Vitamin E: Mehr Schaden als Nutzen

Vitamin E: Mehr Schaden als Nutzen -

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Millionen Verbraucher schlucken täglich Vitamin E, um ihre Gesundheit zu stärken und ihr Leben zu verlängern. Eine aktuelle US-Studie lässt starke Zweifel an der positiven Wirkung des Anti-Aging-Vitamins aufkommen, meldet CNN unter Berufung auf Reuters.

Der Studienleiter Edgar Miller von der Johns- Hopkins-Universität in Baltimore fand sogar Hinweise, dass hohe Vitamin-E-Dosen eher lebensverkürzend wirken könnten.

Die Studie

Dr. Miller und seine Kollegen reanalysierten 19 Studien über die Auswirkungen von Vitamin E auf die Gesundheit. Die Studien wurden zwischen 1993 and 2004 gemacht und erfassten mehr als 136.000 meist ältere Patienten in Nord Amerika, Europa und China.

Länger leben

Verbraucher, vor allem in den USA, schlucken Vitamin E in hohen Dosen, weil sie glauben, dass es "freie Radikale" neutralisiert. "Freie Radikale" sollen die Zellen schädigen, was den Alterungsprozess beschleunigen und zu Herzkrankheiten und Krebs führen kann.

Die Hypothese, dass Vitamin E das Leben verlängert, wird durch die Studie von Dr. Miller nicht unterstützt. Im Gegenteil. Die Sterbensrate von Menschen, die täglich 200 IU (International Units - ein IU Vitamin E entspricht einem Milligramm dl-alphatocopherol acetate) oder mehr Vitamin E einnahmen, war während des dreijährigen Studienzeitraumes höher, als die Sterbensrate der Gruppe, die keine Vitaminergänzung zu sich nahm.

Das Risiko ist laut Dr. Miller - über einen Beobachtungszeitraum von 45 Jahren - etwa fünf Prozent höher. Das klinge nicht aufregend, aber umgelegt auf die 25 Prozent der erwachsenen US-Bürger, die täglich Vitamin E einnehmen, sei es doch beachtlich. Und zwei Drittel der Konsumenten, die täglich Vitamin E einnehmen, schlucken 400 IU oder mehr.

Kein Vitamin E-Mangel

Nach Ansicht von Dr. Miller ist ein Zusatz von Vitamin E nicht erforderlich. Der tatsächliche Bedarf wird über die Ernährung gedeckt. Nüsse, Öl, Vollkornprodukte, Salat und Gemüse sind reich an Vitamin E.

Mit dem Essen, das das Gros der Amerikaner täglich zu sich nimmt, werden sechs bis zehn IU Vitamin E abgedeckt.

Grund für negative Wirkung

Dr. Miller, der vom Ergebnis der Studie selbst überrascht war, sieht mehrere Möglichkeiten, wie das Vitamin E-Supplement den Organismus schädigen kann:

Während Vitamin E in niederen Dosen eine sehr gute antioxidative Wirkung entfaltet, scheint es in höheren Dosen Schäden durch Oxidation zu verstärken und die natürlichen Antioxidantien im Körper auszuschalten - so Dr. Miller.

Dr. Raymond Gibbons von der Mayo Klinik in Rochester, Minnesota, bestätigt, dass immer mehr Hinweise gegen Vitamin E-Beigaben sprechen. Er rät seinen Patienten damit aufzuhören.

Gegenstimme

Der "Council for Responsible Nutrition", eine Vereinigung der Supplement-Hersteller in der USA, kritisiert die Studie.

Sie sei ein Beispiel für fehlgeleitete Wissenschaft, ein Versuch, etwas aus nichts zu machen, um Schlagzeilen zu machen.

Quelle: ORF.at

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