Unnötige Plastik-Verpackung bei Obst & Gemüse? Es gibt auch Fürsprecher …

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Unnötige Plastik-Verpackung bei Obst & Gemüse? Es gibt auch Fürsprecher … - Einkauf im Supermarkt

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Tomaten in der Plastikschachtel, Gurken in Plastikfolie, Ananasstückchen in Plastikboxen. Supermärkte bieten immer mehr Frischware vorverpackt an. Die Begründung der Lebensmittelhändler will nicht wirklich überzeugen.

Eine Studie im Auftrag des „Naturschutzbundes Deutschland“ (NABU) hat ergeben, dass der Kunststoffbedarf für Verpackungen zwischen 2000 und 2014 bei Obst um 78 Prozent und bei Gemüse sogar um 164 Prozent zunahm. Mittlerweile, heißt es in der Untersuchung, werden 66 Prozent des Gemüses und 60 Prozent des Obstes mit einer Kunststoffhülle verkauft.

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Zu diesen Zahlen hat der „Deutschlandfunk“ sowohl den „NABU“ als auch den „Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels“ befragt. Wir geben einige der Pro-und-Contra-Argumente der Diskussion hier wieder:

Im Gespräch verteidigt Christian Böttcher, Sprecher des Verbands, das viele Plastik. Es diene der Hygiene und der Sicherheit von Lebensmitteln. Denn eine feste Hülle beuge Druckstellen und somit Fäulnis und Verderb vor.

Katharina Istel vom NABU hält dagegen, dass Obst und Gemüse oft unnötigerweise vorverpackt wird. Möhren etwa könnten sehr gut ganz ohne Kunststoff angeboten werden; bei Tomaten seien Plastikschalen mit Deckel übertrieben. Kunden könnten stattdessen auf die hauchdünnen Plastiktüten zurückgreifen. Die sogenannten Knotenbeutel verursachten acht Mal weniger Müll als Plastikschalen und hätten eine bessere Ökobilanz als die braunen Papiertüten.

Das will Böttcher zumindest bei Tomaten und anderem Beerenobst nicht so stehen lassen: „Wenn man solche Produkte lose anbietet, müsste man sie mit den Händen oder kleinen Schaufeln aus den Auslagen entnehmen, dann würden auch andere Produkte in Mitleidenschaft gezogen.“ Das hätte zur Folge, dass mehr Naturalien im Müll landen würden.

Himbeer-Aroma statt Himbeeren

Dem wiederum widerspricht der „NABU“. Schließlich könnten Käufer schimmelige Trauben im hinteren Teil der Schalen gar nicht sehen. Der Kunde, kontert Istel, „schmeißt zu Hause alles weg, oder aber die ganze Packung muss schon im Supermarkt entsorgt werden, weil eine Traube schlecht geworden ist.“

Ginge es nach ihrer Organisation, lägen Obst und Gemüse grundsätzlich unverpackt in den Regalen der Supermärkte. Knotenbeutel oder eigene Beutel und Gefäße würden für den Transport genügen. Dass dies möglich ist, zeige sich bei den Bananen, die praktisch gar nicht mehr verpackt werden.

„Darauf hat Christian Böttcher keine schlüssige Antwort“, schreibt der „Deutschlandfunk“ dazu vielsagend.

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Ein weiterer Grund für den Plastik-Irrsinn

Gegenüber dem „NDR“, der das Thema ebenfalls aufgegriffen hat, nennt „Edeka“ allerdings noch einen weiteren, ehrlichen Grund für den Plastik-Irrsinn: „In vielen Märkten verkauft sich abgepackte Ware deutlich besser als lose Ware“, habe die Supermarkt-Kette den Sender wissen lassen.

Dafür handelt sie sich den Rüffel der „Deutschen Umwelthilfe“ ein, denn unnötige Verpackung mache „ein Bio-Produkt komplett unglaubwürdig.“

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Quelle: Deutschlandfunk

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