Verbraucherschutz

Versteckte Kalorien: Wieso Sportangaben auf Verpackungen helfen könnten

15. Apr. 2016 von

Die kleine Chipspackung liefert 170 Kalorien. Dafür sollst du 19 Minuten Laufen, 23 Minuten Radfahren oder 13 Minuten Schwimmen. Kalorien-Piktogramme sollen verdeutlichen, welche Lebensmittel wie viele Kalorien haben.

Strategien, um abzunehmen oder sein Gewicht zu halten, gibt es viele. Unsere Gesetzgeber sehen Nährwertanagaben und Kalorien zählen als eine geeignete Methode zur Gewichtskontrolle. Mittels diesen Zahlen verdeutlichen Hersteller, ob eine bestimmte Menge eines Lebensmittels sehr nahrhaft ist und schlussendlich dick macht. Dieses System ist für viele Menschen jedoch wie ein Buch mit sieben Siegeln – unter den Nummern können sie sich nichts vorstellen, denn ein numerisches System, welches man mengenmäßig auf Nahrungsmittel überträgt – das sollte man auch einfacher hinkriegen können.

Abhilfe schaffen sollen Piktogramme

Laut dem Focus fordern britische Ernährungsexperten der Royal Society for Public Health und Verbraucherschützer Sport-Piktogramme auf Verpackungen. Sie sollen zeigen, wie lange sich jemand bewegen muss, um die Kalorien der gerade genossenen Speise abzutrainieren.

Zum Beispiel Schokolade: Eine Tafel liefert 550 Kalorien. Die Piktogramme sind neben der Kalorienanzahl aufgedruckt und zeigen, dass man 29 Minuten schwimmen müsste, um kalorientechnisch einen Ausgleich zu schaffen.

Besseres Verständnis auch für Deutschland?

Warum macht das Sinn? „Käufer verbringen im Schnitt sechs Sekunden damit, sich ein Lebensmittel anzuschauen, bevor sie es kaufen“, zitiert der Focus eine Veröffentlichung der Organisation. Das Pikto-System soll diese Zeit verkürzen und den Menschen gleichzeitig helfen, eine Entscheidung zu fällen.

Grundsätzlich könnte an der Idee etwas dran sein, denn Symbole sind für Menschen einfacher zu verstehen, als es nackte Zahlen sind. Ganzen 63 Prozent der britischen Bevölkerung soll es demnach einfacher fallen, Piktogramme zu lesen.

Die Verbraucherzentrale Bayern steht dem Bildchen-System jedoch skeptisch gegenüber: Ernährungsbewusste Verbraucher wissen meistens sehr genau Bescheid, was die vorhandenen Nährwertangaben bedeuten. Und genau diese Menschen seien es, die auch die Piktogramme betrachten würden. Menschen, die sich ohnehin wenig Gedanken um Kalorien oder ihre Figur machen, würden auch die „netten Bildchen ignorieren“, sagt Susanne Moritz von der Verbraucherzentrale Bayern im Artikel.