Arbutin: Schädlicher Aufheller in Cremes

Gegen Pickelmale und Pigmentflecken

Arbutin: Schädlicher Aufheller in Cremes - Gegen Pickelmale und Pigmentflecken

kosmetik

von

Viele Cemes versprechen Pickelmale und Pigmentflecken verschwinden zu lassen. Ein beliebter Wirkstoff dafür ist Arbutin – das gilt aber als „gesundheitlich bedenklich“, da es das potenziell krebserregende Hydrochinon freisetzen kann.

Was ist Arbutin?

Arbutin ist ein sekundärer Pflanzenstoff der zum Beispiel in Rosen- und Heidekrautgewächsen enthalten ist. In höheren Konzentrationen steckt der Stoff beispielsweise in Bärentraubenblättern und Birnenschalen. Es handelt sich um ein sogenanntes Glykosid, das die Pflanzen vor Fressfeinden schützt.

birne

Arbutin in Kosmetika

Mittlerweile hat die Kosmetikindustrie Arbutin für sich entdeckt, denn der Stoff hat eine bleichende Wirkung auf die Haut.

So wird Arbutin beispielsweise in den immer beliebteren Bleich- und Schönheitscremes verwendet, um Pigmentflecken und Pickelmale aufzuhellen. Auf der Inhaltsstoffliste wird das Bleichmittel Arbutin auch als ß-Arbutin deklariert.

Arbutin steckt beispielsweise in folgenden Produkten:

Arbutin in Cremes potenziell krebserregend

Das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ (BfR) warnte im Jahr 2013 vor der Verwendung jeglicher Kosmetika, die den Wirkstoff Arbutin enthalten.

Denn durch Stoffwechselprozesse kann Arbutin in der Haut in D-Glucose und Hydrochinon gespalten werden, informiert das BfR. Hydrochinon wiederum steht im Verdacht, krebserzeugend zu sein und ist in Kosmetika wie Hautbleichmitteln mittlerweile in Europa verboten.

Deshalb bewertet das BfR den Gebrauch von β−Arbutin in kosmetischen Mitteln als „gesundheitlich bedenklich“ und rät von deren Verwendung ab.

creme

Neue Bewertung von Arbutin in Kosmetika

Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (Scientific Committee on Consumer Safety, SCCS) der EU-Kommission hat Arbutin als Wirkstoff in Kosmetika im Jahr 2015 neu bewertet.

Laut der Einschätzung des SCCS ist die Verwendung von ß-Arbutin demnach in Kosmetikprodukten sicher, wenn die Konzentration des Wirkstoffes die Grenze von sieben Prozent nicht überschreitet und die Abspaltung von Hydrochinon dabei maximal ein Teil je Million (ppm) beträgt.

Dies dürfte für die Konsumenten jedoch schwer nachvollziehbar sein. Auch die Kombination mit anderen Produkten, die Hydrochinon freisetzen, wurde in der Untersuchung des SCCS nicht miteinbezogen.

Hautpflege2

Arbutin als umstrittene Medizin

Aufgrund seiner leicht desinfizierenden Wirkung wird Arbutin übrigens auch im medizinischem Bereich vor allem als Arzneitee zur Behandlung von bakteriellen Harnwegsentzündungen und leichten Blasenentzündung eingesetzt.

Allerdings wird auch bei der Verarbeitung von Arbutin im Körper das potenziell krebserregende Hydrochinon freigesetzt.

Deshalb dürfen Medikamente mit Arbutin ohne ärztlichen Rat nicht länger als eine Woche und maximal fünf Mal pro Jahr angewendet werden. Schwangere und Kinder sollten diesen Stoff generell meiden.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
5/5 2 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

Frau Mädchen
Hochprozentige Kosmetik –
haare
SLES, SLS, ALS & Co. –
parfüm
Chanel, Dior und Dolce & Gabbana –

Tutorial

blumen
Anzeige

Wie Gesichtsöl Dein Make-Up zum Strahlen bringt

Die Vorzüge von Gesichtsölen für die Pflege unserer Haut sind uns allen längst bekannt. Wusstest Du aber, dass man Gesichtsöle geschickt ins tägliche Make-Up mit einbauen kann? Im Video-Tutorial verraten wir Dir fünf Anwendungstricks für ein strahlendes Make-Up dank Gesichtsöl.

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Artenschutz in der Antarktis

krill

Omega-3-Kapseln: Das Geschäft mit dem Krill

Sie werden als Allheilmittel beworben, die Herzinfarkte und Arteriosklerose vorbeugen, Entzündungen, Diabetes und Alzheimer lindern: Das Geschäft mit Omega-3-Fettsäure-Kapseln boomt. Häufiger Bestandteil der Kapseln ist antarktischer Krill. Doch die Jagd auf das kleine Krebstier stellt eine große Gefahr für ein ohnehin schon gefährdetes Ökosystem dar.