalle

Während dem Fettgehalt von Joghurts vermehrt Beachtung geschenkt wird, überprüfen die wenigsten den darin enthaltenen Zuckeranteil. Bis zu elf Zuckerstücke und damit die Hälfte der Tagesmenge für Erwachsene können jedoch in nur einem Becher Joghurt versteckt sein. Mit welchen Joghurts Du nicht in eine Zuckerfalle tappst und warum Bio-Varianten nicht besser sind, wir verraten es Dir.

Synthetische Poylmere auf unserer Haut

Makeup Mikroplastik

Diese 6 Make-ups enthalten Mikroplastik

In vielen Kosmetikprodukten, von Shampoo über Peeling bis hin zu Mascara und eben auch Make-up stecken Mikroplastik oder - in flüssiger oder gelartiger Form - sogenannte synthetische Polymere. Diese Stoffe gelangen beim Abschminken über das Abwasser ins Meer und gefährden so Umwelt und Meeresbewohner. Was schmieren wir uns da eigentlich ins Gesicht?

PEGs

Duschen

Diese Duschgele trocknen Deine Haut aus

Es ist paradox: Wir duschen, um uns etwas Gutes zu tun. Doch stattdessen strapazieren wir mit jedem Gang unter die Brause regelmäßig unsere Haut. Der Grund dafür sind Polyethylenglykolverbindungen in Duschgelen, die unsere körpereigene Schutzhülle schwächen können.

RDA-Wert

Mikroplastik in Zahnpasta

Diese versteckte Angabe auf Deiner Zahnpasta ist wichtig!

Auf was achtet ihr beim Zahnpasta-Kauf? Geschmack, Schaumbildung und ein hoher Fluoridanteil sind oft ausschlaggebend, wichtig ist aber auch der RDA-Wert. Der gibt an, wie stark die Zahncreme den schützenden Zahnschmelz abreibt. Wie hoch darf dieser maximal sein und welche Zahncremes sind am besten geeignet?