Trend mit fatalen Folgen – Ergebnisse der Codecheck Palmöl-Studie

Codecheck „Palmöl-Studie“

Trend mit fatalen Folgen – Ergebnisse der Codecheck Palmöl-Studie - Codecheck „Palmöl-Studie“

Palmöl-Studie-Redaktion

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Palmöl ist in aller Munde – und in etwa jedem zweiten Produkt unserer Supermärkte. Aber nicht nur dort, auch für Bio-Kraftstoff muss es herhalten. Experten kritisieren den Einsatz des billigen Fettes – aus mehreren Gründen.

Palmöl bei Nahrungsmitteln auf der Überholspur

In unserer großen Palmöl-Studie konnten wir erkennen, dass der Palmölanteil bei Lebensmitteln kontinuierlich steigt. Während 2013 noch 6,5 Prozent der untersuchten Lebensmittelprodukte als palmölhaltig deklariert waren, sind es Ende 2015 bereits 13 Prozent.

Palmöl wird in vielen Lebensmitteln als günstiger Konsistenzgeber benutzt. In Gewürzen, Nussmischungen, Waschmitteln oder Kosmetika vermuten es jedoch die wenigsten.

Vorsicht bei Kosmetika

Besonders bei Körperpflegeprodukten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass unter den Inhaltsstoffen auch Palmöl aufgelistet ist. So enthalten 49,8 Prozent aller bei Codecheck registrierten Augenpflege-Produkte, 44 Prozent aller Gesichtscremes und 42 Prozent der Make-ups das problematische Öl.

Rettung Orang-Utan

Die Folgen der steigenden Nachfrage nach Palmöl

Der Trend kann fatale Folgen haben, denn durch Brandrodungen, den Einsatz aggressiver Düngemittel, Zwangsvertreibungen von Kleinbauern und indigenen Gemeinden bringt der Anbau von Ölpalmen erhebliche ökologische, soziale und menschenrechtliche Probleme mit sich. Und trotzdem steigt die Verwendung des billigen Rohstoffs.

Rückgang von fragwürdigen Bio-Zertifikaten bei Palmöl

Es ist widersprüchlich, aber trotz des wachsenden Interesses an „guten“ Lebensmitteln, hat die Verwendung von Bio-Palmöl in den letzten Jahren in ausnahmslos jeder der analysierten Lebensmittel-Kategorien prozentual abgenommen. Und das, obwohl die Verwendung von Bio-Palmöl durchschnittlich bei einem Anteil von unter einem Prozent liegt.

Während 2013 beispielsweise noch 14,6 Prozent aller Cracker Bio-Palmöl enthielten, waren es 2015 nur noch 4 Prozent. Grund dafür kann die wachsende Kritik an Bio-Zertifizierungen sein, da diese in Verruf geraten sind, nur „Mindeststandards“ zu vertreten, da bindende Verpflichtungen fehlen oder erhebliche Schwächen, Mängel und Regelverstöße nicht ausgeschlossen werden können.

So wird zum Beispiel der größten Initiative im Palmölsektor, der Roundtable on Sustainable Palmoil vorgeworfen, weiterhin den Anbau auf Torfböden zu erlauben oder Feldarbeiter unter schlechten Arbeitsbedingungen schuften zu lassen.

Stündlich: Vernichtung von Regenwaldfläche so groß wie 300 Fußballfelder

Für die Palmplantagen wird in Asien stündlich Regenwald in der Größe von 300 Fußballfeldern gerodet, Menschen und Tiere vertrieben. „Die Nachfrage nach Palmöl wächst global noch immer. Einerseits weil der Konsum von Produkten mit Palmöl wie Nahrungsmittel und Kosmetika steigt, andererseits weil Palmöl zunehmend für die Produktion von Agrotreibstoff verwendet wird“, so Mirjam Kopp von Greenpeace.

Palmölplantage

In fast jedem Bereich des täglichen Lebens, kommt man nicht an Palmöl vorbei. Dabei ist eine Nutzung von Palmöl meist gar nicht notwendig, da es durch andere Fette mit den gleichen Eigenschaften ersetzt werden könnte.

Unser Konsum beeinflusst den Welthandel

Ein nachhaltiger und bewusster Konsum kann helfen, maßgeblich Einfluss gegen Regenwaldabholzung und Artensterben zu nehmen. Hilfreich ist es hier auf Produkte ohne Palmöl auszuweichen.

Die Codecheck-App ist momentan die einzige App, die Palmöl anzeigt und Alternativprodukte vorschlägt. Scanne dafür einfache den Strichcode eines Produktes und du erhälst innerhalb von Sekundenbruchteilen die Information, ob das Produkt Palmöl enthält oder nicht. Ist ein Produkt betroffen, zeigt dir Codecheck Alternativprodukte an.

Eine komplette Umstellung auf andere Fette und Öle kann dennoch keine endgültige Lösung sein, da auch ein massenhafter Anbau von anderen Ölpflanzen wie Raps oder Sonnenblumen das Problem nur verlagern würden. Aktuell arbeiten Forscher an einer Alternative, die nicht auf großen Plantagen angebaut werden muss: ein Ersatzstoff aus Hefekulturen.

Hier geht’s zur Studie.

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