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Welche Tenside Du in Deiner Kosmetik erkennen und vermeiden solltest

SLS & SLES

Welche Tenside Du in Deiner Kosmetik erkennen und vermeiden solltest - SLS & SLES

Frau Wasser

von

Viele Hautprobleme können durch aggressive Stoffe in Kosmetikprodukten hervorgerufen werden - wie zum Beispiel bestimmte Tenside wie SLS oder SLES. Diese können Trockenheit, Juckreiz und Rötungen hervorrufen. Jedoch sind nicht alle Tenside per se kritisch zu betrachten. Manche sind besser als ihr Ruf. Hier erfährst Du, welche Stoffe Du meiden solltest.

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Sulfate in Shampoo, Gesichtscremes und Co.

Eine Gesichtscreme, die nicht einzieht, Zahnpasta, die sich nicht verteilen lässt, Haare, die nach der Wäsche immer noch von einem Fettfilm überzogen sind - mit diesen Problemen wären wir konfrontiert, wenn es keine Tenside gäbe. Eine Untergruppe der Tenside sind sogenannte Sulfate wie Sodium Laureth Sulfate (SLES), Sodium Lauryl Sulfate (SLS), Ammonium Lauryl Sulfate (ALS) oder Sodium Myreth Sulfate. Die verbindenden, schäumenden Fähigkeiten von Sulfaten sind besonders in Flüssigseifen, aber auch in Shampoo oder Cremes gefragt. Manche Sulfate wirken dabei aber zu aggressiv.

Was ist ein Sulfat?

Sulfate sind eine chemisch hergestellte Substanz zur Reinigung und werden in vielen Bereichen verwendet. „Sodium Lauryl Sulfate (SLS) ist das am häufigsten in Kosmetik genutzte Tensid. Es wird durch Sulfonierung aus Laurylalkohol hergestellt. Laurylalkohol wird dabei meist aus Palmöl oder Kokosnüssen gewonnen. Sein naher verwandter Sodium Laureth Sulfate (SLES) besteht aus sulfoniertem Laurylalkohol und Ethylenoxid, wobei SLES im Gegensatz zu SLS meist aus Erdöl gewonnen wird,” erklärt Dr. Ruta Almedom, neue wissenschaftliche Leiterin von CodeCheck.

Was bewirken Sulfate in Deiner Kosmetik?

Sulfate werden in Kosmetikartikeln eingesetzt, um zwei Stoffe zu verbinden, die sich sonst nicht verbinden würden: Wasser und Fett. Sie lösen den Talg von Haut und Haaren und werden anschließend ins Abwasser gespült. Zudem besitzen sie eine weitere Eigenschaft, die in vielen kosmetischen Produkten erwünscht ist: Sie schäumen.

Warum sind Sulfate bedenklich?

Das Problem bei Tensiden ist, dass sie ihren Reinigungsjob manchmal zu gründlich erfüllen. “Sie reagieren nicht nur mit dem unerwünschten Fett auf Haut und Haaren, sondern auch mit den Membranlipiden, die unsere Hautzellen umgeben. So können sie den Schutzmantel, der unsere Haut umgibt schaden”, so Dr. Almedom. Die Haut kann also trockener und durchlässiger für schädliche Fremdstoffe werden. Gerade empfindliche Hauttypen reagieren oftmals mit Irritationen, Rötungen und Schuppen.

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Sind Sodium Laureth Sulfate krebserregend?

SLES wird wegen potenzieller Kontaminationen mit 1,4 Dioxan und Ethylenoxid, die während des Herstellungsprozesses entstehen können, oft mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht. Diese Stoffe sind nach dem chemischen Prozess allerdings so gut wie nicht mehr vorhanden. Entsprechend gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die SLS und SLES als krebserregend einstufen oder derartige Hinweise liefern.

Sulfate können Haut und Haaren schaden

Für den Einsatz von SLS und SLES in Kosmetikprodukten gelten Grenzwerte. Allerdings können zulässige Höchstmengen eventuell überschritten werden, wenn im täglichen Gebrauch verschiedene Kosmetikprodukte die SLS oder SLES enthalten, kombiniert werden. Mit der Zeit kann die Haut ihren natürlichen Schutz verlieren und damit auch durchlässiger für Schadstoffe werden. Auch Langzeitfolgen, sowie Kombinationseffekte mit anderen Inhaltsstoffen sind noch wenig erforscht. Daher gilt es den Einsatz von SLES gerade bei empfindlicher Haut zu minimieren.

So kannst Du Sulfate in Deiner Kosmetik vermeiden

Achte beim Blick auf die Inhaltsstoffe Deiner Kosmetik auf die Verwendung milder Tenside. Als besonders aggressiv gelten Sodium Lauryl Sulfate (SLS). Dahinter kommen die etwas milderen Sodium Laureth Sulfate (SLES). Gerade wenn diese beiden Stoffe relativ weit vorn in der Inhaltsstoffliste zu finden sind, solltest Du aufmerksam sein. SLS und SLES können sich auch hinter den Bezeichnungen Natrium Alkyloxysulfuricum, Natriumdodecylpoly-Oxyethylen, Ethersulfat oder Natriumlaurylethersulfat in Produkten verbergen. Wenn Du Dir unsicher bist, scanne den Barcode des Produkts mit der CodeCheck-App und Dir werden bedenkliche Inhaltsstoffe wie diese Sulfate aufgeführt.

Sanfte Alternative ohne Sulfate: Naturkosmetik

Mit zertifizierter Naturkosmetik kannst Du aggressive Tenside umgehen. Statt dieser verwenden Hersteller Zucker- und Kokostenside oder waschaktive Aminosäuren, die zwar mit weniger Schaum, aber dennoch gründlich und vor allem sanfter reinigen. Eines der milden Sulfat-alternativen ist Sodium Coco Sulfate (SCS) dessen Hauptbestandteile direkt aus der Kokosnuss gewonnen werden. Da jedoch auch SCS gewisse Mengen an Sodium Lauryl Sulfate enthält, können bei häufiger Anwendung unter Umständen die gleichen Symptome wie SLS hervorgerufen werden. „SCS ist aber insgesamt eine milde Alternative im Vergleich zu SLS und SLES. Der Unterschied liegt vor allem im Vorhandensein langkettiger Fettsäuren im SCS, die eine hautbekömmlichere waschaktive Substanz ermöglichen,” so Dr. Almedom. „Natürlich gibt es dennoch Menschen mit sensibler Haut, die auch auf SCS empfindlich reagieren können. Das rechtfertigt aber keine Herabsetzung der Bewertung. Diese Menschen können zum Beispiel auf noch mildere Tenside, wie Coco Glucoside zurückgreifen.“

Fazit

Die reinigende Wirkung von Tensiden kann uns auch zum Verhängnis werden und unsere Haut oder Haare zu stark austrocknen. Gerade Menschen mit sensibler Haut leiden daher stärker unter aggressiven Sulfaten wie Sodium Lauryl Sulfate (SLS) oder Sodium Laureth Sulfate (SLES). Bei sensibler Haut sollten daher besser mildere Alternativen verwendet werden. Den austrocknenden Effekten von Tensiden kann weiterhin auch mit rückfettenden Cremes entgegengewirkt werden.

Folgende Produkte arbeiten mit milden Tensiden wie Sodium Coco Sulfate, Sodium Cocoyl Glutamate, Coco Glucoside, Sodium Cocoyl Hydrolyzed Soy Protein, Decyl Glucoside oder Sodium Lauroyl Lactylate:

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