Vanille, Vanillin, Vanillearoma – Was ist synthetisch und was natürlich?

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Die Bezeichnungen Vanille, Vanillin oder auch Vanillearoma sorgen oftmals für Verwirrung. Was genau steckt hinter diesen Begriffen? Wir erklären Dir, was sie bedeuten und woran Du echte Vanille erkennen kannst.

Sie gilt als Königin der Gewürze und wird schon seit dem 16. Jahrhundert in der westlichen Welt gehandelt. Der Geruch und Geschmack von Vanille ist noch heute sehr beliebt und die Nachfrage steigt weiterhin an. Auch wenn auf vielen Produkten Vanilleschoten abgebildet sind, ist darin jedoch oft keine echte Vanille enthalten. Da hilft nur der genaue Blick auf die Zutatenliste.

Echte Vanille

Die von uns in der Küche verwendete Vanille wird aus den grünen Kapselfrüchten der Vanille-Orchidee gewonnen. Damit diese entstehen können, müssen die Blüten der Pflanze häufig per Hand bestäubt werden – ein riesiger Aufwand! Die grünen Schoten werden dann in einem langen Prozess getrocknet und fermentiert, bis sie so aussehen, wie wir sie kennen. Dies erklärt auch, warum das Gewürz nicht ganz billig ist. Dank schlechter Ernten sind die Preise für Rohvanille derzeit besonders hoch.

Sind auf der Verpackung "gemahlene Vanilleschoten", "Vanilleextrakt" oder "natürliches Vanillearoma" angegeben, müssen auch Bestandteile der echten Vanille darin enthalten sein. Natürliches Vanillearoma muss dabei zu mindestens 95 Prozent aus echter Vanille bestehen. Die restlichen fünf Prozent dürfen verwendet werden, um das Aroma mit Hilfe von anderen, natürlichen Aromastoffen zu verfeinern. Dadurch kann der Vanille eine schärfere oder frischere Note beigefügt werden.

Vanilleextrakt und natürliches Vanillearoma werden durch alkoholische Extraktion der Aromastoffe aus der Vanilleschote gewonnen. Dadurch enthält es neben dem natürlichen Vanillin über 100 weitere Aromastoffe. Allerdings wird echtes Vanillearoma nur in sehr wenigen Lebensmitteln verwendet, wie eine Untersuchung des "Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit" ergab.

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Bourbon-Vanille

Als "Bourbon-Vanille" darf nur die natürliche Vanille von den Bourbon-Inseln genannt werden. Dazu gehören Madagaskar, Komoren, Réunion, Seychellen und Mauritius. Der Name stammt vom ursprünglichen Namen der Insel Réunion: Île Bourbon.

Natürliches Aroma

Wenn in einem Produkt mit Vanillegeschmack "natürliches Aroma" verarbeitet wurde, muss es sich dabei nicht zwingend um echte Vanille handeln. Das Aroma muss jedoch natürlichen Ursprungs sein, kann aber auch aus einem anderen Naturstoff gewonnen werden, beispielsweise aus Reiskleie.

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Vanillin

Da Vanilleschoten sehr teuer sind, wird der Hauptaromastoff, das Vanillin, häufig künstlich und dadurch wesentlich kostengünstiger hergestellt. Nach Angaben der “Verbraucherzentrale“ werden pro Jahr rund 15.000 Tonnen Vanillin verbraucht. 90 Prozent davon stammen nicht aus der Vanilleschote, sondern werden synthetisch hergestellt.

Ist auf der Verpackung "Vanillearoma" oder "Aroma" angegeben, so handelt es sich meistens um chemisch-synthetisch hergestelltes Vanillin. Es unterscheidet sich von echter Vanille durch andere Ausgangsstoffe und das chemische Herstellungsverfahren. Bereits im 19. Jahrhundert gelang es Chemikern, Vanillin im Labor zu synthetisieren. Es wird nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch Arzneien und Parfums eingesetzt.

Ein weiterer Begriff, der Dir bei den Inhaltsstoffen begegnen könnte, ist "Vanilla". Dabei handelt es sich allerdings um einen Kunstbegriff, der im Lebensmittelrecht nicht genau definiert ist.

Fazit

Wenn in der Zutatenliste "gemahlene Vanilleschote", "Vanilleextrakt" oder "natürliches Vanillearoma" angegeben ist, muss auch tatsächlich echte Vanille darin enthalten sein.

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