In diesen Ländern und Städten gibt’s (bald) kein Plastik mehr

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In diesen Ländern und Städten gibt’s (bald) kein Plastik mehr - Umwelt

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Inzwischen weiß alle Welt, wie schädlich Plastik für die Umwelt ist. Im Kleinen entstehen zahllose Ideen, wie das Problem angegangen werden kann. Und im Großen? Da arbeiten zumindest ein paar Städte und sogar ganze Länder daran, die Plastikflut einzudämmen. Unsere Liste zeigt, wer zu den Vorreitern gehört.

Plastik ist ein Fluch für die Umwelt. Eine Binsenweisheit, die viele unserer Leser wahrscheinlich schon fast nicht mehr hören können. Auch wir können es fast schon nicht mehr schreiben. Deswegen konzentrieren wir uns statt aufs Lamentieren lieber darauf, wo wirklich etwas getan wird. Denn während in Deutschland die Selbstverpflichtung des Einzelhandels, kostenlose Plastiktüten abzuschaffen, schon als großer Wurf gefeiert wird, ist man anderswo schon viel weiter, vor allem auf Seiten von Politik, Regierungen und der Verwaltung.

Von einzelnen Städten mit kreativen Ideen bis hin zum Erfolg eines ganzen Landes zeigt unsere Liste, dass es im Kampf gegen Plastik vor allem eines braucht: den Willen, das auch zu machen und durchzuziehen.

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Costa Rica

Beginnen wir radikal: Costa Rica gilt schon länger als grünes Paradies – nicht nur, was die Natur anbelangt. Bis 2021 will das Land noch einen Schritt weiter gehen und der erste Staat weltweit werden, der komplett auf Einwegplastik verzichtet. Das heißt keine Plastiktüten, Einwegflaschen oder Coffee-to-go-Deckel. Wie man das schaffen will? Unter anderem mit biologisch abbaubaren Materialien.

Frankreich

Der gesittete Park-Griller nimmt den eigenen Müll wieder mit oder entsorgt ihn anständig in Mülleimern vor Ort. Aber reicht das? Nicht für Frankreich. Im Rahmen des französischen Energiewende-Gesetzes soll dort nämlich ab 2020 sämtliches Plastikgeschirr verboten werden. Die Bürger müssen dann auf Mehrweg oder ebenfalls biologisch abbaubare Alternativen umsatteln.

Kenia

Seit Ende August ist in dem ostafrikanischen Land die Herstellung und Einfuhr von Plastiktüten verboten – unter Strafe. Das Gesetz gilt als eines der striktesten Plastikverbote weltweit, im Extremfall sollen sogar Benutzer von Kunststoffbeutelchen mit Haftstrafen von bis zu vier Jahren oder Geldbußen im fünfstelligen Bereich belegt werden.

Plastikbeutel

Neu-Delhi

Seit Anfang 2017 sind in der indischen Stadt Einwegbecher aus Plastik komplett verboten. Zwar ist der Kunststoff-Konsum auch dort ein drängendes Problem, der Grund für die Verordnung ist aber ein völlig anderer: Smog. Denn der wird unter anderem durch die massive Müllverbrennung verursacht. Der „Aktionsplan gegen Luftverschmutzung“ sieht aber noch andere Maßnahmen vor, unter anderem Fahrverbote oder abgeschaltete Kraftwerke.

Neuseeland

Während die meisten der hier versammelten Beispiele sich auf relativ großes Plastik in Form von Tüten oder Bechern beschränken, macht es Neuseeland kleinteiliger. Dort soll nämlich ab 2018 Mikroplastik aus Kosmetikprodukten verbannt werden. Die Regierung reagiert damit auf den Druck zahlreicher Umweltorganisationen. Die warnen aber auch vor einer zu laschen Umsetzung des geplanten Gesetzes.

Ruanda

Die Hauptstadt Kigali gilt inzwischen als eine der saubersten Städte ganz Afrikas. Das braucht natürlich seine Zeit – und Initiative. Seit über zehn Jahren sind Plastiktüten schon in ganz Ruanda verboten und werden sogar vom Zoll an der Grenze konfisziert. In Kigali sind außerdem jeden letzten Samstag im Monat alle Bürger dazu aufgerufen, die Stadt sauber zu machen.

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Salzburg

Ein weiterer Ansatz aus der Reihe „Irgendwo muss man ja anfangen“. Es geht wieder einmal um Einwegbecher und -teller aus Plastik. In Salzburg soll beides ab Juli 2018 nicht mehr zu sehen sein – zumindest auf größeren Events wie Konzerten oder Festivals. Dafür wird das örtliche Abfallwirtschaftsgesetz um ein „Mehrweggebot“ erweitert.

San Francisco

2014 initiierte die kalifornische Stadt ein Gesetz, mit dem zumindest kleine Wasserflaschen aus Plastik verboten wurden. Zwei Jahre später wurde die Vorschrift etwas erweitert, allerdings bleiben weiter Lücken. Der Teufel steckt eben im Detail. Ein Anfang ist es in jedem Fall.

Seattle

Wo wir einmal bei kleinen Anfängen sind. Die erste Idee gab es in Seattle schon 2010, doch erst ab 2018 gilt endgültig ein Verbot auf Strohhalme und andere Kleinutensilien aus Plastik in Lokalen und Restaurants. Bisher galten breite Ausnahmeregelungen, zudem gab es schlicht keine praktikablen Alternativen. Doch die sind nun da – wieso also weiterhin Plastik erlauben, dachten sich wohl die Verantwortlichen der Stadt.

Billerbeck

Den Abschluss überlassen wir der kleinen westfälischen Stadt, deren Beispiel zeigt: Es müssen nicht immer Verbote sein, manchmal reicht auch eine gehörige Portion Kreativität, um Großes zu schaffen. Exorzist, Musikvideo, „Mr. Unplastic“ und allerhand andere Aktionen haben nämlich die Bürger in Billerbeck soweit sensibilisiert, dass innerhalb eines Jahres 60 Prozent weniger Plastiktüten in der ganzen Stadt verbraucht wurden. Das Fazit von Thomas Nufer, dem Initiator und Projektleiter: „Mit Witz und schrägen Aktionen erreicht man mehr.“

Dieser Text von Vincent Halang erschien zuerst im „enorm Magazin“.

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