Anzeige
Anzeige

„Ferrero“ macht Werbung für Palmöl in Nutella

Trotz Umweltzerstörung und Krebsgefahr

„Ferrero“ macht Werbung für Palmöl in Nutella - Trotz Umweltzerstörung und Krebsgefahr

nutella

von

Viele große Lebensmittelkonzerne verwenden Palmöl, immer mehr verzichten jedoch bewusst darauf. Denn das Öl trägt zu massiven Umweltzerstörungen bei und gilt vermehrt als ungesund. Nutella-Hersteller „Ferrero“ aus Italien verteidigt das umstrittene Pflanzenöl allerdings vehement.

Anzeige

Deshalb sollte man Palmöl meiden

Das Öl der Ölpalme steckt in zahlreichen industriell hergestellten Produkten — es ist das billigste und am meisten eingesetzte Pflanzenöl weltweit. Mittlerweile ist es in etwa jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten.

Man findet es in Kosmetik wie Lippenstiften, Waschmitteln – aber auch in zahlreichen Lebensmitteln.

Immer mehr Verbraucher und Hersteller verzichten jedoch bewusst auf Palmöl, denn:

  • für Palmölplantagen werden Regenwald- und Torfgebiete massiv zerstört.
  • die Zerstörung des Regenwaldes trägt zum Klimawandel bei.
  • Palmöl kann an der Entstehung Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes beteiligt sein.
  • die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnte im Mai 2016 vor potenziell krebserregenden Stoffen in Palmöl, die bei einer Raffination bei hohen Temperaturen von etwa 200 Grad entstehen.

palmöl

Nutella-Hersteller „Ferrero“ verteidigt Palmöl

Der große italienische Süßwarenhersteller Ferrero setzt trotzdem bewusst weiter auf Palmöl.

Dabei verzichten andere italienische Lebensmittelhersteller bereits auf das umstrittene Öl: Zum Beispiel der Backenwarenproduzent „Barilla“ und Italiens größte Supermarktkette „Coop“. Letztere verbannte das Öl seit der Veröffentlichung der EFSA-Studie im vergangenen Jahres aus ihren Eigenprodukten.

palmöl

Nutella schmecke nicht ohne Palmöl

„Ferrero“ hingegen verweigert den Palmöl-Boykott und rührt in Italien fleißig die Werbetrommel. In einer breit angelegten Werbekampagne mit ganzseitigen Anzeigen in Zeitungen und Fernsehspots versichert Ferrero-Einkaufsleiter Vincenzo Tapella: Das von Ferrero verwendete Palmöl sei nicht gesundheitsgefährlich, denn es werde „aus frisch gepressten Früchten gewonnen und bei kontrollierten Temperaturen verarbeitet“. Das Problem der massiven Umweltzerstörung durch Palmölplantagen wird gar nicht erst thematisiert.

Geld als Antrieb?

Vincenzo Tapella erklärt den Geschmack zum ausschlaggebenden Argument für Palmöl: „Wenn wir Nutella ohne Palmöl herstellen würden, würden wir einen schlechteren Ersatz für das echte Produkt produzieren, das wäre ein Schritt zurück.“

Der wahre Grund für die offensive Verteidigungstaktik scheint jedoch eher finanzieller Natur zu sein. Schließlich setzt Ferrero pro Jahr etwa 185.000 Tonnen Palmöl ein. Auf andere Öle umzusteigen könnte das Unternehmen jährlich zwischen acht und 22 Millionen Dollar zusätzlich kosten.

Nutellabrot

Neue EU-Richtlinie geplant

Die Europäische Kommission hat sich nun eingeschaltet und will bis Ende diesen Jahres eine Richtlinie veröffentlichen, wie Kommissionssprecher Enrico Brivio erklärt.

Möglicherweise werden dann die Gehalte an potenziell schädlichen Glycidyl-Fettsäurereste (GE), die bei der Raffination entstehen, begrenzt. Ein Verbot von Palmöl werde es aber nicht geben.

Anzeige

Palmöl in Produkten entlarven

Wenn du der Umwelt und deiner Gesundheit zuliebe auf Palmöl verzichten möchtest, dann hilft dir Codecheck dabei. Einfach das Produkt mit der Codecheck-App scannen oder über die Website eingeben und du siehst auf einen Blick, ob Palmöl enthalten ist.

Weitere Informationen über Palmöl, dessen Gewinnung und die Auswirkungen auf die Umwelt findest du in der Palmöl-Studie von Codecheck.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 6 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

müll
Müll ist nicht gleich Müll –
nutella
Mehr Zucker & Magermilchpulver –
baby
EU besorgt –

Plastic-free

Plastik Müll

15 things we should not buy for environmental reasons

Our awareness of sustainable consumption has increased significantly in recent years. When shopping, we pay attention to the origin, packaging and ingredients of a product. The list is endless: Here are 15 examples of products that cannot withstand ecological criteria.

Synthetische Poylmere auf unserer Haut

Makeup Mikroplastik

Diese 6 Make-ups enthalten Mikroplastik

In vielen Kosmetikprodukten, von Shampoo über Peeling bis hin zu Mascara und eben auch Make-up stecken Mikroplastik oder - in flüssiger oder gelartiger Form - sogenannte synthetische Polymere. Diese Stoffe gelangen beim Abschminken über das Abwasser ins Meer und gefährden so Umwelt und Meeresbewohner. Was schmieren wir uns da eigentlich ins Gesicht?