Anzeige
Anzeige

Was Kontaktlinsen mit Mikroplastik zu tun haben

Kunststoffverbindungen

Was Kontaktlinsen mit Mikroplastik zu tun haben - Kunststoffverbindungen

kontaktlinse

von

Zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Kunststoff landen jährlich im Meer, große Teile davon in Form von Mikroplastik. Die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen stammen typischerweise aus Kosmetika, Reifenabrieb oder Kunststofffasern in Kleidung. Aber auch auf den ersten Blick unscheinbare Produkte verstärken die Plastikproblematik in unseren Meeren – wie beispielsweise Kontaktlinsen. Die praktischen Sehhilfen bestehen nämlich aus komplexen Kunststoffverbindungen.

Anzeige

Knapp 3,5 Millionen Menschen in Deutschland tragen Kontaktlinsen. Ein Viertel aller Kontaktlinsenträger benutzt sogar täglich frische Linsen. Aber was passiert mit den abgenutzten Linsen und dem so entstehenden Kunststoffmüll?

Diese Frage stellten sich auch Forscher der Arizona State University in den USA. Eine Befragung von rund 400 Kontaktlinsenträgern zeigte, knapp jeder Fünfte spült seine Kontaktlinsen im Waschbecken oder der Toilette runter. So entstehen knapp 20 Tonnen Kontaktlinsenmüll in den Kläranlagen, von dem wiederum die Hälfte in die Umwelt und die Ozeane gelangt. Diese Daten gelten nur für die USA – doch auch in anderen Ländern, wie Deutschland, sollte das Problem in ähnlicher Größenordnung vorliegen.

Kontaktlinsen und Kosmetik

Kontaktlinsen zerfallen zu Mikroplastik

Um herauszufinden, was genau in den Kläranlagen mit den Kontaktlinsen geschieht, setzten die Forscher fünf ausgewählte Polymere, die sich in Kontaktlinsen finden, bestimmten Mikroorganismen aus den Kläranlagen aus.

Das Ergebnis: Durch die Bakterien wird die weiche Oberfläche der Kontaktlinsen verändert, wodurch sie aufbrechen und letztlich zu Mikroplastik zerfallen. So gelangen die kleinen Teilchen durch die Filtersysteme und landen mit dem Klärschlamm in der Umwelt und in den Ozeanen. Und selbst wenn die Kunststofflinsen doch etwas länger in der Kläranlage verweilen, können sie nur minimal abgebaut werden.

Kontaktlinsen im gelben Sack recyceln

Bislang gibt es noch keine wirkliche Alternative zu Kunststofflinsen. Bis eine biologisch abbaubare Linse auf den Markt kommt, können Kontaktlinsenträger ganz einfach dafür sorgen, dass die abgetragenen Linsen nicht in die Abwässer gelangen – sie sollten also nicht im Waschbecken oder der Toilette runtergespült werden.

Die meisten Kontaktlinsen sind sogar recycelbar, erkennbar an dem Grünen Punkt auf der Verpackung und können somit im gelben Sack entsorgt werden.

Ansonsten gehören die Linsen in den Haushaltsmüll. Hinsichtlich der Vermeidung von Verpackungsmüll sind Monatslinsen die bessere Wahl, auch harte Linsen sind sparsamer, da sie wesentlich länger halten. Am ökologischsten ist jedoch immer noch die Brille.

Ich möchte den Codecheck-Newsletter abonnieren und keine News mehr verpassen

0/5 0 Stimmen

Weitere Beiträge, die dich interessieren könnten

müll
Müll ist nicht gleich Müll –
tüten
Bioplastik, Einwegtasche oder Papiertüte –
wäsche2
DIY im Haushalt –

Plastic-free

Plastik Müll

15 things we should not buy for environmental reasons

Our awareness of sustainable consumption has increased significantly in recent years. When shopping, we pay attention to the origin, packaging and ingredients of a product. The list is endless: Here are 15 examples of products that cannot withstand ecological criteria.

Synthetische Poylmere auf unserer Haut

Makeup Mikroplastik

Diese 6 Make-ups enthalten Mikroplastik

In vielen Kosmetikprodukten, von Shampoo über Peeling bis hin zu Mascara und eben auch Make-up stecken Mikroplastik oder - in flüssiger oder gelartiger Form - sogenannte synthetische Polymere. Diese Stoffe gelangen beim Abschminken über das Abwasser ins Meer und gefährden so Umwelt und Meeresbewohner. Was schmieren wir uns da eigentlich ins Gesicht?