Praktische Tipps zum Plastikverzicht: Kleidung & Accessoires – Teil 4

Plastik? Nein, danke.

Praktische Tipps zum Plastikverzicht: Kleidung & Accessoires – Teil 4 - Plastik? Nein, danke.

Plastikklamotten Codecheck

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Plastik im T-Shirt? Tatsächlich enthalten fast alle Textilien synthetische Fasern, die giftige Chemikalien auf die Haut übertragen können. Lies hier, welche gesünderen Alternativen es gibt.

Kunststoff findet sich nicht nur in allerlei Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens von der Zahnbürste bis zur Rührschüssel, mittlerweile ist es auch aus der Kleidungsindustrie kaum noch wegzudenken.

Chemikalien in unserer Kleidung

Synthetische Textilien werden aus dem Grundstoff Erdöl hergestellt. Vielerorts gleicht die Kleidungsproduktion — egal ob Marken- oder Billigware — einer Chemiefabrik.

Zahlreiche Schadstoffe darunter Nonylphenoletoxylate (NPE), Phthalate (Weichmacher), krebserregende Amine, Azofarbstoffe, Schwermetalle und andere Schadstoffe werden eingesetzt. Für Mensch und Natur ist das eine Katastrophe.

Gifte werden über die Haut aufgenommen

Die Haut als unser größtes Organ nimmt Schadstoffe aus der Kleidung auf. Anschließend werden die Gifte durch den Blutkreislauf im Körper verteilt und können Allergien auslösen.

Zudem wirken einige Chemikalien hormonell, können Zellen verändern und Krebs fördern. Nicht umsonst steht auf den meisten Textilien „Vor Gebrauch waschen“. Doch leider verschwinden die Giftstoffe nicht mit dem Waschgang.

Auch Naturmaterialien belastet

Um die Angestellten in den Textilfabriken, die Umwelt und nicht zuletzt sich selbst vor den Chemikalien zu schützen, kann man auf Naturmaterialien zurückgreifen. Baumwolle, Bambus und Co. müssen nicht durch chemische Prozesse gewonnen werden und lassen sich nach Gebrauch leichter und nachhaltiger in den Naturkreislauf zurück führen.

Doch leider werden auch diese Materialien in der heutigen Textilindustrie häufig mit Schadstoffen behandelt. Daher gilt: Kleidung am besten aus Naturmaterialen UND Fair Trade und in Bio-Qualität einkaufen. Dabei auf Öko-Siegel wie GOTS; Öko-Tex Standard 100 oder IVN-Best achten.

Naturmaterialen vorziehen

  • Viskose, Nylon, Elasthan und Polyester meiden.
  • Kleidung aus natürlich abbaubaren Naturfasern wie Hanf, Canvas, Baumwolle vorziehen.
  • Fleecekleidung aus Baumwolle kaufen (in herkömmlichem Fleece ist Mikroplastik).
  • Bei Naturmaterialien auf Bio-Qualität achten.
  • Flip Flops aus abbaubarem Material kaufen z.B. von Goganics.

Accessoires aus Holz und Kork

  • Uhren und Brillen gibt es auch aus Naturmaterialen wie Holz z.B. von Kerbholz.
  • Taschen und Rucksäcke lieber aus Baumwolle, Hanf oder Canvas kaufen. Eine Auswahl gibt es z.B. bei Green your Life.
  • Oder noch besser: Zu recycelten Produkten greifen. Luftmatratzen, Fahrradschläuche und LKW-Planen bekommen ein zweites Leben als Geldbeutel, Umhänge-, Notebook- und Sporttaschen z.B. bei Kultbag.
  • Handyhüllen und Laptoptaschen gibt es auch aus Kork.

Second-Hand ist In

  • Du träumst von einer leicht transparente Bluse, die leider nur aus Synthetikfasern hergestellt wird? Dann versuche doch einmal, sie nicht neu zu kaufen, sondern über eine der folgenden Möglichkeiten zu erstehen:
  • Auf Kleiderswops oder Tauschparties kann man ausrangierte Kleidung gegen neue Stücke tauschen.
  • Verschiedene Internetseiten z.B. Kleiderkreisel, Zamaro, oder Die Tauschbörse bieten die Möglichkeit Kleidung zu tauschen, zu verkaufen oder zu verschenken. Hier findet man häufig Produkte aus den aktuellen Kollektionen.
  • Eine tolle Alternative ist das Kleider-Leasing-Konzept. So kann man sich tolle Designerteile einfach für einen Anlass ausleihen und danach wieder zurückgeben. Zahlreiche Internetseiten bieten Kleidung zum Leihen in verschiedenen Preis- und Stilrichtungen an.
  • Fakt ist: Second Hand ist wieder voll im Trend und hat sein verstaubtes Image abgelegt. Und das Tauschen und Kaufen von gebrauchter (oder teilweise sogar noch ungetragener) Kleidung macht richtig Spaß!

Eigene Einstellung ändern

  • Oftmals dient der Kauf von Kleidung als Belohnung. Und sich selbst zu beschenken ist toll, aber vielleicht bringt ein Essen im Lieblingsrestaurant oder ein Kinoabend sogar noch mehr Freude als eine neue Bluse.
  • Lieber Klasse statt Masse: Vielleicht gönnt man sich lieber ein teueres Öko-Teil, statt drei vom Klamotten-Discounter.
  • Dem eigenen Geldbeutel und der Umwelt hilft es, Kleidung nicht als Massenware zu betrachten. So können kaputte Stücke oftmals wieder geflickt oder genäht werden.

Zum Weiterstöbern

  • Nachhaltige Accessoires und Taschen gibt es bei Green your Life.
  • Vegane, fair gehandelte Kleidung für Groß und Klein aus Bio-Rohstoffen, sowie allerlei für Haushalt, Küche und Bad ist im Avocadostore erhältlich.
  • Kleidung und alles Rund um Wohnen und Essen nach ökologischen, nachhaltigen und fairen Standards gibt es bei Greenpicks.

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