Umweltverschmutzung

8 Tipps: Das kannst Du gegen Mikroplastik tun

27. Juni 2017 von

Mikroplastik steckt unter anderem in unserer Kosmetik, in unserer Kleidung und auch brüchige Plastikteile, die bereits im Meer schwimmen, setzen Mikroplastik frei. Dieses riesige Umweltproblem gilt es in den Griff zu bekommen – und auch Du kannst etwas dafür tun!

Unter Mikroplastik versteht man mikroskopisch kleine Kunststoffe, die kleiner als fünf Millimeter sind. Durch Kosmetik, Synthetikkleidung oder auch den Reifenabrieb beim Autofahren, landet die kleinen Plastikpartikel im Abwasser und von dort in der Kläranlage.

Das Problem: Die Filtersysteme der Kläranlagen können die winzigen Plastikteilchen nicht komplett herausfiltern. Im Meer angelangt wird das Mikroplastik von Fischen, Krebsen oder Muscheln aufgenommen und landet letztlich wieder auf unserem Teller. Und das mit weiteren ungebetenen Gästen, denn das Mikroplastik im Meer wirkt aufgrund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften wie ein Magnet für Schadstoffe. So ist die Schadstoffkonzentration an Mikoplastikpartikeln oftmals stark erhöht – die Folgen für den Organismus noch nicht letztlich geklärt.

Deshalb ist es wichtig aktiv zu werden! Zum Beispiel mit diesen sieben Tipps …

1. Verzichte auf „Plastik-Kosmetik“

In der CodeCheck „Mikroplastik-Studie 2016“ wurden 103.000 Kosmetikprodukte untersucht: Dabei enthielten beispielsweise rund 17 Prozent der untersuchten Lippenkosmetika, rund zwölf Prozent der untersuchten Augen-Kosmetika und rund sieben Prozent der Duschgele Mikroplastik.

Das Problem: Mikroplastik versteckt sich nicht nur in vielen Produkten, sondern auch hinter dutzenden Inhaltsstoffbezeichnungen, wie Nylon-12 oder Acrylates Copolymer.

Eine Möglichkeit diese zu erkennen: Die CodeCheck-App erkennt durch einen Produkt-Scan umfassend und basierend auf den Einschätzungen des BUND, ob und welche Art von Mikroplastik enthalten ist und schlägt mikroplastikfreie Alternativen vor.

2. Check, ob Dein Waschmittel Mikroplastik enthält

Neben Kosmetikprodukten wie Peelings, Duschgel, Make-up oder Lippenstiften, enthalten auch viele Pulver- und Flüssigwaschmittel Mikroplastik.

Deshalb check auch hier Dein Waschmittel mit der App und greif zu Alternativen!

3. Verzichte beim Kleidungskauf auf Synthetikfasern

Laut „BUND“ gehören synthetische Textilien zu den Hauptquellen der Mikroplastik-Einträge in die Meere. Bei jedem Waschgang lösen sich aus dem Textilien winzige Fasern, die ins Abwasser gelangen und von den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können. So gelangen sie ins Wasser.

Dabei verliert eine Fleece-Jacke pro Wäsche circa eine Millionen Mikro-Plastikteile und Nylon-Socken circa 136.000 Mikrofasern pro Wäsche.

Achte deshalb darauf, ob Kunstfasern wie Polyester, Nylon oder Acryl in Deiner Kleidung verarbeitet wurden. Naturfasern wie Baumwolle, Wolle, Seide oder Leinen können im Gegensatz zu Synthetikfasern abgebaut werden.

4. Wasch Deine Wäsche sanft

Wenn Du Kleidung mit Syntektikfaser-Anteil wäschst, empfiehlt die „Deutsche Meeresstiftung“ einen kurzen Waschgang bei möglichst geringer Temperatur und einem niedrigen Schleudergang – um den Ausstoß von vielen Fasern zu verhindern.

Da Textilien einen Großteil der Fasern bei der ersten Wäsche verlieren, könnten laut „BUND“ beispielsweise verpflichtende Vorwäschen seitens der Hersteller eingeführt werden.

Wobei das Ziel aber der geringere Verbrauch und die geringere Produktion von Plastik sein sollte.

5. Reduziere Plastikverpackungen

Von den jährlich 78 Millionen Tonnen der weltweit gebrauchten Plastikverpackungen landen laut „WWF“ 32 Prozent unkontrolliert in die Umwelt.

Ein kleiner Erfolg in diesem Hinblick: Seit Juli 2016 sind Plastiktüten in vielen Geschäften in Deutschland kostenpflichtig – und das wirkt: Von 5,6 Milliarden sank der jährliche Plastiktütenverbrauch in Deutschland auf „nur“ noch 3,6 Milliarden.

Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, um auf Plastik im Alltag zu verzichten. Ein paar Beispiele:

  • Statt dem hektischen Coffee-to-go: Nimm Dir Zeit zum Genießen oder lass Dir den Kaffee in den eigenen Behälter abfüllen
  • Statt abgepackten Fertigsalaten & Co. selbst kreativ werden
  • Obst und Gemüse unverpackt in Bio-Märkten oder auf dem Markt kaufen
  • Unmengen von Einweg- und Mehrwegwasserfalschen zu kaufen, braucht kein Mensch: Einfach eine Glaskaraffe oder nachhaltige Trinkflasche mit Leitungswasser füllen

6. Sammle Plastik

Plastik an Stränden ist nicht nur nicht schön anzusehen, sondern wird auch oftmals von Seevögel und anderen Tieren mit Futter verwechselt. Gelangt das Plastik ins Meer, lösen sich daraus nach und nach kleine Mikroplastik-Partikel.

Deshalb: Mach es wie die Bloggerin Daria Alizadeh – und sammel Müll an Stränden, Flüssen oder Seen! Und auch vor Deiner Haustür kannst Du anpacken. Die Umwelt dankt es Dir immer!

7. Mach Leute auf das Problem aufmerksam

Vielen sind die Konsequenzen ihres Handelns gar nicht bewusst – deshalb informier sie!

„The Story of Microfibers“ erklärt beispielsweise ganz einfach und klar warum Handlungsbedarf besteht.

8. Fordere Hersteller zum Handeln auf

Du entscheidest mit Deinem Kaufverhalten über künftiges Angebot – deshalb solltest Du Deine individuelle Macht über Herstellung und Herstellungsbedingungen nicht unterschätzen.

Deshalb kauf keine Produkte, die Mikroplastik enthalten!