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Unterschätzte Gefahr durch rezeptfreie Schmerzmittel

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Unterschätzte Gefahr durch rezeptfreie Schmerzmittel - Gesundheit

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Was man rezeptfrei erhält, kann schließlich nicht gefährlich sein – oder etwa doch?

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Wie oft nimmst Du Schmerzmittel? Ibuprofen, Paracetamol und Diclofenac gibt es bis zu bestimmten Dosierungen frei verkäuflich in jeder Apotheke. Durch die rezeptfreie Abgabe entsteht bei Konsumenten oft der trügerische Eindruck, die Mittel seien harmlos oder gar frei von Nebenwirkungen. Die Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt sind jedoch nicht zu vernachlässigen und das Herzinfarktrisiko kann laut eine Studie um bis zu 50% ansteigen!

Durch die Apothekenpflicht ist in Deutschland zwar noch ein kurzer Rat durch den Apotheker sicher gestellt, während in manchen anderen europäischen Ländern Schmerzmittel sogar im Supermarkt erhältlich sind. Nichtsdestotrotz wird häufig viel zu sorglos mit diesen Medikamenten umgegangen. So dienen sie manchen Sportlern bereits zur Prävention und sind auch bei anderen Personengruppen viel zu oft an der Tagesordnung.

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Ibuprofen und Co.

Bei der Gruppe der sogenannten NSAIDs (nicht steroidalen Entzündungshemmer), zu welchen unter anderem Ibuprofen und Diclofenac zählen, handelt es sich um Medikamente, die über schmerzstillende, fiebersenkende und entzündungshemmende Eigenschaften verfügen. Sie dienen der symptomatischen Behandlung von Schmerzen.

Dies bedeutet nichts anderes, als dass sie Symptome – also Schmerzen – lindern, jedoch nicht die tatsächliche Ursache bekämpfen. Als kurzfristige Lösung bei geringen Schmerzen, die nur über einen kurzen Zeitraum auftreten, mag das sinnvoll sein. Jedoch solltest Du Dir bei länger anhaltenden und schweren Schmerzen bewusst machen, dass diese ohne eine gezielte Ursachenbekämpfung kaum nachlassen werden und Du oft mehr Nebenwirkungen in Kauf nimmst, als Dir lieb ist.

Wirkung bei Rückenschmerzen und Verspannungen

Professor Thomas Tölle berichtete in der „Apotheken-Umschau“, dass beispielsweise Paracetamol noch oft bei Kopf- oder Rückenschmerzen zum Einsatz kommt. Auch wenn es gegen Fieber sehr effektiv wirkt, ist die schmerzlindernde Wirkung kaum größer als die eines Placebos. Daher solltest Du es nur bei Fieber, nicht jedoch bei anderen Beschwerden anwenden.

Auch zeigen Wirkstoffe wie Ibuprofen und Diclofenac bei Verspannungen und Rückenschmerzen kaum Wirkung. Zwar kannst Du auch weiterhin nach der Faustregel „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ ab und zu durchaus Schmerzmittel zu Dir nehmen. Du solltest Dir aber überlegen, ob sie gegen die Beschwerden überhaupt sinnvoll sind, und bewusst machen, dass es keine langfristige Lösung sein kann.

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Mögliche Nebenwirkungen

Neben häufigen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen und vielen mehr können sie zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, sowie Mund- und Magenschleimhautentzündung führen. Auch chronisch entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn können verstärkt werden.

Bereits bei der Einnahme der empfohlenen Tagesdosis über wenige Tage, riskierst Du einen leichten Anstieg Deines Herzinfarktrisikos. Die Ergebnisse einer dänischen Studie mit ca. 30.000 Probanden, welche erst im März veröffentlicht wurde, zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Herzstillstandes durch Einnahme von Ibuprofen um bis zu 30% ansteigen kann, verglichen mit Personen, die keine Schmerzmittel nahmen. Mit Diclofenac steigt die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts sogar um 50% an!

Unterdrückst Du Deine Schmerzen langfristig mit Medikamenten, kann es zum sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerz kommen. Das bedeutet, dass die Medikamente selbst Kopfschmerzen verursachen können, wenn sie zu lang eingenommen werden.

Zu bedenken gilt hier zudem, dass sich die Wirkung der NSAIDs addiert. Daher gilt: Wenn Du eine schmerzstillende Salbe und Tabletten in einem kurzen Zeitraum nacheinander verwendest, setzt Du Dich damit auch deutlich größeren Nebenwirkungen aus und überschreitest schnell unbewusst die empfohlene Tagesdosis. Auch Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Mitteln, Kortisonpräparaten und bestimmten Antidepressiva sind zu erwarten, weshalb Du in diesen Fällen auch die Einnahme der rezeptfrei erhältlichen Mengen mit Deinem Arzt absprechen solltest.

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Besonders gefährdete Personengruppen

Gerade wegen der teils starken Nebenwirkungen solltest Du versuchen von der Einnahme ganz abzusehen, wenn bei Dir Herzkreislaufprobleme, schwere Herzmuskelschwäche oder Geschwüre im Magen-Darm-Trakt bzw. wiederholte Blutungen vorliegen. Dasselbe gilt, wenn Du allergisch auf die Wirkstoffe bist oder unter schweren Leber- und Nierenkrankheiten leidest. Während der Schwangerschaft solltest Du im letzten Drittel überhaupt keine Schmerzmittel einnehmen und auch davor nur in Ausnahmefällen, da Du ansonsten Dein ungeborenes Kind gefährdest. Vor allem Selbstmedikation ist hier zu vermeiden.

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Tipps und Tricks

Wer nur von leichten Kopf- oder Rückenschmerzen geplagt ist, kann oft auf ganz natürliche Methoden wie Massagen, Akkupunktur, Tigerbalsam und Pfefferminzöl zurückgreifen. Auch Übermüdung und ein Mangel an Bewegung können Kopfschmerzen verursachen, weshalb ausreichend Schlaf, Sport und Entspannungsübungen sowie ein guter Umgang mit Stress bereits viel bewirken kann. Auch Wärme und z.B. Rückenschule und Yoga sind bei Rückenschmerzen oft hilfreich.

Letztlich solltest Du Dir jedoch immer im Klaren sein, dass Schmerzmittel und auch schmerzlindernde Hausmittel nicht die Ursache bekämpfen. Wenn Du also häufig Schmerzen hast, solltest Du dieses Warnsignal des Körpers ernst nehmen und anstelle von Selbstmedikation einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen, um die eigentliche Ursache herauszufinden und wirksam zu bekämpfen.

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