Über den richtigen Umgang mit Ohrenschmalz

Alles andere als schmalzig

Über den richtigen Umgang mit Ohrenschmalz - Alles andere als schmalzig

Ohrenschmalz

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Ohrenschmalz ist ein natürlicher Schutz gegen außen und das beste Reinigungsmittel für die Gehörgänge. Da sehen wir einmal genauer hin.

Klaro: Über eine gelbe, fettige Masse, die man zudem noch mit mangelnder Hygiene in Verbindung bringt, denkt man am liebsten gar nicht nach. Doch wenn man sich genauer mit dem Schmalz auseinandersetzt, findet man viel über seinen Körper heraus – und das nicht nur in Sachen Hygiene.

Auch Ohrenschmalz ist so ein Thema, mit dem sich Wissenschaftler zwar ausgiebig befassen, aber eigentlich noch gar nicht so genau wissen, für was er alles gut ist. Fakt ist, dass viele Talg- und Schweissdrüsen im Innern des Ohrs die schmierige Masse rund um die Uhr produzieren.

Sechs Fakten über Ohrenschmalz

Das ist ja schon mal ganz interessant. Aber auch die folgenden sechs Dinge sollte man über Ohrenschmalz wissen:

1. Ohne Ohrenschmalz würden unsere Ohren jucken

Die praktische Seite von Ohrenwachs: Er schmiert die Ohren-Innenseite auf die gleiche Weise, wie es Tränen mit den Augen tun. Darum fühlen sich Ohren nie trocken an.

2. Ohrwachs hält die Gehörgänge (relativ) sauber

Das Wachs überzieht die sensitive Haut des Gehörgangs wie ein Schutz und wirkt gleichzeitig als Schutzschild gegen Bakterien und Trockenheit. Hinzu kommt, dass Schmalz abgestorbene Hautschüppchen, Haare, Staub und Dreck umhüllt. Mit Hilfe der Kaumuskulatur und beim Sprechen wandert er inklusive Fremdkörper in Richtung Ohrmuschel nach aussen und pflegt sich somit von selbst.

Es ist sogar eher schädlich, wenn man mit Ohrenstübchen tief in den Gehörgängen umwühlt – das Wachs wird wieder rein- anstelle von ausgedrückt. Experten empfehlen daher, das Ohrenschmalz einfach in Ruhe zu lassen.

Untersuchung beim Ohrenarzt

3. Ohrenschmalz im Zusammenhang mit Schweissproduktion

Manche Menschen produzieren trockenes Ohrenwachs, andere sehr feuchtes Ohrenschmalz. Das kann mit dem Schwitzverhalten in Zusammenhang stehen: Menschen die zu trockener, schuppiger Haut neigen, fehlt ein bestimmter Botenstoff, der auch den typischen Schweißgeruch im Schweiß verursacht. Dunkler, klebriger Schmalz ist hingegen eher ein Hinweis dafür, dass man sein Deo immer griffbereit halten sollte.

4. Die Art von Ohrenschmalz ist auch herkunftsbedingt

Der vorherige Punkt kann auch etwas mit unserer Abstammung zu tun haben, sagt eine Studie des Monell Centers aus. Die Forscher haben herausgefunden, dass die chemische Zusammensetzung von Ohrenschmalz von Nation zu Nation variiert. Das vorher erwähnte geruchsbringende Chemical kommt bei weißhäutigen Menschen häufiger vor als beispielsweise bei Asiaten.

5. Ohrenschmalz reagiert auf Stress

Stress oder Angst regt auch die Ohrenschmalzproduktion an. Das liegt an den Drüsen im Ohr-Innern, die man den apokrinen Drüsen zuordnet. Auch diese sind übrigens für den Schweißgeruch verantwortlich. Stress ist schließlich auch dafür verantwortlich, dass man vermehrt schwitzt (und stinkt).

6. Hände weg von Ohrenkerzen

Dem Rumstochern mit den Ohrenstäbchen haben wir ja inzwischen abgeschworen. Also können wir uns hiermit auch getrost mit dem Gedanken anfreunden, dass auch Ohrenkerzen nichts bringen. Nein, sie entfernen Ohrenschmalz weder schnell noch sicher. Ohrenkerzen können sogar den Ohrkanal verstopfen oder in Extremfall das Trommelfell durchbohren.

Wenn du deine Ohren trotz aller Erklärungen zusätzlich sauber halten möchtest, solltest du das erst mit einem Experten besprechen. Oder einfach warmes Wasser über und ins Innere des Ohres fließen lassen. Das wärmt und weicht den vorhandenen Wachs in genügendem Masse auf.

Auch Ohren trocknen im Alter aus

Und zum Schluss noch ein letzter Fact rund um das Ohrenschmalz: Im Alter kann er nicht mehr so gut abfließen, weil er trockener wird. Dann verstopft er die Ohrengänge und verursacht ein dumpfes, drückendes Gefühl in den Ohren. Tatsächlich sind diese Pfropfen häufigste Ursache für Schwerhörigkeit. Wenn du eine ähnliche Gefühlsregung bei dir feststellst, geh doch bei Gelegenheit zum Ohrenspezialist, der macht dann eine Ohrspülung.

Quelle: beobachter.ch

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