Dieses Produkt lieben „dm“-Kunden – leider enthält es bedenkliche Inhaltsstoffe

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Dieses Produkt lieben „dm“-Kunden – leider enthält es bedenkliche Inhaltsstoffe - INCI-Check

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Im Drogeriemarkt „dm“ lässt sich von Kosmetik bis hin zu Bio-Lebensmitteln nahezu alles finden. Eines der online am gefragtesten „dm“-Produkte das Jahres 2017 jedoch ist ein Pflegeprodukt für Männer.

„Dm“ ist beliebteste Marke Deutschlands 2017

Im diesjährigen Markenranking des „Handelsblattes“ waren sich die Konsumenten einig: Die Drogeriekette „dm“ ist die beliebteste Marke Deutschlands. Und die hauseigene Marke „Balea“ konnte sich in der Kategorie „Pflege und Kosmetik“ auf Platz zwei hinter „Nivea“ platzieren. „DmBio“ setzte sich in der Kategorie „Lebensmittel“ sogar gegen „Dr. Oetker“, „Iglu“ und „Wagner“ durch.*

Kein Wunder, dass auch die Onlineseite des Drogeriemarktes für Einkauf und Recherche genutzt wird. Das in den letzten Monaten 2017 meist geklickte Produkt war dort ein Pflegeprodukt für Männer: Das „Hydra Energy Keratin Boost“ Gesichtsgel von „L’Oréal Men Expert“.

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© dm Newsletter

Großes Interesse, große Inhaltsstoffe? Wir haben gecheckt, wofür sich die „dm“-Kunden interessieren.

„Hydra Energy Keratin Boost“: Was steckt drin?

„Verquollene Augen, fahler Teint und matte Gesichtszüge haben mit der innovativen Anti-Müdigkeits-Formel jetzt absolut keine Chance mehr. Zehn Stunden im Büro, danach noch Sport und später auf die Party? Mit dem Power-Gel hinterlässt auch ein harter Tag keinerlei Spuren“ – klingt verlockend auf der Webseite von „L’Oréal Men Expert“.

Dafür sorgen soll ein „neuartiger Mix aus Taurin und Kreatin“. Neben vielen unbedenklichen Inhaltsstoffen, enthält das Gel jedoch auch bedenkliche. Das sind drei davon:

SILIKON

Auf der Inhaltstsoffliste ist der zweite aufgeführte Inhaltstsoff nach Wasser „Dimethicone“. Da die Reihenfolge der Inhaltstsoffliste immer über die mengenmäßige Verwendung der Inhaltsstoffe Aufschluss gibt, steckt demnach eine Menge Silikonöl „L’Oréal“-Produkt.

Die aus Erdöl gewonnenen synthetischen Polymere wirken versiegelnd und legen sich wie ein Film auf die Haut. Die Haut wirklt glatt und ebenmäßig, gleichzeitig werden aber auch Talg- und Schweißfluss eingeschränkt. Kurz: Durch den Silikonschleier wird die natürliche Hautregeneration und –regulation deutlich eingeschränkt. Die Folge können Trockenheit, Unreinheiten und Hautirritationen sein.

Zudem wandern Reste von silikonhaltiger Kosmetik in das Abwassersystem und zuletzt in natürliche Gewässer, da nicht alle Partikel in Kläranlagen herausgefiltert werden können. Das Problem: Silikone sind nicht biologisch abbaubar und reichern sich daher in der Umwelt an.

Silikon-Pistole

NYLON 12

Hinter der kryptischen Bezeichnung NYLON 12 versteckt sich Mikroplastik, das in vielen kosmetischen Produkten als Schleifmittel, Filmbildner, Bindemittel oder günstiger Füllstoff verwendet wird.

Die nicht abbaubaren Kunststoffteilchen gelangen unter anderem über Kosmetika ins Abwasser und von dort in Meere und Flüsse, da sie von den Kläranlagen nicht vollständig zurückgehalten werden können. Sind diese Teilchen einmal im Wasser, können sie nicht mehr entfernt werden und an ihrer Oberfläche sammeln sich erhöhte Schadstoffkonzentrationen an.

Problematisch hierbei: Die Mikropartikel werden von Meerestieren über die Nahrung aufgenommen. Über die Nahrungskette landet es schließlich auch auf unseren Tellern – gerade im Januar wurde in dem bekannten Salz „Fleur de Sel“ Mikroplastik nachgewiesen.

Mikroplastik

YELLOW 6 / CL 15985

Yellow 6 oder zu Deutsch Gelborange S (E110) wird als künstlicher Farbstoff in Kosmetika eingesetzt, um die Farbgebung des Produkts sowie einen leichten Tönungseffekt auf der Haut zu erreichen. Basierend auf Tierversuchen gilt es als krebserzeugend und es gibt Hinweise auf hormonelle Wirksamkeit.

In Lebensmitteln gilt der Azofarbstoff als allergieauslösend, besonders bei Personen, die empfindlich auf Aspirin oder Benzoesäure (E 210) reagieren. Gelborange gilt vermutlich auch als Auslöser von Neurodermitis oder Asthma, weshalb vom Verzehr größerer Mengen abzuraten ist. Im Tierversuch wurden bei hoher Dosis auch die Bildung von Nierentumoren festgestellt.

Seit 2010 ist laut EU-Verordnung zudem ein Warnhinweis auf Verpackungen für alle Lebensmittel mit Azofarbstoffen Pflicht. Nämlich: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.

tropfen

*Das Ranking basiert auf der Wahrnehmung vieler Tausend Konsumenten in Deutschland. Das Marktforschungsinstitut Yougov führte im Rahmen des Markenmonitors Brandindex jeden Tag diverse Befragungen durch, um so eine stabile Einschätzung der Marken zu ermitteln. Dieses Jahr gab es 35 Kategorien von Automobil bis Versicherungen, die jeweils mit Punkten von -100 bis +100 bewertet werden konnten.

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