Zucker spaltet die Nation – und sprengt Gürtellinien

„Zucker ist der neue Tabak“

Zucker spaltet die Nation – und sprengt Gürtellinien - „Zucker ist der neue Tabak“

Zucker auf Verbots-Index

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Tabak und Zigaretten stehen schon lange auf dem Verbots-Index der Grünen Deutschland. Nun soll Zucker folgen. Bevormundung oder kluger Vorstoß?

Der Ton, den die Medien rund um den letzten Vorstoß der Grünen anschlagen, ist streitlustig. Der Vorstoß sagt nämlich, dass neben Alkohol und Tabakwaren auch Zucker auf den Verbots-Index gehöre. Dieselben Gegner kritisieren, dass es der grünen Partei lediglich um die Bevormundung der Bürger, nicht um deren Schutz geht. Politisch wollen wir uns nicht einmischen, für uns sind jedoch die Argumente interessant, die in der Diskussion genannt werden.

Ernährung – Eine soziale Frage?

Renate Kühnast, eine deutsche Politikerin, ist der Meinung, dass Ernährung eine soziale Frage sei. Sie führt auf, dass falsche Ernährung zu Übergewicht und das wiederum zu Krankheit führt. Sie stellt soziale Aspekte in den Vordergrund: Dicke oder kranke Kinder werden ausgegrenzt und wer weniger Freunde hat, habe es schwerer im Leben. So einfach ist es dann auch wieder nicht, auch wenn diese Kausalkette bei einzelnen Kindern zum Tragen kommt.

Nein, Zucker richtet bewiesenermaßen Schäden an. Er bringt die natürlichen Vorgänge zur Appetit-Zügelung durcheinander. Er liefert in kleinen Mengen eine hohe Dichte an Kalorien, ohne dabei den Menschen wirklich zu ernähren.

Vielleicht sollte man eher da ansetzen und das Wissen rund um die schädliche Seite von Zucker unter die Leute bringen, als einander in betont sarkastisch gehaltenen Artikeln anzugiften.

Fakt ist, dass Zucker hochgradig abhängig macht. Fakt ist auch, dass Tabakartikel abhängig machen. Daher lassen sich diese zwei Genußmittel zwar vergleichen, jedoch nur auf einigen Ebenen. Tabak ist wie eine Fremdeinwirkung: Tabakrauch gefährdet auch die Mitmenschen direkt. Wenn ein Kind jedoch zu viel Zucker isst, wird das andere Kind nicht zwangsweise auch dick. Aber Krebs verursachen beide Mittel, nicht wahr?

Zucker hat negative Auswirkungen auf das Gehirn

Aus diesen Gründen ist es interessant, den Zucker und seine Auswirkungen noch einmal genauer zu analysieren. Dass zu viel Zucker dick macht und auch für Blutbahnen und Herz nicht besonders gut ist, ist schon lange kalter Kaffee.

Neuer hingegen ist die Anhäufung von Beweisen, dass Zucker tatsächlich Schaden im Gehirn anrichten kann. 74 Prozent aller Lebensmittel in regulären Supermärkten enthält Zucker. Oder Glukose, Fruktose, Honig, Maissirup und wie sie alle heißen. Die WHO empfiehlt uns, dass lediglich 5 Prozent unserer Kalorienzufuhr von Zucker kommen sollte. Die Realität für die meisten Menschen sind jedoch eher 13 Prozent, die aus Zuckerquellen stammen. Bei manchen Menschen ist jedoch von einem Über-Konsum von bis zu 45 Prozent die Rede.

Zu viel Zucker und die Auswirkungen auf das Gehirn

Wenn jemand ein Lebensmittel verspeist, werden die Geschmacksnerven auf der Zunge aktiviert. Im Falle von süßen Speisen hat unser Hirn ein Belohnungs-System vorgesehen. Die aktivierten Rezeptoren senden Signale ins Hirn, die das Belohnungszentrum aktivieren und als Reaktion darauf werden Glückshormone ausgeschüttet. Zu viel Zucker bringt das Belohnungssystem durcheinander – und das führt zu Problemen.

Namentlich Kontrollverlust, unstillbare Gelüste und eine erhöhte Toleranz des Körpers gegenüber Zucker. Ähnlich sieht es beim Konsum von Drogen aus, das System und die Reaktion des Hirns sind genau gleich (Codecheck berichtete).

2012 hat die UCLA eine Studie an Ratten durchgeführt. Die Studie zeigte, dass eine Ernährung, die hoch in Zucker ist, die Merkfähigkeit und Leistung des Gehirns negativ beeinflußt. Das Hirn wird wortwörtlich langsamer unter dem Einfluss von Zucker. Eine hohe Zuckerdosis, täglich verabreicht, hat bei den Ratten zu Insulinintoleranz geführt.

Was viele nicht wissen: Insulin hat nicht nur Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, sondern auch auf die Hirnzellen. Das Hormon stärkt die synaptischen Verbindungen zwischen Hirnzellen.

Vollwerternährung statt Bevormundung

Weitere Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen, die eine „Standard-Ernährung“ nach heutigen (westlichen) Maßstäben essen, täglich viel zu viel gesättigtes Fett, Zucker und Salz zu sich nehmen. Diese Menschen haben ein höheres Risiko, an Depressionen zu erkranken, als Leute, die Vollwerternährung bevorzugen. Diese beinhaltet von Natur aus logischerweise auch weniger Zucker.

Tja. Bevormundung oder Schutz: Fakt ist, dass der Konsum von Zucker die Nationen tatsächlich gefährdet und man die Bürger zumindest genau über die Auswirkungen und Gefahren des weissen Kristalls informieren sollte. Und das hat die grüne Partei offensichtlich getan, auch wenn sie dafür nun Kritik erntet.

Quelle: shz.de

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