Zusatzstoffe in Babynahrung: ungesund und unnötig

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Zusatzstoffe in Babynahrung: ungesund und unnötig - Gesundheit

Zusatzstoffe in Babynahrung

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Fertigbreie und Co. sind praktisch, doch was ist in den Gläsern eigentlich drin? Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich, denn unnötige und ungesunde Zusatzstoffe tauchen auch in Babynahrung auf.

Säuglingsflaschennahrung, Breimahlzeiten, Cracker, Joghurt – die Hersteller von Babynahrung warten mit immer neuen, vermeintlich besseren Produkten auf. Kein Wunder: Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder, Herstellung und Verkauf von Babynahrung ist entsprechend zur Goldgrube geworden. Doch was ist eigentlich drin in all den Produkten?

Gerade Babybreie sind oft besser als ihr Ruf, wie beispielsweise ein Test des Schweizer Magazins WirEltern gezeigt hat. Dennoch lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste und das Einkaufen mit gesundem Menschenverstand.

Was Kinderärzte empfehlen: Die ersten 4-6 Monate

Zuallererst: Die wichtigste, gesündeste und natürlichste Nahrung für einen Säugling ist Muttermilch. Kann oder möchte eine Mutter nicht stillen, ist Säuglingsflaschennahrung eine gute Alternative. Dabei sollte man sich allerdings streng an die angegebene Dosierung halten, denn Über- oder Unterdosierung hat Folgen – genaue Informationen haben Kinderärzte, Hebammen und Säuglingsstationen in Krankenhäusern. Eltern sollten sich niemals scheuen nachzufragen.

Was Kinderärzte empfehlen: B(r)eikost ab dem 5. Lebensmonat

Ab dem 5. Lebensmonat können Eltern mit der B(r)eikost beginnen und (zuerst nur nach und nach) neue Lebensmittel einführen. Mit der Zeit können Lebensmittel gemischt werden, es sollten aber pro Mahlzeit nicht mehr als fünf Zutaten sein, da so Unverträglichkeiten besser festgestellt werden können.

Und: Im ganzen ersten Lebensjahr sollten einige Lebensmittel tabu sein. Dazu gehören unter anderem Salz (belastet die Nieren, in geringen Mengen, z.B. in Salzwasser gekochte Nudeln, für ein Baby ab 8 Monaten okay), Quark (enhält zu viel Eiweiß, belastet die Nieren), Honig und Ahornsirup (können Botulismussporen enthalten, die für Babys giftig sind) und künstliche Süßstoffe (die unschädliche Menge ist bei Kleinkindern schnell überschritten).

Die Realität sieht anders aus

Salz im Pasta-Fisch-Gemüse-Brei, sieben Würfel Zucker in einem wie Schokopudding aussehenden Babybrei, Isomaltulose (Glukose- und Fruktose-Quelle) im „Teegetränk“, zu viel Eiweiß im speziell für Babys angepriesenen Joghurt, hochkalorische Trinkmahlzeiten, die Überfütterung und Karies bei Babys fördern... Die Liste könnte unendlich weitergeführt werden.

Und alle Produkte werden den Eltern als besonders babygerecht, besonders gesund, „ohne Zuckerzusatz“, „schonend hergestellt“, bedürfnisgerecht und so weiter angepriesen. Schließlich soll man denken, dass man seinem Kind etwas Gutes tut. Wie kann das sein? Sollte nicht gerade Babynahrung besonders kontrolliert werden?

Das Problem: In Deutschland regelt die Beikost-Verordnung nur den Fleisch-, Eiweiß- und Fettgehalt in den Gläschen. Ob ein Gläschen aber randvoll mit Zucker ist, ist egal.

Einkaufen mit gesundem Menschenverstand

Was also tun? Alles nur noch aus frischen Lebensmitteln selber herstellen? Für die meisten Eltern ist das nicht oder zumindest nicht ausschließlich machbar. Und einige Babyprodukte sind ja auch wirklich gut, gesund und sinnvoll. Beim Einkaufen empfiehlt es sich also, immer einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Salz, Konservierungsstoffe, Zucker und künstliche Süßstoffe gehören nicht in Babynahrung. Achtung: Auch hinter Begriffen wie Fructose, Maltodextrin, Invertzuckersirup, Glucose oder Saccharose verbirgt sich Zucker.

Und braucht ein Baby oder Kleinkind wirklich ein gesüßtes Teegetränk? Kinder haben soviel mehr Geschmacksrezeptoren auf der Zunge als wir, dass auch ein ganz normaler (Bio-)Fencheltee süß und lecker für sie schmeckt. Normales Nature-Joghurt in kleinen Mengen mit purem Fruchtbrei vermischt, ersetzt das übersüßte Babyjoghurt, eine süße frische oder getrocknete Frucht den Babykeks.

Selber probieren

Liebe Eltern, probiert doch einfach einmal das, was ihr euren Kindern zu essen gebt. Schmeckt es für euch eher fad, ist es fürs Kind vermutlich gut und gesund, schmeckt es für Erwachsene aber „normal“, gesalzen oder sogar speziell süß, sollte man die Finger davon lassen.

Quelle: wireltern.ch, wdr.de

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