Was ist dran an Essens-Mythen?

Glaub das nicht mehr!

Was ist dran an Essens-Mythen? - Glaub das nicht mehr!

Lebensmittel einkaufen

von

Pickel durch Schokolade, Bauchschmerzen durch Wasser und Kirschen — solche Alltagsweisheiten gibt es viele, aber die wenigsten können wissenschaftlich bestätigt werden.

Zum Thema Ernährung hat jeder seine eigene Meinung, kein Wunder, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr vermeintliche Do´s und Dont´s rund um das Essen und Kochen eingeschlichen haben.

Zahlreiche Mythen ranken sich um unsere Ernährung, doch bei welchen Tipps handelt es sich um Ammenmärchen und wo ist wirklich etwas dran? Lies bei welchen der folgenden neun Essens-Mythen unser Alltagswissen nahe bei der Wahrheit liegt und bei welchen ein Irrglaube vorliegt.

1. Von Schokolade bekommt man Pickel

Unreine Haut und Schokolade — besteht hier ein Zusammenhang? Fakt ist: Zwischen Schokoladenkonsum und dem Entstehen von Pickeln existiert kein wissenschaftlich belegter Zusammenhang. Wer reine Haut hat, bekommt normalerweise auch durch den Genuss von einer Tafel Schokolade am Tag keine Pickel.

Für eine unreine Haut kann also nie Schokolade allein verantwortlich gemacht werden.Vielmehr entstehen Hautunreinheiten durch eine vermehrte Talgproduktion und eine verstärkte Produktion von Hornzellen, die die Poren verstopfen.Diese Vorgänge sind wiederum abhängig von der Hormonproduktion, dem Hauttyp und der Hautpflege.

Dennoch kann auch die Ernährung zu einer Verschlechterung des Hautbildes beitragen. Zu meiden sind viel ungesundes Fett, Zucker und Alkohol. Zudem können auch einige Milchprodukte den Hormonhaushalt stören.

Das heißt: Um Pickel zu bekommen, ist deutlich mehr nötig als Schokolade. Übrigens gilt: Je höher der Kakaogehalt, umso gesünder ist Schokolade.

2. Man sollte kein Wasser zu Steinobst trinken

„Kirschen gegessen – Wasser getrunken – Bauchweh bekommen,“ dieses alte Kinderspiel ist wohl noch Vielen im Gedächtnis. Es gibt aber keinerlei wissenschaftliche Bestätigung eines Zusammenhangs.

Steinobst

Dieser Rat entstand in Großmutters Zeiten, als das Trinkwasser noch eine Vielzahl von Keimen enthielt. Zusammen mit den Früchten im Bauch konnten sie zu unangenehmen Blähungen führen. Heute wird das Trinkwasser aufbereitet und ständig auf seine Qualität überprüft, daher kann man problemlos Wasser zu Kirschen, Pflaumen und Co. trinken.

3. Salat hat viele Vitamine

Leider ist Salat nicht ganz so gesund wie sein Ruf, denn er enthält nicht sehr viele Vitamine und besteht fast nur aus Wasser. In der Schweizerischen Nährwertdatenbank des Bundesamtes für Gesundheit schneiden daher andere Gemüsesorten viel besser ab.

Rote Peperoni enthält zum Beispiel fast doppelt so viel Vitamin A und rund 13-mal mehr Vitamin C als Kopfsalat. Einzig bei der Folsäure macht der grüne Salat das Rennen. Daher sollte grüner Salat immer mit anderen Gemüsesorten wie frischen Tomaten, Gurken und Paprika aufgewertet werden.

4. Die Stängel von Tomaten sind krebserregend

Richtig ist: In den grünen Stellen unreifer Tomaten ist das giftige Solanin enthalten. Da es auch in den grünen Stängeln enthalten sein kann, sollte man diese lieber herausschneiden.

Die krebsfördernde Wirkung der Tomatenstängel ist allerdings nur ein Gerücht. Wichtig ist, dass man Tomaten nur reif verzehrt, denn kein Teil von reifen Tomaten ist gesundheitsschädlich.

Tomatenstängel

5. Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Tatsächlich hat Kaffee einen harntreibenden Effekt, was zu einem größeren Flüssigkeitsverlust führen kann. Allerdings besteht Kaffee selbst zum Großteil aus Wasser.

Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung sorgt Kaffee daher für eine positive Flüssigkeitsbilanz. Dennoch wird empfohlen, nicht mehr als vier Tassen am Tag zu trinken.

6. Pilze darf man nicht aufwärmen

Richtig ist: Lässt man Pilze sehr lange im Warmen stehen, können sich giftige Stoffe entwickeln. Das Aufwärmen von Pilzgerichten ist jedoch vollkommen unbedenklich.

Es ist allerdings wichtig, das Pilzgericht nach der Zubereitung rasch abzukühlen und die Reste maximal einen bis höchstens zwei Tage im Kühlschrank aufzubewahren.

Beim Aufwärmen sollte die Pilzspeise bei einer Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius gut erhitzt werden – zudem sollte das Gericht nur einmal und nicht mehrmals wieder aufgewärmt werden.

7. Dunkles Brot ist gesünder als helles Brot

Wer bei dunklem Brot an Vollkorn und viele gesunde Inhaltsstoffe denkt, der kann sich schnell irren. Denn die Schlussfolgerung, dass dunkles Brot gesünder ist, ist nicht richtig.

Der Grund: Bei dunklem Brot handelt es sich nicht unbedingt um Vollkornbrot. Häufig wird auch minderwertiges Brot mit Malz, oder Zuckercouleur eingefärbt. So wird mit Hilfe von Brotdoping der „gesunde Look“ erzeugt, denn echtes Vollkornmehl ist dunkler als Weissmehl. Es ist teurer und gilt als gesünder, weil es aus ganzen Getreidekörnern besteht und somit auch die wertvollen Nährstoffe von Schale und Keimling enthält.

Im Zweifel sollte man also immer die Zutatenliste zu Rate ziehen oder beim Bäcker nachfragen.

dunkles Brot

8. Möhren stärken die Sehkraft

Dieser Mythos stimmt nur in einem bestimmten Fall. Karotten enthalten zwar viel Beta-Karotin, eine Vorstufe von Vitamin A, das essentiell für den Aufbau und die Funktion der Netzhaut ist, liegt aber kein Mangel an Vitamin A vor, bringen mehr Karotten nichts.

Bei einer ausgewogenen Ernährung kommt ein Vitamin-A-Mangel selten vor, daher kann ein Mehr an Karotten in diesem Fall leider weder eine Sehschwäche beheben, noch vorbeugend wirken. Das sollte einen aber nicht davon abhalten Möhren zu essen, denn sie enthalten sehr viele andere gesunde Inhaltsstoffe. Wichtig für die Verarbeitung im Körper ist es, Karotten immer mit ein paar Tropfen Öl zuzubereiten.

9. Spinat enthält das meiste Eisen

Hier handelt es sich um einen sehr hartnäckigen Irrglauben, denn100g Spinat enthalten gerade mal 4mg Eisen. Mehr Eisen steckt in Schweineleber — auch Eier, Hirse und Linsen sind gute Eisenlieferanten.

Ein besonders gesunder und auch für Vegetarier und Veganer absolut geeigneter Eisenlieferant ist Matcha-Tee, er ist mit 10-17 mg Eisen pro 100g eines der eisenreichsten Lebensmittel.

Probier’s mal mit diesen Produkten:

Quellen:

http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/ernaehrung-genuss/artikel/ernaehrung_kindermaerchen-uebers-essen/

http://www.chefkoch.de/magazin/artikel/1934,0/Chefkoch/Die-groessten-Ernaehrungsmythen.html

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

Codecheck.info
4.9/5 7 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

Food Duell - Wer ist gesünder
Food-Duell: Welcher Teil ist gesünder? –
picnic
Picknick –
Frau trinkt Saft in Küche
News –

UmweltBank

Sparschweine-im-Gras 650x286- - Florian Schultz (1)
Anzeige

Wie Du mit kluger Geldanlage die Umwelt schützen kannst

Die Umwelt schonen und nachhaltig Leben – das wollen immer mehr Menschen. Im Alltag kaufen viele daher regionale Bio-Produkte ein oder steigen auf Ökostrom um. Doch damit hört ein umweltfreundlicher Lebensstil nicht auf. Wusstest Du, dass Du auch Dein Geld nachhaltig und ökologisch sinnvoll anlegen kannst?

Der Gewinner ist...

Kochen
Anzeige

Plastik vs. Holz: Was ist das bessere Schneidebrett?

Das Schneidebrett ist wohl eines der wichtigsten Küchenutensilien. Die Wahl des Materials ist dabei nicht unerheblich. Durch den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sollte es möglichst keimfrei sein, aber auch Gerüchen und Verfärbungen standhalten. Aber welches Material ist denn nun am besten – Holz oder Kunststoff?

Umwelt

essen

CO2-Bilanz: Wie umweltfreundlich ernährst Du Dich?

Autofahren belastet das Klima, das weiß jeder. Aber auch Lebensmittel können Deine CO2-Bilanz in die Höhe treiben: Warum das so ist, welche heimlichen CO2-Sünden auf deutschen Tellern liegen und wie sich die persönliche CO2-Bilanz verbessern lässt, verrät dieser Artikel.