Wie schädlich sind Mentholzigaretten?

Hohes Suchtpotential, erhöhtes Krebsrisiko

Wie schädlich sind Mentholzigaretten? - Hohes Suchtpotential, erhöhtes Krebsrisiko

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Ab Mai 2020 dürfen Zigaretten mit künstlichen Geschmacksrichtungen wie Menthol nicht mehr verkauft werden. Das ist gut so, denn nach Meinung vieler Experten verführen die Aromastoffe dazu, mehr zu rauchen – mit möglicherweise fatalen Folgen.

Durch seinen charakteristischen Pfefferminzgeschmack und die kühlende, erfrischende Wirkung mildert das Menthol die Schärfe des Tabakrauchs. Genau deshalb sind Menthol-Zigaretten nach Meinung der Europäischen Union gefährlich.

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Geschmack verleitet zu mehr Konsum

Die EU geht davon aus, dass das für viele angenehme Aroma Rauchen attraktiver macht und vor allem für Jugendliche reizvoll ist. Deshalb wurde im Jahr 2014 eine Richtlinie verabschiedet, die ein Verbot aromatisierter Zigaretten vorsieht.

Im Mai hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) mehrere Klagen von Zigarettenkonzernen und Staaten gegen diese Vorschrift abgewiesen. In ihrem Urteil folgt der EuGH der Einschätzung des Gesetzgebers und weist darauf hin, dass ein Verkaufsstopp dazu beitragen könne, „die Abhängigkeit sowohl unter neuen als auch unter kontinuierlichen Rauchern zu reduzieren“.

Eine zwei Monate später veröffentlichte Studie der US-amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel gibt dem EuGH Recht: Der Untersuchung zufolge hätten Anhänger von Menthol-Marken größere Probleme damit, sich das Rauchen abzugewöhnen, als jene, die den herkömmlichen Tabakgeschmack bevorzugen. Allerdings könne dieses Ergebnis nicht als wissenschaftlich einwandfrei anerkannt werden, mahnt die „Zeit“. Denn die Analysen, auf denen die Studie beruht, lieferten statistisch nicht immer eindeutige Ergebnisse.

Bildung von krebserzeugenden Stoffen

Doch für Raucher von Menthol-Zigaretten besteht neben der abstrakten Gefahr einer starken Abhängigkeit auch eine direkte Gefahr: „Zwar gelangt beim Verbrennen der Zigarette, Studien zufolge fast alles Menthol unverändert in den Rauch, eine geringe Menge (0,5 Prozent) verbrennt aber und kann dabei Substanzen wie Benzo(a)pyren und Benzol bilden“, schreibt das Schweizer „Bundesamt für Gesundheit (BAG)“ auf seiner Internetseite. Beide Substanzen habe das „Internationale Krebsforschungszentrum (IARC)“ als beim Menschen krebserzeugend eingestuft.

Das könnte erklären, warum afroamerikanische Raucher in den Vereinigten Staaten häufiger an Lungenkrebs erkranken als andere Raucher. Einem Bericht der Online-Plattform „wissenschaft.de“ zufolge sollen Mentholzigaretten bei dieser Bevölkerungsgruppe besonders beliebt sein.

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