Wie viele Sklaven arbeiten für Dich?

Wie viele Sklaven arbeiten für Dich? -

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Sklaverei. Das klingt nach Baumwollplantagen in den Südstaaten der USA im 19. Jahrundert oder nach Barbarei im alten Rom. Aber auch heute gibt es Sklaven. Und sie arbeiten höchstwahrscheinlich auch für Dich.

Rund 16 Millionen Sklaven gibt es auf der Welt, so die „International Labor Organisation“. Würde man zwangsverheiratete Frauen dazu rechnen, wären es wesentlich mehr.

Manche arbeiten in den Haushalten der Bessergestellten, andere sind auf Baustellen, in Fabriken oder in der Landwirtschaft tätig. Sie werden durch Täuschung, Gewaltandrohung oder Not zur Arbeit gezwungen. Ein Großteil lebt in Asien, Afrika oder in den Ländern des Pazifiks. Aber auch in Amerika und in Europa gibt es Sklaven.

Warum steckt in alltäglichen Konsumgütern Sklavenarbeit?

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet. Darüber hinaus gab es viele weitere Bemühungen, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Offiziell ist Sklavenarbeit längst verboten. Aber die Gesetze bestehen in manchen Ländern nur auf dem Papier, so der Journalist Skinner im „Welt-Interview“.

Komplexe weltweite Warenketten sorgen dafür, dass weder Konzerne noch Regierungen so genau wissen, woher die Rohstoffe eigentlich stammen.

So kommt es, dass Kaffeebohnen aus dem Supermarkt um die Ecke womöglich von einem afrikanischen Sklaven geerntet wurden. Oder dass ein Kind aus dem Kongo Tag und Nacht Coltan schürfte, das schließlich im neuen Smartphone verarbeitet wurde. Nicht zu vergessen Baumwolle, die ebenfalls aus Sklavenarbeit stammen kann.

Smartphone

Aber die Wege sind noch viel verschlungener. „Sie haben die Ziegel für die Fabrik gebrannt, in der Ihr Fernsehapparat angefertigt wurde. In Brasilien haben Sklaven die Holzkohle hergestellt, mit der man den Stahl für die Federung Ihres Autos und die Schneide Ihres Rasenmähers härtete. Sklaven haben den Reis angebaut, von dem die Frau sich ernährt, die den wunderschönen Stoff für Ihre Vorhänge gewebt hat“, so der „Standard“.

Wie ein Leben als Sklave aussehen kann, recherchierten amerikanische Reporter. Auf einer indonesischen Insel arbeiten verarmte Migranten aus Birma unbezahlt rund 22 Stunden am Tag. Sie leben in Käfigen, dürfen die Insel nicht verlassen und werden misshandelt, wenn sie sich wehren. Gewalt, Zwang und Kontrolle sind damals wie heute typische Merkmale der Sklaverei.

Wenn Du wissen möchtest, wie viele Sklaven für Dich arbeiten, kannst Du es mit diesem Tool herausfinden. Je nach Lifestyle können es durchaus um die 30 sein.

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Was kann ich tun?

Sklaven können sich nur selten aus ihrer Situation befreien. Aber die Konsumenten am anderen Ende der Warenkette haben eine Wahl. Zwar steht auf keinem Etikett, dass hier ein Sklave am Werk war. Aber bei Fairtrade-Produkten beispielsweise ist nicht nur von der Einhaltung der Menschenrechte, sondern auch von einer fairen Bezahlung auszugehen.

Darüber hinaus gibt es Organisationen wie „Free the Slaves“, die sich gegen Sklaverei engagieren. Rund 80 Euro kostet es beispielsweise, einen Kindersklaven aus Ghana zu befreien. Bei Konzernen oder Politikern nachzuhaken, ist natürlich auch eine Möglichkeit, auf das Thema aufmerksam zu machen.

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