Strahlung im Alltag

Total verstrahlt

Strahlung im Alltag - Total verstrahlt

AKW

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Zuletzt war das Thema „Strahlung“ nach dem Reaktorunfall von Fukushima am 11. März 2011 vermehrt in aller Munde. Doch auch wenn das öffentliche Interesse sich gelegt hat, so ist die Gefahr von Strahlung in unserer Umwelt allgegenwärtig.

Strahlungsenergie die verwirrt – permanente Strahlung im Alltag

Strahlung umgibt uns permanent. Doch wie unterscheidet man zwischen natürlicher und künstlicher Strahlung? Wie wirken sich ionisierende Alpha-, Beta-, Gamma- oder elektronmagnetische Strahlung auf den Menschen aus? Welche Gefahr bergen radioaktive Stoffe? Müssen wir uns vor der Strahlung von Handys oder der Mikrowelle in Acht nehmen? Können manche Lebensmittel uns belasten?

Alles über Strahlung – Strahlungsleistungen kurz erklärt

Tatsächlich ist Strahlung meist Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits kann Strahlung den Menschen krank machen, andererseits ist sie in gewissen Bereichen zwingend notwendig. So wird in der Medizin von Strahlung in den verschiedensten Formen profitiert – allerdings ist die Strahlung auch hier mit Vorsicht zu genießen.

Handystrahlung

Der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter erklärt, was unter Strahlung grundsätzlich zu verstehen ist: „Grundsätzlich bedeutet Strahlung die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen und Teilchen durch Raum und Materie. Man kann zwischen zwei Arten von Strahlung unterscheiden: der ionisierenden und der nichtionisierenden Strahlung.“ Ionisierende Strahlung sei im Stande, Atome und Moleküle elektrisch aufzuladen. Sowohl Alpha- und Betastrahlen als auch elektromagnetische Röntgen- und Gammastrahlen gehören in diese Gruppe. Wenn solche Strahlung in den menschlichen Körper eindringt, finden Wechselwirkungen zwischen den Strahlen und den Molekülen des Körpergewebes statt. „Ionisierende Strahlung kann Zellen schädigen“, so der Experte. „Wenn man zu viel Strahlung ausgesetzt ist, kann es sein, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, die Zellschäden zu reparieren. Und daraus kann Krebs entstehen.“

Deshalb nimmt Strahlung einen derart hohen Stellenwert in der Forschung ein. Doch sind Langzeitstudien auf diesem Gebiet noch immer schwierig und ungenau. Was die Strahlung so gefährlich macht, ist laut Experten der fehlende Schwellenwert. „Es gibt keinen Wert, unterhalb dessen die Strahlung unschädlich ist. Man muss als davon ausgehen, dass jede Strahlenbelastung ein Risiko beinhaltet.“ Menschen sollten deshalb den Kontakt zu Strahlung so weit wie möglich minimieren. Doch wo finden wir Strahlung?

Strahlenmessung

Radioaktive Strahlung

Radioaktive Stoffe und ionisierende Strahlung finden wir auch im Alltag. Böden, Baumaterialien, Steine oder sogar die Luft können Quellen radioaktiver Strahlung im Alltag sein. Das natürliche Edelgas Radon etwa ist im Boden zu finden und kann durch den Genuss von Lebensmitteln oder schlichtweg durch Einatmen in den Körper gelangen. Die Radioaktivität wird deshalb in Deutschland, Österreich und der Schweiz stetig kontrolliert. Die reelle gesundheitliche Gefährdung für den Menschen ist aber bei den vorkommenden Werten sehr gering. In manchen vereinzelten Regionen kann die Belastung allerdings erhöht sein, weshalb eine regelmäßige Kontrolle durch Radonmessungen empfohlen wird.

Die Strahlung der Sonne mit ultraviolettem Licht (UV) dient den Menschen als Wärmequelle und ist essentiell für die Vitamin-D-Produktion im Körper. Bei übermäßigem Einsatz kann die UV-Strahlung hingegen die Haut schädigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen. Experten raten deshalb selbst im Winter vor Solarium-Besuchen ab, UV-Lampen und Heizstrahlen seien mit Vorsicht zu genießen.

Auch magnetische oder elektrische Strahlung ist ein großes Thema. Sie tritt überall da auf, wo elektrische Maschinen oder Geräte in Betrieb sind. In jedem Haushalt und im Büro, sogar auf der Straße sind wir der Strahlung durch Alltagsgegenstände ausgesetzt. Strahlung durch das Smartphone sei ebenso wenig zu unterschätzen wie die Strahlung im Flugzeug. Der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz versichert jedoch: „Die meisten Haushaltsgeräte haben so geringe Werte, dass eine Gesundheitsgefahr nahezu auszuschließen ist.“ Trotzdem sollten einige Tipps beachtet werden, um dem Körper so wenig Strahlung all nötig auszusetzen.

Strahlung messen? Wie wir uns vor Strahlung schützen können

Empfohlen wird, die Strahlungsintensität generell so gering wie möglich zu halten. Je weiter elektronische Geräte vom Körper entfernt sind, desto geringer ist die Strahlenbelastung. Hierbei zählt jeder Zentimeter. Strahlungsarme Handys werden ebenso empfohlen wie Telefonate mit Headset und einzig bei gutem Empfang. Das häusliche WLAN ist zwar äußerst praktisch, sollte dem eigenen Körper zuliebe aber wenigstens in der Nacht abgeschaltet werden. Auch bei anderen elektrischen Geräten im Haushalt gilt: Öfter mal den Stecker ziehen und durchatmen. Das spart nicht nur Strahlen, sondern auch Energie und in Bezug auf Telefon und Internet auch noch Nerven.

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