Viel Gesundes im Fruchtfleisch

Superfood aus dem eigenen Garten: Aronia-Beeren

06. Nov. 2017 von

Vor wenigen Jahren war die Aronia noch ein Geheimtipp unter Kennern. Mittlerweile setzen auch Biobauern auf die Beere und pflanzen sie an. Es hat sich nämlich herumgesprochen, dass sie nicht umsonst den Spitznamen „Gesundheitsbeere“ trägt.

Ein ungeübtes Auge kann die Aronia, die auch als Apfelbeere oder Schwarze Eberesche bekannt ist, leicht mit einer Heidelbeere verwechseln. Beide sind erbsengroß und haben eine dunkelrote bis schwärzliche Färbung. Doch während reife Heidelbeeren einen süßlichen, frischen und gleichzeitig mild-sauren Geschmack haben, haben ihre Doppelgänger ein säuerlich-herbes Aroma.

Beeren für viele Zwecke

Dieser Geschmack ist für viele zumindest gewöhnungsbedürftig. Doch direkt vom Strauch müssen die Beeren auch nicht gegessen werden. Es gibt sie inzwischen als Saft, Brotaufstrich, in Riegeln, Tees, Backwaren und als Zutat in Gekochtem, schreibt der „SWR“ bei der Vorstellung der Aronia. In dem Beitrag wird auch verraten, dass die kleine Frucht in Polen vor dem Verzehr eingefroren wird. Dadurch soll sie nicht mehr so bitter schmecken.

Herkunft der Aronia-Beere

Dass die Osteuropäer einen solchen Tipp kennen, kommt nicht von ungefähr: Nachdem die Aronia aus ihrer nordamerikanischen Heimat ihren Weg nach Asien gefunden hatte, bauten sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem russische und polnische Landwirte an. Dort wird die Beere auch heute noch als Heilpflanze geschätzt. Zu Recht, wie die Liste ihrer Inhaltsstoffe verdeutlicht.

Viel Gesundes im Fruchtfleisch

Neben zahlreichen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen birgt die Aronia besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe in sich. Obst und Gemüse bilden sie als Schutz vor Bakterien, Pilzen und anderen Schädlingen. Doch auch die Abwehrkräfte des Menschen werden durch die Inhaltsstoffe gestärkt.

Wirkunsgweise

Forscher an der „Ohio State University“ haben zum Beispiel beobachtet, dass Flavonoide, die zu den bedeutendsten sekundären Pflanzenstoffen gehören und in großen Mengen in der Aronia vorkommen, das Wachstum von Darmkrebszellen hemmen. Außerdem können sie freie Radikale im Körper bekämpfen und ihn so entgiften.

Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Nährstoffzusammensetzung „soll die Aronia-Beere Krebserkrankungen vorbeugen, bei Leber- und Nierenleiden den Körper entgiften, Verdauungsbeschwerden lindern, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel regulieren und sich günstig auf das Herz-Kreislauf- und Immunsystem auswirken“, fasst das „Bundeszentrum für Ernährung“ (BZfE) die Heilwirkung zusammen, die der Frucht zugeschrieben werden. Gleichzeitig betont die Behörde, dass es noch an wissenschaftlichen Belegen mangele - wenngleich einige Studien Hinweise auf gesundheitsfördernde Effekte enthielten.

Aronia-Boom in Deutschland

Auch wenn nicht jede vermeintliche Heilwirkung belegt ist: Die Deutschen scheinen die kleine Frucht zumindest als vitalisierendes Superfood für sich entdeckt zu haben. Seit gut zehn Jahren steigt der Umsatz mit Aronia-Produkten stetig. Gleichzeitig vergrößern sich Anbauflächen und Ernteeinahmen. Wurden 2014 in Deutschland noch 400 Tonnen Aronia-Beeren von rund 300 Hektar geerntet, sind es laut „Statistischem Bundesamt“ im vergangenen Jahr bereits 1.100 Tonnen auf knapp 560 Hektar gewesen.

Anbau im heimischen Garten? Kein Problem

Wer die dunklen Früchte selbst ziehen will, muss kein Landwirt sein. Die mannshohen Sträucher wachsen in praktisch allen moderaten Klimazonen, gedeihen auf nahezu jedem Boden und deswegen auch in unseren Gärten. Gegenüber dem „SWR“ erklärt Gartenexpertin Heike Boomgaarden, dass die Pflanze zudem pflegeleicht sei, keine Schädlinge kennt und nur wenig gegossen werden muss.

Achtung: Der Kern der Aronia-Frucht enthält Amygdalin, das Blausäure freisetzt, wenn es in den Verdauungstrakt gelangt. Doch selbst der regelmäßige Verzehr kleiner Portionen ist aufgrund der geringen Menge des pflanzlichen Gifts unbedenklich.