In diesen Lebensmitteln wurde bereits Glyphosat nachgewiesen

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Glyphosat steht schon seit längerem in Verdacht krebserregend zu sein. Nun soll erneut über die Zulassung des Unkrautgifts entschieden werden und damit über die potentielle Gefahr für den Menschen – denn Glyphosat konnte bereits in vielen Lebensmittel nachgewiesen, die wir täglich konsumieren.

Was ist Glyphosat?

Jedes Jahr werden bis zu 40 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen mit 5.000 Tonnen des Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat besprüht. Der Wirkstoff wird vor allem benutzt um Unkraut vor oder nach dem Anbau landwirtschaftlicher Produkte zu bekämpfen.

Bei manchen Pflanzen wie Raps oder Getreide, wird das Mittel auch vor der Ernte eingesetzt, um die Abreifung zu beschleunigen. Das Problem: Es können Rückstände des Pflanzengifts in unseren Lebensmitteln zurückbleiben!

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Warum steht Glyphosat in der Kritik?

Seit knapp zwei Jahren wird bereits über die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat diskutiert. Es steht im Verdacht krebserregend zu sein, was aus Studien unabhängiger Krebsforscher der WHO hervorging. Nach Einschätzungen der EU-Behörden und der US-Umweltbehörde EPA konnten diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigt werden. Glyphosat blieb zugelassen.

Am 15. März 2017 legte die EU-Chemikalienagentur Echa nun eine neue Studie vor, die Glyphosat vom Krebsverdacht freispricht. Auch fortpflanzungsschädliche und gentoxische Wirkungen konnten nicht bestätigt werden. Laut internen Dokumenten, die der „New York Times“ und der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegen, soll der Konzernriese „Monsanto“, der Glyphosat erfunden hat, im Hintergrund an den Studien mitgearbeitet haben. Zudem steht das Unternehmen in Verdacht die Untersuchungen des US-Gesundheitsministeriums behindert zu haben.

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Die Agrarindustrie ist äußerst zufrieden mit der Neubewertung: „Das Ergebnis untermauert erneut die früheren Sicherheitsbewertungen, die bereits von Behörden weltweit durchgeführt wurden“ – so die Sprecherin der „Arbeitsgemeinschaft Glyphosat“ Ursula Lüttmer-Ouazane. Nun gäbe es keinen Grund mehr die Zulassung für Glyphosat zu verweigern. Heike Moldenhauer vom „Bund für Umwelt und Naturschutz“ ist da anderer Meinung. Die Ergebnisse seien keine Generalabsolution für Glyphosat. Das Urteil der Krebsagentur der WHO gelte weiterhin!

Über eine Zulassung wird in den nächsten Monaten entschieden!

Die Bewertung risikoreicher Chemikalien und Pestiziden steht schon seit längerem in der Kritik, da es hauptsächlich den Herstellern überlassen wird, für wie gefährlich sie die jeweiligen Produkte einstufen.

Aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse soll der EU-Kommission nun ein neuer Verordnungsvorschlag vorgelegt werden, anhand dem eine Entscheidung über das Verfahren zur Neubewertung und Wiedergenehmigung getroffen wird.

In diesen alltäglichen Produkten steckt Glyphosat!

„Campact“ hat eine Liste mit allen Lebensmitteln erstellt, in denen Glyphosat bereits nachgewiesen werden konnte. Erschreckend wie oft wir im Alltag mit dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel in Kontakt kommen! Ein Auszug:

Brot & Brötchen

In einem Verbrauchertest des „WDR“ konnten in 3 von 10 getesteten Brotsorten Spuren von Glyphosat festgestellt werden. Betroffen waren beispielsweise: „Harry Fit & Vital“ von REWE und „Lieken Urkorn Fit & Vital“ von Edeka. Lediglich Bio-Brote waren frei von Glyphosat.

Brötchen

Haferflocken

Auch beim täglichen Frühstücks-Porridge sollte man vorsichtig sein. „Öko-Test“ konnte in 2 von 5 getesteten Sorten Glyphosat nachweisen. Trotzdem wetterte die Agrar-Lobby gegen die Ergebnisse: Die gesetzlichen Grenzwerte seien eingehalten worden.

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Bier

Sogar das liebste Feierabendgetränk der Deutschen musste dran glauben. Besonders stark Glyphosat-belastet waren im Test 2016 „Hasseröder Pils“, „Jever Pils“ und „Warsteiner Pils“. Die Liste der betroffenen Biere ist aber noch viel länger…

Bier-Abfüllanlage

Wein

„Greenpeace“ konnte 2016 in einer Untersuchung leider auch keine Entwarnung für Weintrinker geben: 7 von 11 getesteten Weinen enthalten das umstrittene Ackergift. Hier gilt auch: Wer auf Nummer sichergehen will, greift lieber zum Bio-Wein.

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Erdnüsse

Das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ entdeckte bei 2 von 6 getesteten Erdnuss-Sorten Glyphosat-Rückstände. Zum bedenkenlosen Knabberspaß vor dem Fernseher gesellt sich wohl nun ein mulmigeres Gefühl. Achtung: Erdnüsse sind in zahlreichen Produkten vorhanden, beispielsweise Keksen, Kuchen oder Schokoriegeln.

Erdnüsse

Honig

Problematisch ist, dass Bienen Glyphosat nicht von Wasser unterscheiden können. Das Pflanzenschutzmittel gelangt so unbewusst mit in den Honig und damit auch auf unser Frühstücksbrötchen.

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