Wie umweltbelastend ist Online-Shopping?

Klimabilanz

Wie umweltbelastend ist Online-Shopping? - Klimabilanz

Online Shopping

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Ob bequem auf dem Sofa oder auch mobil von unterwegs, die Shopping-Möglichkeiten im Internet sind heutzutage nahezu unbegrenzt. Nur ein Klick, und das Objekt der Begierde liegt im Warenkorb. Doch was ist aus Umweltsicht besser, online shoppen oder in den Laden gehen? Wir haben einen Blick auf die Öko-Bilanz von Online-Shopping geworfen - mit überraschenden Ergebnissen.

Um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten, bieten mittlerweile viele Internethändler kostenlosen Versand und gebührenfreie Retoure an. Dies hat unter anderem zur Folge, dass mindestens jedes zweite Paket mit Bekleidungskäufen aus dem Internet zurückgeschickt wird. Vor allem bei Kleidung ordern Kunden häufig mehr als benötigt und mit dem Wissen, dass sie einen Teil wieder zurückschicken werden.

Täglich kommen auf diese Weise laut „Verbraucherzentrale800.000 Pakete zusammen, die mit einem CO2 Ausstoß von 400 Tonnen gleichzusetzen sind. Zum Vergleich: Diese Menge wird auch bei 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking produziert.

Riesige Müllberge durch Online-Shopping

Doch nicht nur der CO2 Ausstoß ist beim Online-Shopping immens. Auch der dadurch produzierte Abfall an Folie, Pappe und Karton. Laut „Umweltbundesamt“ hat der Verbrauch von Verpackungsmüll im „Distanzhandel“ seit 1996 um 540 Prozent zugenommen. Damit belegt Deutschland europaweit Platz eins.

Da die meisten Händler Einwegverpackungen verwenden, stellt dies ein großes Umweltproblem dar. Ob das seit Jahresbeginn geltende neue Verpackungsgesetz den Handel zum Einsatz umweltfreundlicherer Verpackungen animieren wird, bleibt abzuwarten.

Verpackungsmüll

Wahl der Ware und des Verkehrsmittels ist entscheidend

Online-Shopping kann in manchen Fällen umweltfreundlicher sein, als konventionell einkaufen zu gehen. Unter anderem dann, wenn Du das Auto nehmen müsstest, um in die Stadt zu fahren. Da Bestellungen im Online-Handel von Transportunternehmen gebündelt werden, produzieren sie in diesem Fall weniger CO2.

Bei der Lieferung von frischen Lebensmitteln ist die Situation eine andere, da diese schnell zugestellt werden müssen und seltener gebündelt werden können. Daher werden die kleineren Mengen noch extra verpackt. Nicht selten kommt die Ware in Tüten und Styropor zusammen mit Kühlakkus oder Eiswürfeln. Einige wenige Anbieter nutzen zwar schon kompostierbare Boxen oder recycelte Kühlwolle. Verbraucherschützer fordern daneben Pfandsysteme, etwa für Kühltaschen. Aber wirklich überzeugende Konzepte gibt es bisher nicht.

Lebensmittel gibt es ja meistens auch in der Nähe. Und wenn das Shoppingvergnügen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder noch besser zu Fuß oder mit dem Rad stattfindet und die Ware behalten wird, ist die Ökobilanz für Offline-Shopping ebenfalls besser. Werden Einkäufe zudem gebündelt, verbessert dies zuzüglich den ökologischen Fussabdruck.

Wie Händler die Öko-Bilanz von Online-Shopping verbessern können

„Der Trend wird sich kaum aufhalten lassen", meint auch Thomas Fischer von der „Deutschen Umwelthilfe“ (DUH) gegenüber dem „ZDF“ zum Thema Online-Shopping. „Also sollte man versuchen, ihn so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten." Neben dem Einsatz von recycelbaren Materialien bedeutet das vor allem, dass an der Reduktion der Menge von Verpackungsmaterial gearbeitet werden muss. Denn Ware in zu großen Verpackungen muss deutlich mehr ausgepolstert werden.

Durch die Einführung von kostenpflichtigem Versand könnten zudem die Retourenzahlen reduziert werden. Viele Händler schrecken jedoch aus Angst vor Kundenverlust davor zurück.

Auch bessere Produktbeschreibungen und die Verwendung von Algorithmen sowie die Veröffentlichung von hilfreichen Kundenbewertungen könnten zu einem Rückgang der Anzahl an Rücksendungen führen.

8 Tipps, wie Du Online-Shopping umweltfreundlicher gestalten kannst

Wenn Du ein paar Regeln beachtest, ist gegen Online-Shopping an sich nichts einzuwenden. Mit diesen Tipps trägst Du zu einem reduzierten Materialverbrauch und Schadstoffausstoß für Verpackung und Lieferung bei:

1. Nur wirklich Notwendiges bestellen, das vor Ort nicht erhältlich ist

2. Auf Herkunft der Händler achten (Fernost oder Übersee)

3. Einkäufe - egal ob im Laden oder online - bündeln

4. Regionale Lieferdienste nutzen

5. Vergebliche Zustellversuche durch Selbstabholung in einer Abholstation (idealerweise in Laufnähe), Vereinbarung eines Liefertermins oder eines Ablageorts vermeiden

6. Rücksendungen vermeiden

7. Nicht im Laden informieren / anprobieren und anschließend online kaufen (doppelt so viele Emissionen durch Leerfahrten und Lieferung)

8. Standard-Versand anstelle von Express wählen (Zustellfahrzeuge sind nicht voll beladen, Fahrten dadurch nicht optimal ausgelastet)

Fazit

Die Frage, ob Online-Shopping nun umweltschädlicher ist als der Einkauf im Laden, kann pauschal nicht beantwortet werden, da viele Faktoren in die Rechnung einfließen. In die Öko-Bilanz beim Einkauf im stationären Handel müssen nämlich auch Heizkosten und Beleuchtung eingerechnet werden, und nicht nur die sind schwer einzuschätzen. Ohne Zweifel unterstützt Du jedoch mit dem Offline-Kauf das Bestehen des lokalen Einzelhandels.

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