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Welche Getränke-Verpackung die Umwelt schont

Glas, Plastik oder doch Karton?

Welche Getränke-Verpackung die Umwelt schont - Glas, Plastik oder doch Karton?

Getränke Verpackungen
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Vor allem im Sommer ist der Durst groß. Die Auswahl an Getränken und Verpackungen ist vielfältig und reicht von Plastikflaschen zur Einmalbenutzung bis hin zu Getränkekartons und Glasflaschen aus Mehrwegsystemen. Doch welche Verpackung ist in Sachen Umweltschutz die Beste? Wir zeigen Dir, welche Vor- und Nachteile die Verpackungsmodelle für unsere Umwelt haben.

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Was macht eine Verpackung nachhaltig?

Nachhaltigkeit meint, Ressourcen zu schützen, indem sie möglichst sinnvoll eingesetzt werden. Deshalb ist nachhaltiges Handeln auch immer gut für die Umwelt.

Die Nachhaltigkeit von Verpackungen hat mit deren Herstellung, der Nutzungsdauer und der Entsorgung zu tun.

Bei der Herstellung gilt:

Je weniger fossile Rohstoffe wie Erdöl zur Herstellung benötigt werden, umso umweltfreundlicher ist die Verpackung. Viele Materialien aus Plastik werden nach wie vor nicht wieder verwertet. Doch auch der CO2-Ausstoß während der Produktion und der Entsorgung spielt eine große Rolle, der je nach Material sehr unterschiedlich sein kann.

Für die Entsorgung ist wichtig:

Nach dem Benutzen sollte die Entsorgung der Verpackung die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Optimal ist deren Wiederverwendung zum Beispiel durch Mehrwegsysteme. Einige Rohstoffe wie Papier oder Glas lassen sich sehr gut recyceln und lassen sich nach der Entsorgung wiederverwerten.

Wir zeigen Dir, welche die Vor- und Nachteile verschiedene Verpackungen in puncto Nachhaltigkeit haben.

Mehrwegflaschen aus Glas

Pro:

Mehrwegflaschen aus Glas lassen sich wiederbefüllen und sind daher besonders nachhaltig, da kein Abfall entsteht. Im Gegensatz zu Einweggläsern fallen auch der Prozess des Einschmelzens und die Produktion neuer Gläser weg.

Mehrwegflaschen müssen nach der Rückgabe lediglich gründlich ausgespült werden. Dann sind sie wieder einsatzbereit. Eine Glasflasche für Mineralwasser kann beispielsweise bis zu 60-mal wiederbefüllt werden.

Ein weiteres Plus: Glasflaschen enthalten keine giftigen Stoffe im Gegensatz zu vielen Kunststoffen. Deshalb ist Glasmehrweg anderen Verpackungensarten wie Einwegflaschen aus Plastik, Dosen, Kartons und Co. auch in Hinblick auf die Gesundheit überlegen.

Kontra:

Glasflaschen produzieren beim Transport durch ihr höheres Gewicht mehr CO2-Emissionen. Deshalb sollte der Weg zwischen Produktions- und Verkaufsstelle möglichst kurz sein. Die meisten Mehrwegflaschen werden jedoch ohnehin überwiegend regional vertrieben.

Leider ist es nicht immer einfach echte Mehrwegflaschen zu erkennen. Zu den Erkennungszeichen gehören das „Mehrweg – Für die Umwelt“-Zeichen und der „Blaue Engel“.

Leider werden heutzutage nur noch wenige Produkte in Mehrweg-Glasflaschen angeboten. Im Supermarkt sind sie nur vereinzelt zu finden. Es lohnt sich danach in Reformhäusern und Bioläden Ausschau zu halten.

Einwegflaschen aus Glas

Pro:

Der große Vorteil von Glasverpackungen gegenüber Plastik ist die hohe Recyclingquote. Glas kann beliebig oft eingeschmolzen werden. Bei weißen Gläsern können bis zu 60 Prozent der entsorgten Verpackungen wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Grünglas besteht sogar aus bis zu 90 Prozent wieder eingeschmolzenen Altglasscherben.

Kontra:

Glasflaschen sind schwerer als solche aus Plastik, deshalb verbrauchen sie beim Transport mehr Energie. Dasselbe Produkt kann beispielsweise in eine 300 Gramm schwere Glasverpackung abgefüllt werden – oder in eine 20 Gramm schwere Kunststoffverpackung. Daher sollte wie bereits erwähnt bei Glasverpackungen immer auf möglichst kurze Transportwege geachtet werden.

Mehrweg PET-Flaschen

Pro:

Zwei Drittel der Wasserflaschen, die in Deutschland verkauft werden, bestehen aus Polyethylenterephthalat, so genanntem PET. Mehrwegflaschen aus PET können bis zu 25-mal wiederbefüllt werden. Sie erreichen damit zwar nicht den Rekord von Glas-Mehrweg von bis zu 60 Befüllungen, haben aber dennoch den Vorteil des Wiederbefüllens. Dadurch entsteht weniger Abfall und für den Recyclingprozess wird auch weniger Energie verbraucht.

Ein Vorteil von Mehrweg-PET gegenüber der Variante aus Glas ist das geringere Gewicht, das sich positiv auf die Umweltbilanz des Transports auswirkt.

Zudem wurde der Energieaufwand bei der Herstellung von PET-Flaschen in den letzten Jahren deutlich reduziert.

Kontra:

In puncto Nachhaltigkeit schneidet die PET-Herstellung weniger gut ab. Die benötigten Rohstoffe, wie unter anderem Erdöl, sind nur begrenzt vorhanden. Außerdem ist trotz der Produktionsoptimierung der Energieverbrauch bei der Herstellung im Vergleich immer noch sehr hoch.

Aus gesundheitlicher Sicht ist bei PET-Flaschen zu beachten, dass sich die Stoffe aus dem Flaschenmaterial herauslösen und in die Getränke übergehen können.

Einweg PET-Flaschen

Pro:

Wie auch bei der Mehrweg-Variante fällt der CO2-Fußabdruck beim Transport von Einweg-Plastikflaschen durch das geringe Gewicht kleiner aus, als bei Glas.

Kontra:

Die Einweg-PET-Flasche kann nur ein einziges Mal befüllt werden. Nach der Rückgabe im Supermarkt wird sie geschreddert und teilweise recycelt. Außerdem bestehen Einweg PET-Flaschen nur zu rund 25 Prozent aus recyceltem Material.

Hinzu kommt, dass der Energieaufwand für die Herstellung neuer PET-Flaschen relativ hoch ist. Außerdem bestehen sie ebenfalls aus fossilen Rohstoffen.

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Getränkekartons

Pro:

Getränkekartons sind sehr leicht. Außerdem bestehen sie zum Teil aus nachwachsenden Rohstoffen wie Papier, die in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden können. Ein weiterer Vorteil ist, dass einige Getränkekartonproduzenten bei der Herstellung Papier verwenden, dass aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Flasche

Kontra:

Getränkekartons bestehen nicht nur aus Papier, sondern auch aus anderen Materialien wie Kunststoff oder Aluminium, um sie auslaufsicher zu machen. Dazu kommt in der Regel ein Schraubverschluss aus Hartplastik. In den letzten Jahren hat sich der Plastikanteil in den Regalen erhöht, während hingegen immer weniger nachwachsende Rohstoffe verwendet werden.

Durch die Materialmischung sind Getränkekartons schwer zu recyceln und energieaufwendig in der Herstellung. Außerdem sind sie in den letzten zehn Jahren um rund ein Drittel schwerer geworden. Nach Berechnungen der „Deutschen Umwelthilfe“ (DUH) werden nur rund 36 Prozent der benutzten Getränkekartons tatsächlich recycelt.

Getränkedosen

Pro:

Der größte Vorteil von Getränkedosen ist ihr leichtes Gewicht. Außerdem bestehen sie hauptsächlich aus Aluminium, das vollständig recycelt werden kann.

Kontra:

Die Nachhaltigkeit der Metalldosen leidet vor allem unter dem hohen Energieverbrauch bei der Herstellung. Die Aluminiumherstellung ist zudem mit einem hohen CO2-Ausstoß verbunden. Außerdem können die Dosen nicht wiederbefüllt werden.

Fazit:

Wir empfehlen, wenn möglich, Glas-Mehrwegflaschen aus der Region zu bevorzugen. Sie sind in Sachen Nachhaltigkeit die beste Wahl, denn Mehrwegsysteme sind grundsätzlich umweltfreundlicher als Einwegsysteme.

Den letzten Platz belegen daher Einmal-Verpackungen wie PET-Flaschen, Getränkekartons und Dosen.

Noch besser ist es, ganz auf verpackte Produkte zu verzichten. Eine tolle Alternative sind Unverpacktläden oder Milchtankstellen. Statt Wasserkisten zu schleppen können wir mit Wasserfiltern (z. B.der Aktiv-Kohle „Binchotan“) das Leitungswasser zu Hause aufbereiten.

Mehr Verpackungsmüll sparen wir auch, wenn wir mehr selber machen. Statt Getränkekartons zu kaufen, lassen sich mit Früchten, Sirup oder Tee leckere Getränke auch selbst herstellen.

Weiterführende Links:

- Deutsche Umwelthilfe: Glas-Mehrweg, Getränkekarton oder doch die Plastikflasche: Wie umweltfreundlich ist welche Getränkeverpackung?

- Fokus: Umweltfreundliche Verpackung. Was ist damit gemeint?

- Umweltbundesamt: Mehrwegflaschen

- Der Mehrweg-Guide vom NABU

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