Wie schädlich ist Fruchtzucker?

Fructose: besser als „normaler“ Zucker?

Wie schädlich ist Fruchtzucker? - Fructose: besser als „normaler“ Zucker?

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Zucker ist ungesund, klar. Aber was ist mir Fruchtzucker? Entgegen der Annahme ist Fructose nicht gesünder als normaler Haushaltszucker. In größeren Mengen ist sie für unseren Körper sogar besonders schädlich und verantwortlich für Übergewicht, Fettleber und erhöhte Blutfettwerte.

Was ist Fructose?

Fruchtzucker (Fructose) gehört zu den Kohlenhydraten und zählt wie Glucose (Traubenzucker) zu den Einfachzuckern (Monosaccharide). Fructose steckt in vielen Früchten wie Äpfeln, Beeren, Trauben und in einigen Gemüsesorten, jedoch in geringeren Konzentrationen im Vergleich zu Obst. In gebundener Form ist er auch in normalem Haushaltszucker enthalten, der zur Hälfte aus Fructose und zur anderen Hälfte aus Glucose besteht.

Die Lebensmittelindustrie benutzt Fructose als günstiges Süßungsmittel, beispielsweise für Kekse, Fertiggerichte und Limonaden. Reine Fructose ist nämlich fast doppelt so süß wie Glucose und wirkt in kalorienreduzierten Produkten geschmacksverstärkend.

Obst Fruchtzucker ist nicht gesünder als normaler Zucker!

Vor normalem Zucker, sprich der Glucose, wird heutzutage mit erhobenen Zeigefinger gewarnt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Diabetes sind gängige Folgeerkrankungen bei erhöhtem Zuckerkonsum. Aber was ist mit Fructose? Die steckt doch in Früchten, muss die nicht eigentlich gesund sein?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Laut Dr. med. Birgit Hildebrandt, Internistin und medizinische Leiterin des HELIOS Prevention Centers (HPC), ist die Behauptung Fructose sei gesünder als normaler Haushaltszucker ein Mythos. Die Kalorienanzahl ist beispielsweise dieselbe: jeweils vier Kilokalorien pro Gramm.

Das „Bundesinstitut für Risikobewertung“ habe außerdem einen direkten Zusammenhang zwischen einem gesteigerten Konsum von Fructose und dem Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und einer diabetischen Stoffwechsellage – bekannt als metabolisches Syndrom – festgestellt.

Im Vergleich zur Glucose bewirkt Fructose auch eine geringere Insulinausschüttung, was als Ursache für Übergewicht und Leberverfettung gesehen wird. Zu viel Fructose hemmt außerdem das Sättigungshormon Leptin, das dafür verantwortlich ist, bei ausreichenden Fettreserven unser Hungergefühl zu hemmen. Ist die Übertragung zum Gehirn gestört, kann es dazu kommen, dass wir immer weiter und weiter essen, da das Sättigungs-Signal ausbleibt.

Energienutzung nicht so effizient wie bei Glucose

Auch die Energienutzung aus Fructose gestaltet sich schwieriger als bei Glucose. Glucose wird aktiv ins Blut gepumpt – Fructose dagegen strömt passiv entlang eines Konzentrationsgefälles aus vom Darm über unsere Zellen ins Blut. Schließlich wird sie in der Leber zu Fett abgebaut, von dem ein Großteil wiederum zurück in den Blutkreislauf gelangt und so die Blutfett- und Cholesterinwerte erhöht.

Für unseren Stoffwechsel ist sie also eher ungünstig: Sie wird direkt in Fett umgewandelt, verhindert die Fettverbrennung bei gleichzeitigem Fettaufbau und blockiert das Sättigungsgefühl.

Darf ich jetzt kein Obst mehr essen?

Wer sich diese Frage stellt, kann ganz beruhigt bleiben. In frischen naturbelassenen Lebensmitteln ist Fructose unbedenklich. Im Gegenteil: Obst und Gemüse liefern gleichzeitig wichtige Ballaststoffe und Vitamine, die unser Körper gut verwerten kann.

Die alte Faustregel „5 Portionen Obst und Gemüse am Tag“ kann man getrost weiterhin einhalten. So kommt man auf knapp 80 Gramm Fruchtzucker täglich, was unser Körper gut verträgt. Davon sollte aber maximal eine Portion Fruchtsaft sein – er enthält nämlich weit mehr Fruchtzucker als ein Stück Obst.

Problem industriell zugesetzte Fructose

„Das Problem ist die große Menge an Fructose, die wir durch gesüßte Getränke und durch Süßigkeiten bekommen“, erklärt Ernährungsmediziner Professor Stefan Bischoff gegenüber dem „SWR“. „Wenn man davon sehr viel verzehrt, dann kommt man auf Fructosemengen, die bis vor wenigen Jahrzehnten fast unvorstellbar waren und die bringen die gesundheitliche Probleme, nicht der übliche Obstverzehr.“

Wie bei allem ist es eine Frage der Dosis: Menschen die sich ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, müssen sich über ein gelegentliches Marmeladenbrot zum Frühstück keine Sorgen machen. Wohingegen Power-Riegel oder Wellnessdrinks mit bis zu 40 Gramm Fructosegehalt ganz schnell zur ungesunden Zuckerbombe werden!

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