Sind konventionelle Tampons und Binden gesundheitsschädlich?

Gesundheit

Sind konventionelle Tampons und Binden gesundheitsschädlich? - Gesundheit

Tampon und Binden gesundheitsschädlich

von

Wir kaufen Bio-Nahrungsmittel und wehren uns gegen giftige Chemikalien, die bei der Herstellung von Kleidern eingesetzt werden – aber wer denkt eigentlich über Tampons und Binden nach?

Tampons und Binden verbleiben naturgemäß über Stunden in oder direkt an unserem Körper, unterliegen aber in Bezug auf Grenzwerte von schädlichen Stoffen den gleichen Gesetzen wie Taschentücher. Das kann doch eigentlich nicht sein, fanden die Gründerinnen von www.erdbeerwoche.com, denn eine Frau menstruiert im Schnitt rund 500 Mal in ihrem Leben und verbraucht rund 16 800 Binden bzw. Tampons. Während rund 3000 Tagen setzen wir also unsere Schleimhäute Produkten aus, von denen wir nicht wissen, was sie enthalten und ob sie gesundheitsschädlich sind.

Bedarfsgegenstände ohne Deklarationspflicht

Wer wissen will, woraus seine Tampons bestehen, und liest, was auf den Packungen draufsteht, ist am Ende kaum schlauer. Zwar weiß man nachher, dass der Rückholfaden aus 100% Baumwolle und der Beipackzettel zu 100 Prozent aus Recycling-Material besteht, woraus aber das eigentliche Produkt besteht, das erfährt man nicht.

Warum? Weil Tampons und Binden „Bedarfsgegenstände“ sind, die keiner Deklarationspflicht unterstehen. Hersteller müssen laut Produktsicherheitsgesetz lediglich ausschließen, dass ihre Produkte gesundheitsschädlich sind. Eine ziemlich schwammige Definition.

Bestandteile von Tampons und Binden

Tampons bestehen aus Zellwolle, Viskose und/oder Baumwolle. Umhüllt werden sie von einer synthetischen Schicht aus Polyester, Polyethylen und/oder Polypropylen. Diese synthetischen Fasern erleichtern das Einführen und Entfernen des Tampons und verhindern, dass der Zellstoff auseinanderfällt. Sie stehen aber mittlerweile im Verdacht, das Toxische Schocksyndrom (TSS) auslösen zu können.

Weitere Bedenken ergeben sich aus den Fragen, ob Gentech-Baumwolle verwendet wird und ob Pestizidrückstände, Dioxine aus dem Bleichprozess und Formaldehyd aus der Schutzfolie drin sind. Hinzu kommen, vor allem bei Binden, künstliche Duft- und Farbstoffe. Diese können – deutlich stärker als natürliche Produkte – allergen wirken und sollten aus diesem Grund sowieso gemieden werden.

Kaum untersucht

Untersuchungen und Studien zu Inhalts- und Schadstoffen in Tampons gibt es leider (noch) kaum. In den wenigen Untersuchungen, die aber gemacht wurden, wurden tatsächlich verschiedene grundsätzlich schädliche Stoffe wie Dioxine und krebsverdächtiges Formaldehyd gefunden – allerdings in sehr kleinen Mengen, die deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten lagen. Da aber diese Produkte eben stundenlang im Körper verbleiben, ist unklar, was sie wirklich anrichten.

Bio-Produkte und Alternativen

Fazit der bisherigen Untersuchungen ist also, dass konventionelle Produkte grundsätzlich nicht schlecht sind. Das Umsteigen auf Bio-Produkte ist aber dennoch empfehlenswert: Frauen, die Bio-Produkte ohne synthetische Fasern, Kleber und Duftstoffe verwenden, berichten von weniger Menstruationsbeschwerden. Außerdem brauchen die Plastikbestandteile konventioneller Produkte mehr als 500 Jahre, um zu verrotten. Wer also auf Bio-Produkte umstellt, tut nicht nur sich selber, sondern auch der Umwelt Gutes. Mehr Informationen und Produkte gibt es auf www.erdbeerwoche.com.

Quelle: brigitte.de, erdbeerwoche.com

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
4.7/5 9 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

menstruationstasse
Gut für Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel –
TSS-erdbeerwoche
Gesundheit –

UmweltBank

Sparschweine-im-Gras 650x286- - Florian Schultz (1)
Anzeige

Wie Du mit kluger Geldanlage die Umwelt schützen kannst

Die Umwelt schonen und nachhaltig Leben – das wollen immer mehr Menschen. Im Alltag kaufen viele daher regionale Bio-Produkte ein oder steigen auf Ökostrom um. Doch damit hört ein umweltfreundlicher Lebensstil nicht auf. Wusstest Du, dass Du auch Dein Geld nachhaltig und ökologisch sinnvoll anlegen kannst?

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Umwelt

essen

CO2-Bilanz: Wie umweltfreundlich ernährst Du Dich?

Autofahren belastet das Klima, das weiß jeder. Aber auch Lebensmittel können Deine CO2-Bilanz in die Höhe treiben: Warum das so ist, welche heimlichen CO2-Sünden auf deutschen Tellern liegen und wie sich die persönliche CO2-Bilanz verbessern lässt, verrät dieser Artikel.