Traubenzucker: Besseres Image, aber am Ende nur Zucker

Urteil des EuGH

Traubenzucker: Besseres Image, aber am Ende nur Zucker - Urteil des EuGH

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Es ist ein wichtiges Urteil für den Verbraucherschutz: Der Europäische Gerichtshof hat verboten, dass Traubenzucker mit gesundheitlichen Vorzügen beworben werden darf. Der Traubenzuckerhersteller „Dextro Energy“ hatte zuvor gegen die Entscheidung der EU-Kommission geklagt, entsprechende Werbeversprechen zu untersagen.

Die Bewerbung eines solchen Zuckers als gesundheitsförderlich stehe in einem starken Gegensatz zur EU-Empfehlung, weniger Zucker zu sich zu nehmen. So lautet die Urteilsbegründung des Europäischen Gerichtshofs, an die sich „Dextro Energy“ jetzt halten muss.

Kein „Health Claim“ für Traubenzucker

Mit Sprüchen wie „Glucose unterstützt die normale körperliche Betätigung“ wollte der Hersteller für seine Produkte werben. Zwar stimmt das aus rein wissenschaftlicher Perspektive, weckt aber den Anschein, dass es sich bei Traubenzucker um ein gesundes Produkt handelt. Dieser Eindruck ist aus Verbraucherschutzgründen zu vermeiden, darauf einigten sich die Behörden schon vor Jahren.

In einer entsprechenden EU-Verordnung werden seitdem die sogenannten „Health Claims“ geregelt – Sprüche, die mit gesundheitlichen Vorzügen werben. Vielen Verbraucherschützern gehen die Regelungen nicht weit genug. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs lässt jetzt hoffen.

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Traubenzucker: Besseres Image, aber am Ende nur Zucker?

Traubenzucker hat dabei sicherlich eine besondere Rolle. Durch geschicktes Marketing in den letzten Jahrzehnten genießt er einen besseren Ruf als herkömmlicher weißer Zucker. Vielen Kindern werden Traubenzuckertafeln zu Klassenarbeiten mitgegeben. Auch die Apotheken verschenken nach wie vor die kleinen runden Traubenzuckerbonbons. Er soll die Konzentration steigern und für Höchstleistungen sorgen.

Tatsächlich tut Traubenzucker das auch: Er pusht den Körper schnell hoch, weil er kurzfristig verfügbare Energie liefert. Genauso schnell aber fällt der Blutzuckerspiegel wieder ab und hinterlässt uns schlapp und müde. Für den Körper hat er keinen wesentlich anderen Effekt als normaler Zucker.

Auf die Frage: „Ist Traubenzucker gesünder als normaler Zucker?“, antwortet daher auch die „Verbraucherzentrale“ mit einem klaren „Nein“.

Warum heißt Traubenzucker eigentlich Traubenzucker?

Warum heißt „Traubenzucker“ so und woraus wird er eigentlich gewonnen? Dieser Frage hat sich die Kinderredaktion des „Tagesspiegels“ gewidmet.

Die Antwort: Traubenzucker wurde zwar 1792 in Trauben erstmals entdeckt, kommt aber auch in anderen Früchten und Getreiden vor. Hergestellt wird er heute aus Mais- oder Kartoffelstärke, die chemisch aufgespalten wird.

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